Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Cro – Raop

Ohne Maske heißt er Carlo, ist Mediendesigner mit Realschulabschluss und soll im Keller seiner Eltern in Stuttgart wohnen. Mit Maske heißt er Cro und macht längst nicht nur die deutsche Rapwelt verrückt. Der Halb-Panda wurde über das Internet zum Star, erreichte mit seiner ersten offiziell veröffentlichten Single „Easy“ Platz 2 der Charts und Goldstatus, hat eine Woche vor Albumrelease gleich drei Nachfolger hinterher geworfen. Ob die Mischung aus Rap und Pop ein ganzes Genre retten kann und soll – Casper sollte ursprünglich auf ähnlicher Mission sein, beide wurden verbal von K.I.Z. abgewatscht – ist eher zweifelhaft. Fakt ist, dass „Raop“ durch die Decke gehen wird. Und das vollkommen zu Recht.

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Testament – True American Hate

Auch wenn sie es nicht in die Riege der Big Four geschafft haben, setzten Testament gerade mit ihren ersten drei Alben „The Legacy“, „The New Order“ und „Practice What You Preach“ kräftige Ausrufezeichen im breiten Bay Area Thrash-Feld. Nach einer neun Jahre andauernden Veröffentlichungspause, in die unter anderem die Krebserkrankungen von Frontmann Chuck Billy fiel, feierten die US-Amerikaner 2008 mit „The Formation Of Damnation“ ein furioses Studio-Comeback. Am 27. Juli soll „Dark Roots Of Earth“, das sich unter anderem mit apokalyptischen Maya-Weisheiten auseinandersetzt, an dessen Erfolg anknüpfen. Nimmt man die erste Single „True American Hate“ als Maßstab, dürfte dies auch problemlos gelingen.

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The Vaccines – No Hope

Als Lieblinge der britischen Hype-Presse sollten The Vaccines im vergangenen Jahr den guten alten Rock’n’Roll retten. Was mit „Wreckin‘ Bar (Ra Ra Ra)“, den 84 besten Sekunden Gitarrenmusik der letzten Jahre, viel versprechend begann, entpuppte sich auf „What Did You Expect From The Vaccines?“ zwar nicht als Allheilmittel, wohl aber als kurzweiliges, unterhaltsames Debüt, das hierzulande jedoch mit einem Einstieg auf der #82 gnadenlos floppte. In der Heimat ist man beliebt, als Club-Band ebenso, dazu steht mit „The Vaccines Come Of Age“ für September bereits ein zweites Album in den Startlöchern. Hitverdächtige Weiterentwicklung verspricht die Vorabsingle „No Hope“.

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I’m All Ears – Be My Love

Bislang verdiente sich Kristian Vad als Produzent von Oh No Ono, Maria Thilm und TV2 erste Meriten, doch nun tritt er mit seinen eigenen Songs ins Rampenlicht. Gemeinsam mit Jonas Boas Thaysen und Nis Neubert Klougart gründete der Däne vor wenigen Monaten I’m All Ears und sackte gleich einen Major-Vertrag in seiner Heimat ein. Wer auf entspannten, sommerlichen Radio-Pop/Rock steht, wird auch an der ersten Single „Be My Love“ seine Freude haben, die als 1-Track-Download ohne Promo und ohne begleitendes Video erscheint.

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Muse – Survival

Die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine ist noch nicht einmal vorbei, da rückt der Fokus schon auf die Olympischen Spiele in London, die vom 27. Juli bis zum 12. August stattfinden. Ein musikalisches Ausrufezeichen wurde genau ein Monat zuvor durch Muse gesetzt, die erst kürzlich für den 14. September ihr neues Album „The 2nd Law“ angekündigt haben, für das sie unter anderem Justice, Does It Offend You, Yeah? und Dubstep als wichtige Einflüsse nennen. Die erste Single hat damit hingegen rein gar nichts zu tun. „Survival“, gleichzeitig Titelsong der Olympischen Spiele in London, macht aus der pompösen Stadion-Rock-Band, nun ja, eine noch pompösere Stadion-Rock-Band.

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Paloma Faith – Fall To Grace

Als etwas andere Vertreterin der unverschämt eingängigen, bewegenden Soul- und Jazz-Pop-Armada ist die schräge Paloma Faith – gerade in Mode-Dingen ein echtes Unikat – in ihrer britischen Heimat bereits ein Star. Ihr Debütalbum „Do You Want The Truth Or Something Beautiful?“ stieg in die Top 10 ein und hat mittlerweile Platinstatus erreicht. Mit den Singles „New York“ und „Stone Cold Sober“ hat sie es auch in die deutschen Charts geschafft. Auf dem direkten Nachfolger „Fall To Grace“, in UK auf der #2 gelandet, setzt sie ihren eingängig-kauzigen Weg unbeirrt fort.

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Lianne La Havas – Is Your Love Big Enough?

Seit ihrem Auftritt in der legendären britischen Live-Musik-Show „Later… With Jools Holland“ im Oktober 2011 liegt die Insel der 22jährigen Londonerin Lianne La Havas zu Füßen. Vier Stunden nachdem sie ihre zwei Songs performt hatte, war ihre monatliche Show im Londoner Club ‚The Social‘ ausverkauft, auch für ihre Januar-Tour waren binnen kürzester Zeit keine Tickets mehr zu haben. Die BBC setzte sie auf ihre „Sound of 2012“-Longlist, MTV und Zeit Online halten sie für eine der größten musikalischen Hoffnungsträgerinnen des Jahres. Ob La Havas, halb Jamaikanerin, halb Griechin, die hohen Erwartungen erfüllen kann, wird sich am 13. Juli zeigen, wenn ihr Debütalbum „Is Your Love Big Enough?“ auch in Deutschland erscheint. Die gleichnamige Single gibt es bereits jetzt digital zu kaufen.

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Nabiha – Never Played The Bass

Während der Sommer langsam aber sicher auf Touren kommt, mehren sich die potentiellen Hits für die heiße Jahreszeit. Im erweiterten Favoritenkreis sollte auch Nabiha den ihr zustehenden Platz finden. Die 23jährige Dänin mit nordwestafrikanischen Wurzeln (Gambia, Mali, Marokko) schaffte es mit ihren ersten vier Singles in die Top 10 der nationalen Charts, platzierte das dazugehörige Album „Cracks“ auf Platz 2 und konnte als Stimme von Hampenberg & Alexander Browns „Raise The Roof“ sogar ihre erste Pole Position verbuchen. Hierzulande mahlen die Mühlen deutlich langsamer. Ein Longplayer ist noch nicht in Sicht, die Single „Never Played The Bass“ erscheint digital.

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Cro – Du

Nach Casper rettet nun Cro deutschen HipHop, obwohl dieser weder gerettet werden will noch muss. Neben dem identischen Anfangsbuchstaben ist beiden Rappern wohl der ruhige Crossover-Habitus gen andere Genres gemein, wobei der Mann mit der Panda-Maske ein erklärtes Faible für Pop-Musik hat. Nicht umsonst trägt sein in einer Woche erscheinendes Album den Titel „Raop“, ein Hybrid aus Rap und Pop. Beeindruckend ist im Übrigen der Erfolg von „Easy“, das vor dem Release 16 Wochen lang als Gratis-Download erhältlich war und es doch auf Platz 2 in den Single-Charts geschafft hat, mehrwöchiger Top 10-Aufenthalt inklusive. Ob der zweite Appetizer „Du“ mithalten kann, ist fraglich.

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Kasabian – Live At The O2

Drei Mal Pole Position in den britischen Albumcharts in Folge, die vier bisherigen Longplayer konnten in der Heimat zusammen sieben Platin-Auszeichnungen einheimsen – Kasabian zählen momentan zu den heißesten Rockacts von der Insel. Zuletzt kratzen sie mit „Velociraptor!“ sogar an den deutschen Top 20, sind überdies auf diversen Festivals präsent. Ende 2011 ging das Quartett um Kreativduo Tom Meighan und Sergio Pizzorno auf eine ausverkaufte Arena-Tour durch Großbritannien und Irland – zu sehen und zu hören auf „Live At The O2“, erhältlich als DVD und BluRay, jeweils wahlweise mit CD.

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