Sonic Beat Explosion – Chasing Ghosts

Sonic Beat Explosion
(c) T. Stötzner

Einmal Rock-Geschichte und zurück: Mit wachsender Begeisterung tanken sich Sonic Beat Explosion durch den krachenden Sound aus der Garage, irgendwo zwischen skandinavischer Power, einer Prise Punk und ganz viel Detroiter Ursuppe. Dabei schneidert das Quartett aus Altenburg bei Leipzig einmal mehr seinen ureigenen Ansatz aus allerlei vertrauten Zutaten und spielt mit Retro-Klängen, ohne selbst jemals altbacken zu klingen. Das bereits fünfte Studioalbum „Chasing Ghosts“ stellt sich mutig den eigenen Dämonen, setzt sich mit Erinnerungen auseinander und arbeitet sich kompromisslos weiter voran.

Dieses erste Album seit sieben Jahren fällt so bekömmlich und leidenschaftlich wie eh und je aus, angefangen beim herzhaften Opener „Ten Thousand Eyes“. Angepunkter Drive, wütende Drums, ein pulsierender Basslauf und rasiermesserscharfe Gitarren schaffen ein mächtiges Fundament, auf dem gewohnt intensiver, energischer Gesang thront – kurz, schmerzlos und richtig schön mitreißend. Die folgende Schwere von „Slowly Turning (Into You)“ zeigt Sonic Beat Explosion von einer anderen Seite – melancholisch angehaucht, ohne auch nur irgendwelche Zugeständnisse hinsichtlich Kraft und Intensität zu machen.

In ähnlicher Gangart gestaltet sich das weitere Album – mit Action-Rockern wie „Heart Of Stone“, die fast unumgängliche Hives-Parallen zulassen, kurz MC5 grüßen und doch felsenfest auf eigenen Beinen stehen. Der quasi obligatorische Fünfminüter „Where Do We Go“ steht für wütende Schwere und bringt trotz Überlänge Sturm UND Drang mit – eine magische, verschwitzte Tour de Force und ohne Frage eines der Highlights dieser Platte. „On The Loose“ dauert nicht viel kürzer, investiert aber ordentlich Energie in einen wütenden, eindringlichen Rocker, dessen Riff-Urgewalt und kleinere Soli nicht mehr aus dem Kopf gehen.

Nahtlos knüpft das Quartett an sein bisheriges Schaffen an und klingt einfach mal in so ziemlich jeder Hinsicht noch größer und wilder. „Chasing Ghosts“ ist eine Rockplatte durch und durch, turnt mit Esprit durch die Garage, schlägt den einen oder anderen Haken und macht Druck, bis der Schweiß von der Decke tropft. Gekonnt konzentriert sich das Quartett auf seine Stärken und brennt ein kleines musikalisches Feuerwerk ab. Bestens vertraute Referenzen, angenehm frischer Wind und mitreißende Routine gemischt mit purer Spielfreude: Auch nach zuletzt etwas ruhigeren Jahren heben Sonic Beat Explosion mit gewohnter Vehemenz ab.

Wertung: 4/5

Erhältlich ab: 06.11.2026
Erhältlich über: Ghost Highway Recordings

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