Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Sigur Rós – Ekki múkk

Eine ‚langsame Lawine‘ rollt im Zeitlupentempo auf das europäische Festland zu: Mit „Valtari“ erscheint am 25. Mai das erste Sigur Rós-Album seit vier Jahren. In der verlängerten Pause veröffentlichten die Isländer ein Live-Dokument, während Sänger Jónsi neben einer gemeinsamen Ambient-Platte mit seinem Lebensgefährten Alex Somers seine erste Soloplatte auf den Markt brachte. „Valtari“ (dt. „Dampfwalze“) soll nun deutlich ruhiger, zuweilen sogar elektronischer ausfallen. Die Vorabsingle „Ekki múkk“, im Rahmen des Record Store Day auch als streng limitierte 10″ mit der exklusiven B-Seite „Kuistur“ erhältlich, erscheint nun auch digital.

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Caroline Henderson – Jazz, Love & Henderson

In Schweden geboren, jahrelang in den USA gelebt und schließlich nach Dänemark gezogen – nicht nur geographisch hat Caroline Henderson eine bewegte Karriere hinter sich. Die Tochter eines US-amerikanischen Jazz-Schlagzeugers sang in ihrer Jugend in zahlreichen Jazzbands, verkaufte zwischen 1988 und 1992 mit der Pop/Rock-Band Ray Dee Ohh in Dänemark über eine halbe Million Alben, bevor sie sich solo zunächst an Popsongs, später an Disco-Coverversionen versuchte. Erst 2003 kehrte die heute 50jährige Henderson zu ihrer alten Liebe Jazz zurück und veröffentlicht aktuell ihr bereits zehntes Soloalbum „Jazz, Love & Henderson“, auf dem der Name Programm ist.

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Parov Stelar – The Princess

Mit ca. 15 Millionen Plays ist Parov Stelar mittlerweile der populärste österreichische Act auf der Scrobble- und Recommendation-Plattform last.fm – eine vermeintliche Kleinigkeit, die jedoch die Karriere des 37jährigen Linzer DJs und Produzenten Marcus Füreder auf den Punkt bringt. In der Heimat tut er sich ein wenig schwer, international hingegen ist sein Electroswing unheimlich populär. Das 2009 veröffentlichte Doppelalbum „Coco“ wurde mit ausgiebigen Tour-Aktivitäten promotet, „Booty Swing“ war zuletzt sogar Teil einer populären US-Werbekampagne und hält bereits seit Wochen wacker in den amerikanischen Electro-Download-Charts. Mit „The Princess“ erscheint nun ein neues Doppelalbum mit einer jazzig-loungigen und einer clubtauglichen Scheibe.

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Rebecca Ferguson – Heaven

Mit Casting-Shows ist es so eine Sache. Wenn man nicht gerade darauf aus ist, ein gänzlich austauschbares Produkt zu finden, ist es für talentierte Teilnehmer schwer, sich langfristig zu etablieren, wie man aktuell beispielsweise an Leona Lewis sieht. Rebecca Ferguson war in der siebten UK-Staffel von „The X Factor“ die mit Abstand beste Sängerin, belegte schlussendlich Platz 2 hinter Matt Cardle (wer?) und nahm sich für ihr Debütalbum ein Jahr Zeit. Anstatt fix und fertige Songs einzusingen, schrieb sie die zehn Tracks auf „Heaven“ selbst, gemeinsam mit Eg White, Fraser T. Smith und Claude Kelly. In der Heimat schaffte es Ferguson mit ihrem Erstlingswerk auf die #3, nun soll es auch in Deutschland klappen.

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Holmes – Burning Bridges

Ob Holmes den traditionell US-amerikanischen Americana-Sound nach Skandinavien getragen haben, wie es der Rolling Stone vermutet, lässt sich freilich anzweifeln. Fest steht jedoch, dass die sechs Schweden mit ihrer grandios fragilen Mischung aus Folk und melancholischem Indie Pop den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf getroffen haben. „Burning Bridges“, ihr viertes Album seit 2007, steht dem viel umjubelten „Have I Told You Lately That I Loathe You“ in nichts nach und deutet dabei gleichzeitig an, dass mehr Instrumente nicht unbedingt gleichbedeutend mit einem volleren, gar überladenen Klangbild sind.

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Santigold – Disparate Youth

Aus dem „o“ ist mittlerweile ein „i“ geworden, doch davon abgesehen ist Santi White aka Santigold ganz die Alte. Mit ihrem eponymen Debütalbum sorgte sie 2008 für einen Sturm im Indie-Wasserglas, die Singles „L.E.S. Artistes“ und „Say Aha“ rotieren auch heute noch auf alternativen Radiostationen. Die Zeit zwischen ihren Solo-Veröffentlichungen verbrachte die 35jährige US-Amerikanerin unter anderem mit Kollaborationen verschiedenster Natur (Jay-Z, Basement Jaxx, Beastie Boys) und arbeitete immer wieder an „Master Of My Make-Believe“, das am 4. Mai in die Läden kommt. Als mittlerweile dritte Vorab-Single erweist sich „Disparate Youth“ als potentieller Crossover-Hit, vergleichbar mit den bereits erwähnten ‚Klassikern‘.

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Citizens! – Reptile

Als eine Art Antwort auf die „Sound of…“-Newcomerschau der britischen BBC veröffentlichte die Spiegel Online-Redaktion Anfang des Jahres seine „Pop-Prognose“, in der es darum ging, hoffnungsvolle Top-Talente zu finden. Einige davon waren bereits etabliert (Lana Del Rey), auf dem Sprung (Kraftklub) oder auch von den britischen Kollegen hochgehandelt worden (Michael Kiwanuka). Citizens! hingegen ragen auf ihrem siebten Platz heraus. Teile der fünf Londoner haben sich bereits vor ein paar Jahren als Official Secrets Act erfolgreich an einer großen Karriere versucht und sagen nun mit ihrer zweiten Single „Reptile“ – das maue „True Romance“ fällt zu Recht unter den Tisch – belangloser Revival-Mucke und unmenschlichen Pop-Songs den Kampf an mit ihrem reißerischen Schlachtruf „Death to Guetta!“.

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Frittenbude – Wings

Auch wenn sich Frittenbude als Electropunk-Formation verstehen, wäre es fatal, das Trio aus dem Freistaat Bayern in jene Schublade zu zwängen. Dafür experimentieren Strizi Streuner, Martin Monster und Ja!kob viel zu gerne, wagen gar den gelegentlichen Crossover hin zu Pop und Rap. Am 11. Mai erscheint ihr drittes Album „Delfinarium“, dessen erste Vorabsingle „Einfach nicht leicht“, nun ja, einfach nicht überzeugen konnte. Mit „Wings“ haben Frittenbude hingegen einen echten Hit am Start.

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Orbital – Wonky

Gemeinsam mit Leftfield, Underworld und den Chemical Brothers haben Orbital das Bild der britischen Electronica-Landschaft entscheidend mitbestimmt. 2004 löste sich das Duo um die Brüder Phil und Paul Hartnoll auf, nur um fünf Jahre später ein Live-Comeback zu feiern, das von der Compilation „Orbital 20“ begleitet wurde. Über die vergangenen Monate konnte man die Briten im Studio begleiten bei den Aufnahmen ihres neues Albums. „Wonky“ heißt das Comeback-Werk und bedient sich klassischer Orbital-Trademarks, die mit kontemporären Sounds vermischt wurden. Ob die Gebrüder Hartnoll damit den Geist der 90er einfangen können?

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Totally Enormous Extinct Dinosaurs – Tapes & Money

Als musikalische Untermalung einer Handy-Werbung hat es „Garden“ zu einem gewissen Internet-Ruhm gebracht. Hinter dem Song mit über 1,5 Millionen Klicks auf Youtube steckt Orlando Higginbottom, besser bekannt als Totally Enormous Extinct Dinosaurs. Unter diesem Pseudonym arbeitete der Sohn eines Oxford-Professors mit Damon Albarn an dessen „Kinshasa One Two“-Album und fertigte Remixes für Lady Gaga, Katy Perry und Professor Green an. Aus seinem noch unbetitelten, am 8. Juni erscheinenden Debütalbum veröffentlicht Higginbottom mit „Tapes & Money“ nun bereits die dritte Vorab-Single in Deutschland.

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