Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
Braxton Cook

Braxton Cook – Not Everyone Can Go

Ob als Sänger, Songwriter oder Saxofonist: Braxton Cook zählt zu den großen Jazz-Talenten dieser Zeit. Er spielte und tourte mit zahlreichen Größen, unterhält nebenher zudem eine Solokarriere, die ihn mit diversen anderen Musikern und Instrumenten zusammenbringt. So auch auf seinem nunmehr fünften Longplayer, der einmal mehr Jazz und RnB großzügig verbindet und sich dabei bewusst mit Veränderungen auseinandersetzt, speziell jenen als junger Vater. „Not Everyone Can Go“ erkennt, dass man sich von gewissen Hobbys und Interessen trennen muss, um Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu finden.

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Pendulum

Pendulum – Inertia

15 Jahre zwischen zwei Alben, das ist ne Menge Holz. Für Pendulum ist es das Ende einer langen musikalischen Reise. Etwa zwei Jahre nach dem Release von „Immersion“ verabschiedete man sich in eine Pause auf unbestimmte Zeit. Nach und nach fand das australische Quintett wieder zusammen, über einen DJ-Gig und erste Festival-Auftritte bis hin zur ersten Tour. Obwohl bereits im Sommer 2014 über ein neues Album gesprochen wurde, begannen die tatsächlichen Arbeiten erst sechs Jahre später. Seither erschienen diverse Singles und EPs, nun nach und nach mit frischem Material als „Inertia“ vereint.

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Red Ocean

Red Ocean – Mad For It

Am Wasserfall geträumt, am Hafen gereift, in der Hauptstadt flügge geworden: Bernhard Pausch gründete seine erste Band im Alter von 15 Jahren in Gastein im Salzburger Pongau, bevor er vier Jahre später nach Hamburg zog, um Musikproduktion zu studieren. Nach einer experimentellen Phase konzentrierte er sich später wieder auf Rock, ging nach Berlin und gründete Red Ocean. Gemeinsam mit Drummer Danny Weber geht es um die elementaren Bestandteile des Genres, mit einem hörbaren Faible für die 60s, 70s und 90s. Exakt das zeigt sich auf „Mad For It“, der zweiten EP des Duos.

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Hot Mulligan

Hot Mulligan – The Sound A Body Makes When It’s Still

Schräge Songtitel, rohe Emotionen und ansteckende Live-Präsenz machten Hot Mulligan schnell zu absoluten Szene-Favoriten. Während ihr erstes Album 2018 als Teil eines kleinen Emo-Revivals erschien, zählt das Quintett aus Lansing im US-Bundesstaat Michigan heute zu den wenigen, die ihren Stiefel weiterhin durchziehen und nun die verdienten Lorbeeren ernten. Auch ihre mittlerweile vierte Platte „The Sound A Body Makes When It’s Still“ fügt sich nahtlos in diese Riege ein, begleitet von gewohnt aufwühlenden Texten und dem einen oder anderen cleveren Kunstgriff, der die kreative Evolution vorantreibt.

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The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die

The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die – Dreams Of Being Dust

Die Mission, dem epochalen „Illusory Walls“ einen gebührenden Nachfolger zu stiften, darf gut und gerne als gewaltige Herausforderung bezeichnet werden. The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die verzichten darauf, einfach ’nur‘ nachzulegen, und wagen stattdessen etwas. Einerseits ist das US-Sextett politischer denn je unterwegs, andererseits wurde der Härtegrad spürbar nach oben geschraubt, ohne jedoch alles über den sprichwörtlichen Haufen zu werfen. Somit ist „Dreams Of Being Dust“ Neustart, Weiterentwicklung und Zäsur in einem, und das auf verdammt starke Weise.

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Pool Kids

Pool Kids – Easier Said Than Done

Starke Platte sucht(e) Label: Nach ihren ersten beiden Alben zwischen Emo, (Math) Rock und Pop waren Pool Kids erst einmal alleine unterwegs. Das Quartett aus Florida verließ sich auf seine DIY-Stärken und stemmte die Recording-Sessions durch die Ersparnisse ihrer jahrelangen Tourneen. Man wollte die Freiheit der kreativen Selbstbestimmtheit auskosten, probierte mit Mike Vernon Davis (Foxing, Great Grandpa), der bereits den Vorgänger produziert hatte, einiges aus, und überschritt vermeintliche innere Grenzen. Erst nach Abschluss wurde ein Partner gesucht und in Epitaph gefunden. Dem Punk verfällt „Easier Said Than Done“ aber keineswegs, ganz im Gegenteil.

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PLAIINS

PLAIINS – Happy Faces

Chris Reardon zog 2020 von London nach Hamburg und gründete Ende des Jahres eine Band – was soll man auch sonst zwischen Lockdowns machen? PLAIINS haben die stotternde Anfangszeit längst überstanden, inzwischen über 20 Tracks veröffentlicht, die auf diversen Radio- und Streamer-Playlists landeten, von mächtiger Bühnenpräsenz ganz abgesehen. Mit ihrem Sound zwischen Indie, Punk und Rock rennen sie offene Türen ein und sind inzwischen bei Long Branch Records untergekommen. „Happy Faces“ ist das erste komplette Album der britisch-amerikanischen Formation.

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Pile

Pile – Sunshine And Balance Beams

Bei Pile weiß man nie so genau, was man bekommt, und das trägt letztlich ungemein zum Reiz dieser Band bei. Der einstige Solo-Schauplatz von Rick Maguire häutet sich seit dem ersten, vor nunmehr 18 Jahren veröffentlichen Album mit wunderbarer Regelmäßigkeit, mag seine Experimente ebenso wie den nahezu konstanten Paradigmenwechsel. „Sunshine And Balance Beams“, das mittlerweile neunte Studioalbum und zugleich Einstand für Sooper Records, versucht gleich mehrere Konzepte auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Es geht um das Streben nach Glück, den Einklang mit der Natur und dem Selbst, und den Ausdruck von Haltung in einer kommerziell geprägten Gesellschaft.

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Trainer

Trainer – Oh, Mandy!

Bass, Bass, wir brauchen … mehr Gitarren. Trainer ringen mit einer ausgeprägten Tieftönerallergie und bringen diese in ihre Musik ein. Das Saarbrückener Quartett, bestehend aus aktuellen und ehemaligen Musikern so illustrer Formationen wie Steakknife, Chandler und Zesura, steht auf bissigen und experimentell veranlagten Noise Rock, der bevorzugt den eigenen Horizont ignoriert und mit kantigen, wüsten Eruptionen versieht. Ob Garagen-Riffs, (Post-)Hardcore, No Wave oder sogar ein wenig Alternative – hier wird mit wachsender Begeisterung dekonstruiert und anti-harmonisiert. Mit etwas Anlauf landet nun ihr zweites Album „Oh, Mandy!“, das für das Quartett ein neues Barry Mani-High darstellt.

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The Dirty Nil

The Dirty Nil – The Lash

Seit Jahren sind The Dirty Nil eine sichere Bank für dreckig-hymnischen Rock mit mächtig Energie, Punk-Esprit und gezieltem Blick über den Tellerrand. Aktuell ist das Kern-Duo Luke Bentham (Gesang, Gitarre) und Kyle Fisher (Drums) wieder als solches unterwegs, sprengt die Power-Trio-Formation zum ersten Mal seit den Anfangsjahren, kurz vor dem 20jährigen Jubiläum der Kanadier. Und doch scheint ihnen dieser Fokus auf das personell Wesentliche gut zu bekommen. Binnen zwei Wochen aufgenommen, bringt „The Lash“ einmal mehr sämtliche Qualitäten der Herren aus dem Norden höchst gekonnt auf den Punkt.

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