Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Citizens! – Reptile

Als eine Art Antwort auf die „Sound of…“-Newcomerschau der britischen BBC veröffentlichte die Spiegel Online-Redaktion Anfang des Jahres seine „Pop-Prognose“, in der es darum ging, hoffnungsvolle Top-Talente zu finden. Einige davon waren bereits etabliert (Lana Del Rey), auf dem Sprung (Kraftklub) oder auch von den britischen Kollegen hochgehandelt worden (Michael Kiwanuka). Citizens! hingegen ragen auf ihrem siebten Platz heraus. Teile der fünf Londoner haben sich bereits vor ein paar Jahren als Official Secrets Act erfolgreich an einer großen Karriere versucht und sagen nun mit ihrer zweiten Single „Reptile“ – das maue „True Romance“ fällt zu Recht unter den Tisch – belangloser Revival-Mucke und unmenschlichen Pop-Songs den Kampf an mit ihrem reißerischen Schlachtruf „Death to Guetta!“.

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Frittenbude – Wings

Auch wenn sich Frittenbude als Electropunk-Formation verstehen, wäre es fatal, das Trio aus dem Freistaat Bayern in jene Schublade zu zwängen. Dafür experimentieren Strizi Streuner, Martin Monster und Ja!kob viel zu gerne, wagen gar den gelegentlichen Crossover hin zu Pop und Rap. Am 11. Mai erscheint ihr drittes Album „Delfinarium“, dessen erste Vorabsingle „Einfach nicht leicht“, nun ja, einfach nicht überzeugen konnte. Mit „Wings“ haben Frittenbude hingegen einen echten Hit am Start.

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Orbital – Wonky

Gemeinsam mit Leftfield, Underworld und den Chemical Brothers haben Orbital das Bild der britischen Electronica-Landschaft entscheidend mitbestimmt. 2004 löste sich das Duo um die Brüder Phil und Paul Hartnoll auf, nur um fünf Jahre später ein Live-Comeback zu feiern, das von der Compilation „Orbital 20“ begleitet wurde. Über die vergangenen Monate konnte man die Briten im Studio begleiten bei den Aufnahmen ihres neues Albums. „Wonky“ heißt das Comeback-Werk und bedient sich klassischer Orbital-Trademarks, die mit kontemporären Sounds vermischt wurden. Ob die Gebrüder Hartnoll damit den Geist der 90er einfangen können?

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Totally Enormous Extinct Dinosaurs – Tapes & Money

Als musikalische Untermalung einer Handy-Werbung hat es „Garden“ zu einem gewissen Internet-Ruhm gebracht. Hinter dem Song mit über 1,5 Millionen Klicks auf Youtube steckt Orlando Higginbottom, besser bekannt als Totally Enormous Extinct Dinosaurs. Unter diesem Pseudonym arbeitete der Sohn eines Oxford-Professors mit Damon Albarn an dessen „Kinshasa One Two“-Album und fertigte Remixes für Lady Gaga, Katy Perry und Professor Green an. Aus seinem noch unbetitelten, am 8. Juni erscheinenden Debütalbum veröffentlicht Higginbottom mit „Tapes & Money“ nun bereits die dritte Vorab-Single in Deutschland.

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The Audience – Hearts

Nach einer kleinen Schaffenspause melden sich The Audience mit neuer Musik zurück; eine Pause, in der man sich ein wenig Zeit für persönliche Dinge nahm, in der man den Doppelschlag der innerhalb von 18 Monaten erschienenen Alben „Celluloid“ und „Dancers And Architects“ ein wenig verdaute. Frisch ausgeruht stellen die fünf Nürnberger, die seit 2003 in unveränderter Besetzung spielen, nun ihre neue Platte „Hearts“ vor, die diese nach außen hin ruhige, für die Bandmitglieder jedoch bewegte Zeit in zwölf gleichermaßen tanzbare und sehnsüchtige Songs packt.

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Ben Westbeech – Same Thing

Neben zahlreichen Produzenten-Credits und Kollaborationen widmet sich Ben Westbeech hin und wieder seiner eigenen Musik. „There’s More To Life Than This“, sein aktuelles Album, entpuppte sich als Leckerbissen zwischen Soul-Gesang und clubbigen Arrangements. Nach den hymnischen Singles „Falling“ und und „Something For The Weekend“ steht nun das von Chocolate Puma produzierte „Same Thing“ in den Startlöchern, das einen Hauch von Jamiroquai mit einem Gilles Peterson-Set vermischt.

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Goldie feat. Natalie Duncan – Freedom

Auch wenn es in den vergangenen Jahren ein wenig ruhiger um ihn wurde, hat der Name Goldie nach wie vor eine ganz besondere Ausstrahlungskraft in der Drum’n’Bass-Landschaft. Zwar liegen die erfolgreichsten Zeiten von Clifford Joseph Price bereits eineinhalb Dekaden zurück, doch auch als Schauspieler, Reality-TV-Star, Graffiti-Künstler und Label-Besitzer zieht es ihn immer wieder zur Musik. Für den 100. Release seiner eigenen Plattenfirma Metalheadz Ltd hat sich Goldie sogar wieder zurück ins Studio gewagt und mit „Freedom“ eine neue Single im Stil vergangener Großtaten aufgenommen.

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Y’akoto – Babyblues

Vor mittlerweile sieben Monaten stelle sich Jennifer Yaa Akoto Kieck, Tochter eines Ghanaers und einer Deutschen, auf ihrer EP „Tamba“ musikalisch vor und sorgte mit ihrem smoothen, souligen Sound für (noch) verhaltene Begeisterung. Jegliche Zweifel, ob das dazugehörige Debütalbum daran anknüpfen können würde, erweisen sich nunmehr glücklicherweise als unbegründet: „Babyblues“ macht Joy Denalane und Nneka nicht nur Konkurrenz, es überflügelt die beiden Damen sogar mit beeindruckender Leichtigkeit und schielt an die internationale Genre-Spitze. Dabei macht es sich die 23jährige Hamburgerin alles andere als einfach, setzt auf reduzierte Sounds und etappenweise schwer verdauliche Inhalte, unter anderem in Co-Produktion mit Mocky und Max Herre entstanden.

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Der König tanzt – Alles dreht sich

Ende 2010 kündigten Fettes Brot eine kleine Schaffenspause auf unbestimmte Zeit an, um sich anderen Projekten zu widmen. Eines davon ist Der König tanzt, Solo-Spielweise von Boris Lauterbach aka König Boris. Ob er sich dabei vom gleichnamigen belgischen Historienfilm über Jean-Baptiste Lully, Komponist am Hof Ludwigs des XIV., inspirieren ließ, ist jedoch nicht überliefert. Bekannt hingegen ist, dass sein selbstbetitelten Debütalbum ab dem 27. April in den Läden stehen wird, und dass das bis vor kurzem noch gratis verfügbare „Alles dreht sich“ nun auch als reguläre Download-Single erhältlich ist.

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The Mars Volta – Noctourniquet

„This station is … now … operational“ – nach jahrelangen Dementis melden sich At The Drive-In für einige ausgewählte Festival-Auftritte zurück. Ein neues Album soll jedoch nicht folgen. Neues Material gibt es hingegen von The Mars Volta um Cedric Bixler-Zavala, Omar Rodríguez-López und Paul Hinojos (Jim Ward und Tony Hajjar sind erst seit vergangenem Sommer wieder als Sparta aktiv), die seit über einer Dekade psychedelischen Progressive Rock durchs Kraut ziehen. Mit dem mittlerweile sechsten Studioalbum „Noctourniquet“ befindet man sich nun auf dem Scheideweg und schafft es einmal mehr, Fans und Kritiker mit neuen musikalischen Facetten vollends zu verwirren.

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