Kategorie: Reviews & Previews

Circle Of Mud

Circle Of Mud – Circle Of Mud

Nichts weniger als Blues für eine neue Generation wollen Circle Of Mud spielen, so zumindest heißt es vorab. Das Quartett aus Frankreich bemüht sich um eine frische Interpretation unter modernen Gesichtspunkten, die allerdings doch nahe an den Originalen bleibt – ein schwieriger Spagat zwischen Traditionalismus und Roots auf der einen sowie zeitgemäßer Rock-Generalüberholung auf der anderen Seite. Und so rockt das erste Album, schlicht und ergreifend „Circle Of Mud“ betitelt, mit voller Kraft dem vermeintlichen Abgrund entgegen, der letztlich bestimmt keiner ist.

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Slow Crush

Slow Crush – Hush

Hektische Zeiten sind offenbar der ideale Nährboden für oberflächlich entspannte Klänge. Tatsächlich brodelt es bei Slow Crush nahezu durchgehend. Von Ende 2018 bis Januar 2020 tourten die Belgier fast durchgehend und schrieben nebenbei neues Material, dann sorgten die unfreiwilligen Absagen tatsächlich für ein wenig Ordnung im Chaos. Das Privatleben war vernachlässigt worden, zwei Bandmitglieder waren von Bord gegangen und die bisherige Plattenfirma löste sich in Rauch auf. Gewissermaßen funktioniert der Zweitling „Hush“ nun wie ein Mini-Neustart und zeigt gewohnte Stärken mit frischen Perspektiven.

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Frank Carter & The Rattlesnakes

Frank Carter & The Rattlesnakes – Sticky

Frank Carter und Dean Richardson sehnen sich danach, unbeschwert durch die Straßen streifen zu können. Das ist aktuell aus verständlichen Gründen nicht so einfach, und so schrieb das Duo ein Freiheitsalbum – es sollte tunlichst keine weitere Lockdown-Platte werden. Aus dieser Hoffnung auf bessere, gesündere Tage entsprang „Sticky“, das sich mit den Aufs und Abs, der Schönheit und dem Frust des städtischen Lebens auseinandersetzt. Und ganz nebenbei, wie schon zuletzt, sezieren Frank Carter & The Rattlesnakes Ungerechtigkeit, Rechtspopulismus sowie toxische Männlichkeit und das Patriarchat mit gewohnt präziser Klinge.

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Ian Miles

Ian Miles – Degradation, Death, Decay

Es dauerte ein wenig, bis sich Ian Miles durchringen konnte, sein Solomaterial zu veröffentlichen. Dabei schreibt der Creeper-Songwriter bereits seit seinem 15. Lebensjahr eigene Songs, die er immer wieder einmal aus dem Ärmel schüttelt. Nun setzt es für Miles also gleich ein komplettes Album, das bereits 2018 aufgenommen wurde, doch letztlich fand er genug Selbstbewusstsein, um das alleine im eiskalten Gästezimmer eingespielte Material – gesungen wurde beispielsweise nur, wenn seine Frau außer Haus war – zu veröffentlichen. „Degradation, Death, Decay“ verpackt kunstvolle Horror-Texte in ruhige, bewegende Arrangements.

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The Hawkins

The Hawkins – Aftermath

The Hawkins sind aktuell so etwas wie Output-Monster und nützen die Tour-Auszeit perfekt. Vergangenen Herbst erschien das grandiose Album „Silence Is A Bomb“, wenig später von einer eigenen Live-Platte kongenial begleitet. Nun haben die schwedischen Garagen-Rocker erneut Nachschub am Start in Form eines Mini-Albums. „Aftermath“ setzt sich mit den fünf Phasen der Trauer anhand einer zerbrochenen Beziehung auseinander. Entsprechend klingt das neue Material etwas anders.

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Kælan Mikla

Kælan Mikla – Undir Köldum Norðurljósum

Hinter Kælan Mikla liegt ein hochspannender Weg. Ursprünglich 2013 im Rahmen eines Poesie-Wettbewerbs in Reykjavik gegründet, erforscht das Trio eine Welt isländischer Kultur und Geschichte mit veränderbaren Vorzeichen. Aus der einstigen DIY-Punk-Band wurde auf den bisherigen drei Album eine eigentümliche Entität zwischen Post Punk, Synthie-Pop, Folklore und pulsierenden Beats. Man tourte mit Alcest und Drab Majesty, zählt zudem zu den Favoriten von The Cure-Legende Robert Smith. Artoffact packt nun die Gelegenheit beim Schopf und verleiht der neuen Platte „Undir Köldum Norðurljósum“ eine gebührende Plattform.

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OGMH

OGMH – Die Or Die

Die Schweizer Reise in Richtung idealer Sound hat sich ein wenig verfinstert. Einst begannen OGMH – der Name ist auf das Ocean Grove Memorial Home in New Jersey zurückzuführen – im Garage-Rock-Sektor, mittlerweile dominieren New Wave, Gothic Rock, Post Punk und Melancholie das Geschehen. Panik und Hilflosigkeit kleiden die Welt in Gewandungen purer Enttäuschung, weil … warum auch nicht? Eine gewisse Aussichtslosigkeit steckt auch im Titel ihrer neuen EP. „Die Or Die“ lässt keine Alternative und gestaltet den Weg gen Untergang gar bezaubernd.

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Isolation Berlin

Isolation Berlin – Geheimnis

Vertraute narrative Fäden wollen neu miteinander verflochten werden, zumindest scheinen Isolation Berlin genau das in den dreieinhalb Jahren seit „Vergifte dich“ beschlossen zu haben. Ein neuer Minimalismus hält Einzug und bemüht Reduktion auf ein absolutes Minimum, möglichst weit weg von gängigen Rockriffs und zugleich geheimnisvoll. So passt es gewissermaßen, die neue Platte „Geheimnis“ zu nennen … und auch nicht, denn Tobias Bamborschkes Texte bleiben deutlich und konkret, erhalten einzig mehr Luft zum Atmen, zum Wachsen und Gedeihen. Also alles anders und doch irgendwie gleich.

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Noah Gundersen

Noah Gundersen – A Pillar Of Salt

2009 zog Noah Gundersen, gerade einmal 20 Jahre alt, aus der Kleinstadt nach Seattle. In der damaligen Künstlerstadt, wo immer noch ein Hauch von Grunge durch die Luft wehte, hatte er das Gefühl, alles erreichen zu können. Nach und nach verschwand die Kultur der Stadt, wurde von großen Tech-Konzernen verdrängt. Als Corona schließlich alles Bars schließen ließ, verabschiedete sich auch der Singer/Songwriter aus seiner einstigen kreativen Heimat. Und doch vermisst er Seattle bzw. die Erinnerung an die einstige Größe. „A Pillar Of Salt“ blickt mit einer gewissen Wehmut zurück.

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JOHN

JOHN – Nocturnal Manoeuvres

Ein kryptischer, unsuchbarer Bandname legt den Fokus auf Musik und Kreativität: Das Duo JOHN heißt nicht nur aufgrund der Vornamen der beiden Musiker (John Newton und Johnny Healey) so, sondern versucht damit das eigentliche Spiel, das Momentum des gemeinsamen Erschaffens neuer Ideen in den Mittelpunkt zu rücken. Falls das nicht reicht, nennen sie sich auch JOHN (TIMESTWO), um es den Suchmaschinen einfacher zu machen. Wie dem auch sei, „Noctural Manoeuvres“ ist bereits das dritte Album der Londoner, das sich abermals durch brachiale Lautstärke, komplexe Strukturen und anspruchsvolle Lyrics auszeichnet.

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