Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Otis Redding – The King Of Soul

Am 10. Dezember 1967 stürzte eine kleine Beechcraft H18 in den Lake Montona nahe Madison, Wisconsin. Sieben der achten Insassen starben, unter ihnen der 26jährige Otis Redding, einer der einflussreichsten Soul-Sänger und -Songwriter seiner Zeit. Das nach seinem Tod veröffentlichte „(Sittin‘ On) The Dock Of The Bay“ wurde zur ersten posthumen Nummer Eins in den USA, die Faszination des Multitalents aus Georgia ist bis heute ungebrochen. Die besten, wichtigsten Momente aus Reddings kurzer aber eindrucksvoller Karriere kann man nun anhand des mächtigen Boxsets „The King Of Soul“ nacherleben.

Weiterlesen

Augustines – Augustines

Als die Reste von Pela 2012 als We Are Augustines mit „Rise Ye Sunken Ships“ debütierten, standen Trauer, Schwermut, Depression und Wut an erster Stelle. Das Trio aus New York verarbeitete unter anderem Billy McCarthys schwierige Kindheit und Jugend, die im erschütternd deutlichen „Book Of James“ ihren künstlerischen Höhepunkt fand. Mittlerweile unter dem Namen Augustines unterwegs, stellt sich ein Kurswechsel ein. Das eponyme neue Album vereint zwar immer noch jene Mischung aus Indie Rock und Folk auf sich, die vor wenigen Jahren von Arcade Fire popularisiert wurde, von Melancholie und Weltschmerz ist jedoch wenig zu hören.

Weiterlesen

All The Luck In The World – All The Luck In The World

Mit einem Hauch von Werbe-Unterstützung begann in Deutschland die Karriere von drei 19jährigen Iren. All The Luck In The World um Neil Foot, Kevin Barr und Ben Connolly schreiben und spielen seit 2011 gemeinsam kleine Songperlen zwischen Folk und Alternative mit dezentem Pop-Appeal. „Never“ brachte sie durch die Trivago-Spots immerhin für eine Woche in die Top 100 der Single-Charts und ließ die Klicks für das dazugehörige Video auf mittlerweile über 900.000 anwachsen. Hinter den drei Teenagern mit dem sperrig-schmalzigen Bandnamen steckt allerdings wesentlich mehr, wie das eponyme Debütalbum nun unter Beweis stellt.

Weiterlesen

KMPFSPRT – Jugend mutiert

KMPFSPRT, das ist nicht etwa Musik für Vokalverweigerer. Hinter dem Quartett stehen unter anderem ehemalige Mitglieder von aufgelösten Größen wie Fire In The Attic und Days In Grief. „Das ist doch kein Name für ’ne Band“, fand man, und veröffentlichte im Mai 2012 eine erste EP mit genau diesem Titel. Seither war man Dauergast auf diversen Festivals und durfte sich von Rival Schools-Ikone Walter Schreifels mit Hot Water Music und Title Fight vergleichen lassen. Das Debütalbum „Jugend mutiert“ steht nun in den Startlöchern und wird seinen Vorschusslorbeeren gerecht.

Weiterlesen

Beck – Blue Moon

Vom Feuilleton gefeiert, markierte „Sea Change“ 2002 einen musikalischen Einschnitt für Beck Hansen. Ironische Texte („Loser“) und Sample-Wahn wichen erdiger, ehrlicher Instrumentierung mit Folk- und Country-Anteilen. Zu eben jenem Sound will er nun mit „Morning Phase“ zurückkehren, das am 28. Februar erscheinen soll. „Blue Moon“ soll als Download-Single die Richtung weisen.

Weiterlesen

Against Me! – Transgender Dysphoria Blues

Jegliche Fragen, wie es musikalisch für Against Me! weitergehen würde, nachdem man mit „White Crosses“ auf eine Sackgasse zuzusteuern drohte, wurden von Tom Gabels Transgender-Coming-Out im Mai 2012 überschattet. Seither unterzieht sie sich Hormon- und Elektrolysebehandlungen, und hat den Namen Laura Jane Grace angenommen. Die Band, in der Zwischenzeit wieder ohne Major-Vertrag unterwegs, stellte sich neu auf, begrüßt nun Atom Willard (ex-The Offspring, -Social Distortion, –Angels & Airwaves) und Inge Johansson (The (International) Noise Conspiracy) an Bord. Entsprechend spannend erwartet wurde „Transgender Dysphoria Blues“, der Beginn einer neuen Zeitrechnung für Against Me! und Laura Jane Grace.

Weiterlesen

Johnny Cash – She Used To Love Me A Lot

Über ein Jahrzehnt nach dem Tod der Country-Legende Johnny Cash erscheint ein neues Album. Anstatt dieses Mal den Outtake-Katalog erneut auszuquetschen, gibt es auf „Out Among The Stars“ tatsächlich brandneue Songs zu hören. Das am 21. März erscheinende Werk wurde 1981 und 1984 in einer der klassischen Countrymusik verschlossen gegenüber stehenden Ära unter der Ägide von Bill Sherrill aufgenommen. Cashs Sohn und Nachlassverwalter John Carter Cash entdeckte die Songs im Archiv und sorgt nun für eine Veröffentlichung, die als Verbindung den Sun-Rockabilly-Jahren und der „American Recordings“-Spätphase angekündigt wird. „She Used To Love Me A Lot“ darf als erste Hörprobe herhalten.

Weiterlesen

School Of Language – Between The Suburbs

David Brewis ist ein Arbeitstier. Nicht nur, dass der Musiker aus dem britischen Sunderland mit seiner Band Field Music regelmäßig starke Alben veröffentlicht, er produzierte auch die neue Maximo Park-Platte „Too Much Information“, die am 31. Januar erscheint. Nun gibt es Brewis auch solo: „Old Fears“ heißt das Debüt seines Projektes School Of Language, das am 11. April auf den Markt kommt. Schon jetzt gibt es in Form von „Between The Suburbus“ einen ersten Vorgeschmack – vorläufig noch als Gratis-Download, zusätzlich auch als Download-Single erhältlich.

Weiterlesen

The Animen – Hi!

Neue Rock’n’Roll-Helden braucht das Land. Im Falle des Falles werden auch Grenzgänger dankbar aufgenommen. The Animen kommen aus Carouge im Kanton Genf, eine sympathische Stadt im französischen Teil der Schweiz. Davon hört man herzlich wenig, denn musikalisch bewegt sich das Quintett zwischen klassischem Beatles-Sound, den Soul-Einflüssen der frühen Stones (und damit unter anderem Otis Redding) und der modernen, radiofreundlichen Rock-Schule um Mando Diao. Ihre Kräfte bündeln die Eidgenossen nun auf „Hi!“ – eine kleine aber feine Begrüßung.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?