Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

High On Fire – Fertile Green

Nach ihren feurigen Relapse-Jahren sind High On Fire nun endgültig an der Genre-Spitze angekommen. „Snakes For The Divine“ sorgte vor zwei Jahren für einen regelrechten Urknall in der Sludge-Landschaft. Auf ihren Lorbeeren rastet sich das Trio aus Oakland, Kalifornien aber keineswegs aus, denn nach ausgiebigen Tour-Aktivitäten erscheint am 20. April das von „Psycho“-Autor Robert Bloch inspirierte zweite Century Media-Album „De Vermis Mysteriis“ (dt. „Die Geheimnisse des Wurms“). Dass es auf dem mittlerweile sechsten Longplayer des US-Trio noch kompromissloser vor sich gehen wird, deutet bereits die Vorabsingle „Fertile Green“ an.

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The Supermen Lovers – Fantasma Disco EP

2001 tanzte Europa einen Sommer lang zu „Starlight“, dem ersten und bislang einzigen Hit (#2 in Frankreich und Großbritannien, in Deutschland nicht über Platz 87 hinaus gekommen) von The Supermen Lovers. Hinter dem House-Projekt steckt der Franzose Guillaume Atlan, der unter diesem Pseudonym bis 2005 zwei weitere Alben, einige Singles und EPs veröffentlichte, bevor es fünf Jahre lang still um die One-Man-Show wurde. Zwei Singles später erschien vergangenen November das Album „Between The Ages“, hierzulande jedoch nur via Import erhältlich. Wer dennoch wissen möchte, wie The Supermen Lovers heute klingen, darf sich auf die EP „Fantasma Disco“ mit zwei Album-Tracks und zahlreichen Mixes freuen.

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Nigel Wright – Millfoil

Direkt aus den Blue Ridge Mountains landet Nigel Wright nun auch auf dem europäischen Festland mit seinem erdigen Singer/Songwriter-Sound. Das klingt nun alles andere als speziell – bis man sich vergegenwärtigt, dass der US-Amerikaner gerade mal 18 Jahre alt ist und bei den Homerecordings zu seinem Debütalbum „Millfoil“ gerade einmal 16 war. Mit Butterfly Collectors als patentem Partner erfährt die Platte mit zweijähriger Verzögerung den längst überfälligen Deutschland-Release, wobei sich alleine schon beim Blick auf die zarten Lenze des Musikers eine Frage aufdrängt: Ist das hier der potentielle Boy-Wonder-Nachfolger von Conor Oberst?

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Hello Piedpiper – Birdsongs = Warsounds

Neben seiner Tätigkeit als einer von zwei Frontmännern der Kölner Indie-Pop-Formation Stereo Inn versucht sich Fabio Bacchet im breiten Singer/Songwriter-Feld. Als Hello Piedpiper begleitete er im vergangenen Jahr Justin Sane von Anti-Flag auf dessen Solotour und präsentiert nun sein Solo-Debüt. Wie der Titel „Birdsongs = Warsounds“ bereits besagt, behandelt er auf 14 Songs Freiheit und Idyll auf der einen, sowie Krieg, Protest und Aufbruch auf der anderen Seite im Spannungsfeld zwischen Folk, Country und Indie Pop.

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The British Expeditionary Force – Chapter Two: Konstellation Neu

Nach dem viel zu frühen Ende der Alt.Prog-Visionäre Yourcodenameis:milo haben sich deren Mitglieder in alle Himmelsrichtungen verstreut. Justin Lockey gründete 2007 gemeinsam mit seinem Bruder James und Aid Burrows The British Expeditionary Force, nur um kurze Zeit später das nur via E-Mail entstandene Debüt „Chapter One: A Long Way From Home“ zu veröffentlichen. Für das zweite Kapitel haben sich die drei Nordengländer ein wenig Zeit gelassen, was sich jedoch noch lohnt: „Chapter Two: Konstellation Neu“ ist ein kleines Meisterwerk zwischen feinfühliger Elektronik und Prog- bzw. Post-Rock geworden.

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Miike Snow – Happy To You

Als Produzenten von und Songwriter für Britney Spears, Mark Ronson und Daniel Merriweather waren sie im Hintergrund erfolgreich, als Miike Snow schreiben sie Hits am laufenden Band. Allein ihr weltweit mehr als 200.000 Mal verkauftes Debütalbum „Miike Snow“ hat mit „Silvia“, „Black & Blue“ und „Animal“ eine Fülle an Leckerbissen für Electro-Pop-Fans abgeworfen. Auf ihrer zweiten Platte „Happy To You“ geben sich Christian Karlsson, Pontus Windnerg und Andrew Wyatt nun eine Spur ruhiger und lassen sich 80er-Jahre-Synthis an die entspannt-poppige Oberfläche treiben.

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Gazpacho – March Of Ghosts

In unverändert hoher Frequenz veröffentlichen Gazpacho neue Musik und sind damit längst zu Hoffnungsträgern der neuen Art- bzw. Post Rock-Generation geworden. Dennoch konnten die Norweger trotz starker Platten ihren Geheimtippstatus nicht ablegen. Nach drei Konzeptalben in Folge („Night“, „Tick Tock“ und „Missa Atropos“) widmet man sich auf „March Of Ghosts“ nun einer Serie an Kurzgeschichten über Geister (lebendig wie tot), die in einer langen Nacht an der Erzählerfigur vorbeischreiten und ihm (und damit auch den Hörern) einen Einblick in ihr Leben gewähren.

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Esperanza Spalding – Radio Music Society

Es war der große Aufreger der Grammy-Verleihung 2011: Nicht etwa die favorisierten Drake oder Justin Bieber, sondern die dem Mainstream weitestgehend unbekannte Jazz-Sängerin und -Bassistin Esperanza Spalding wurde als beste Newcomerin ausgezeichnet – nicht ernstzunehmende Morddrohungen von pubertierenden Beliebers inklusive. Entsprechend gespannt durfte man im Vorfeld der Veröffentlichung ihres vierten Soloalbums „Radio Music Society“ sein, mit dem sie versucht, zeitgenössischen Jazz der Radiowelt ein wenig näher zu bringen.

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Olli Schulz – SOS – Save Olli Schulz

Seinen Major-Ausflug hat Olli Schulz hinter sich, der Hund Marie ist bei Tomte gelandet, den Bundesvision Song Contest konnte er nicht nach Hamburg holen. Für sein zweites Soloalbum „SOS – Save Olli Schulz“ ließ er sich von Produzent Moses Schneider in eine kleine Kabine im Berliner Transporterraum-Studio einsperren, nahm Stunden an Musik mit seiner Akustikgitarre und Schlagzeug-Begleitung von Ben Lauber auf. Herausgekommen sind 14 Songs und einige Zwischenspiele, die Schulz als vitalen Songwriter zwischen autobiographischen Erlebnissen, humorvollen Beobachtungen und nachdenklichen Geschichten zeigen.

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Anti-Flag – The General Strike

Arabischer Frühling, #Occupy-Bewegung, politischer Stillstand und nicht enden wollende Unterdrückung von Minderheiten – Anti-Flags Rolle als generationsübergreifendes Sprachrohr scheint wichtiger denn je zu sein. Die Punk Rock-Veteranen aus Pittsburgh, Pennsylvania sind längst bei SideOneDummy an- und damit in den Underground zurückgekommen, wo sie sich am wohlsten fühlen und bestens austoben können. Ihr achtes Studioalbum trägt den Titel „The General Strike“ und legt acht Fäuste in die eitrigen Wunden der Reichen und Korrupten.

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