Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
Another Sky

Another Sky – I Slept On The Floor

Singt da ein Mann oder eine Frau? Besser gesagt: Sollte das nicht eigentlich egal sein? Über Catrin Vincents Stimme wird seit der ersten Single ihrer Band Another Sky heftig debattiert, weil diese eben ein wenig anders klingt. Gerade das macht den Reiz aus, denn sie kleidet den ohnehin bereits eklektischen Sound des britischen Quartetts – irgendwo zwischen Alternative Rock, Art und Gaze-Pop angesiedelt – in ein noch spektakuläreres Licht. Das Debütalbum „I Slept On The Floor“ befasst sich mit Austerität, mit geistiger Gesundheit und toxischer Männlichkeit, und zeugt von der Adoleszenz in einer rechts geprägten Stadt sowie den Alltagserfahrungen einer Frau in Großbritannien.

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Fixation

Fixation – Global Suicide

Ein neues norwegisches Powerhouse setzt aktuell zum Ansturm auf den Rock-Olymp an. Fixation sind noch recht jung, aber bereits einige Jahre unterwegs und tingeln seither durch die Clubs ihrer Heimat. Musikalisch bewegt sich das Quintett irgendwo zwischen Hard Rock, Alternative, ein wenig Prog und Core – eingängig, hooklastig, ein wenig überdrüber und in den richtigen Momenten vogelwild. „Global Suicide“ ist ihre erste EP.

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NOFX vs. Frank Turner

NOFX vs. Frank Turner – West Coast vs. Wessex

NOFX und Frank Turner kennen sich bereits seit geraumer Zeit, sind einander freundschaftlich verbunden und wollten eigentlich dieses Jahr gemeinsam auf Tour gehen. Das klappte aus bekannten Gründen nicht; ein zweites, von Fat Mike angestoßenes Projekt erblickt nun allerdings doch das Tageslicht. Auf „West Coast vs. Wessex“ covern sich NOFX und Frank Turner gegenseitig – jeweils fünf Songs, jeweils älteres Material und natürlich ordentlich umgekrempelt.

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Daniel Blumberg

Daniel Blumberg – On&On

Persönliche Einschnitte inspirierten Daniel Blumberg zu „Minus“, einem Soloexkurs zwischen Dekonstruktion und halb-improvisierter Liedästhetik. Das ehemalige Mitglied von Cajun Dance Party und Yuck, zugleich ebenso als Soundtrack-Experte und bildender Künstler tätig, bricht auf Solopfaden vertraute Strukturen auf. So entstand seine neue Platte im Rahmen von Live-Sessions mit Musiker*innen der Londoner Improv-Bühne Café OTO. „On&On“ dreht sich um die Suche nach dem endlosen Lied.

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Friedemann Weise

Friedemann Weise – Das Weise Album

Seher der „heute-show“ und Frequentierer von Kleinkunstbühnen sind mit Friedemann Weise bestens vertraut. Der Liedermacher und Satirist ist aber kein reiner Comedy-Künstler, sondern begnadeter Songwriter und gewitzter Beobachter mit messerscharfem Blick. Ab und an veröffentlicht der 47jährige Alben, wobei das letzte bereits acht Jahre auf dem Buckel hat. Unter der Ägide von Jungproduzent Nicolas Epe (u.a. The Screenshots) entstand „Das Weise Album“.

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Palm Ghosts

Palm Ghosts – Loop Arcade

Das Trio Palm Ghosts um Songwriter und Produzent Joseph Lekkas beackert seit einigen Jahren das breite Dream-Pop- und Post-Punk-Feld mit Songs, die ein wenig an Echo And The Bunnymen, an U2 und New Order erinnern. Hohe Releasefrequenz – mehrere EPs und einzelne Songs pro Jahr, dazu ein paar Alben – bei gleichzeitig hoher Qualität sorgt für einen erstaunlichen Katalog seit der ersten Songsammlung vor sechs Jahren. Auf der neuen EP „Loop Arcade“ finden sich sechs weitere Tracks, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

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The Naked And Famous

The Naked And Famous – Recover

Mit ihrem Debütalbum „Passive Me, Aggressive You“ gingen die Neuseeländer The Naked And Famous förmlich an die Decke. Zwei waschechte Airplay-Hits, ausverkaufte Touren und große Support-Slots machten die Band von der kleinen Insel quasi über Nacht weltberühmt. Die Nachfolger waren nicht schlecht, schafften es aber nur selten, die Magie des Einstands zu erreichen. In den letzten Jahren schrumpfte das Quintett zum Duo zusammen, einzig die beiden Sänger und Klangschmiede Alisa Xayalith und Thom Power blieben übrig. Das wirkt sich gewissermaßen auch auf den Sound des neuen Albums „Recover“ aus.

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Howling

Howling – Colure

Nur wenige Künstler hauchen elektronischer Musik so viel Seele ein wie Howling. Das Duo um den australischen Sänger RY X und den Deutschen Frank Wiedemann, eine Hälfte von Âme, sorgte vor fünf Jahren mit „Sacred Ground“ für verdiente Furore. Zuletzt arbeitete man abwechselnd für sich und zusammen, einzelne Songs entstanden, dazu Platten der jeweiligen Projekte. Auf „Colure“ finden X und Wiedemann erneut zusammen und beschreiben – alleine schon durch Artwork und Titel – wie diese beiden Welten, diese beiden Planeten miteinander harmonieren können.

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Pretenders

Pretenders – Hate For Sale

Eigentlich eine bizarre Situation: Obwohl Chrissy Hynde seit beinahe 15 Jahren mit demselben Line-up um die Welt tourt, ist dieses Quartett erst jetzt als Pretenders auf Platte zu hören – frühere Werke wurden mit Studiomusikern und anderen Wegbegleitern aufgenommen. Beweisen müssen die britischen Rock-Legenden nach über vier Jahrzehnten im Geschäft freilich nichts mehr, und so erfüllt „Hate For Sale“ einfach mal sämtliche Erwartungen.

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L.A. Salami

L.A. Salami – The Cause Of Doubt & A Reason To Have Faith

Es gibt viel zu wenig gute Storyteller in der Musikwelt. Unter ihnen ist L.A. Salami ein Outlier. Mit Meistern des Genres wie Bob Dylan aufgewachsen, zugleich aber so unterschiedliche Einflüsse wie Indie, Folk, HipHop und Blues in einen Topf werfend, steht Lookman Adekunle Salami – kein Künstlername – für eklektische, unpolierte Rohdiamanten im XXL-Format. Sein drittes Album „The Cause Of Doubt & A Reason To Have Faith“ dreht sich lose um das Konzept eines Gottes, und wie sich Menschen solche Figuren durch technologische Konzepte selbst erschaffen.

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