Kategorie: Reviews & Previews

Carrousel – Filigrane

Carrousel? Da war doch was… Wer den Namen schon mal gehört hat und das französisch-schweizerische Duo dabei nicht versehentlich mit der US-Elektropop-Band Carousel verwechselt hat, der hat vermutlich im Jahr 2013 den Schweizer Eurovision Song Contest-Vorentscheid am Rande mitbekommen. Damals schrammten die beiden Gesangstalente Sophie Burande und Léonard Gogniat mit ihrem zweitplatzierten Song „J’Avais Rendez-Vous“ nur knapp an der ESC-Teilnahme vorbei. Auch sonst waren Carrousel in der letzten Zeit alles andere als untätig und bringen nun, im zehnten Jahr ihres Bestehens, mit „Filigrane“ bereits ihr viertes Studioalbum in die Läden.

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Protomartyr – Relatives In Descent

Was ist Wahrheit? Und warum muss 2017 überhaupt darüber nachgedacht werden? Das fragten sich wohl auch Protomartyr, als sie mit den Arbeiten an ihrem vierten Studioalbum – ihr Debüt für Domino Records – begannen. Die vergleichsweise jungen Post-Punk-Heroen aus Detroit, Michigan erklärten „Relatives In Descent“ zu einer Sinn- und Erkenntnissuche. Wenn auch nicht explizit ein Konzeptalbum, so erkunden die US-Amerikaner Variationen von Wahrheit und Wahrheitsverständnis in zwölf aufwühlenden Kapiteln.

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Beliefs – Habitat

Dekonstruktion als Kunstform – daran darf man ruhig glauben, wenn man Beliefs heißt. Das dümmlich-hinkende Wortspiel ausgeklammert, sind die Kanadier gerade drauf und ran, sich und ihren Shoegaze-Sound neu zu erfinden. Auf ihrem mittlerweile dritten Studioalbum „Habitat“ brechen Jesse Crowe und Josh Korody etablierte Strukturen auf und entdecken Noise-Pop der 80s mit all seinen Dissonanzen und Präfixen für sich.

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Cold Specks – Fool’s Paradise

Alles anders und doch so vertraut: Auf ihrem dritten Album bricht Cold Specks gen neue Ufer auf und begibt sich auf die Suche nach ihrer Identität als kanadisch-somalische Frau. Die bleierne Schwere von „I Predict A Graceful Explusion“ und die experimentelle Power von „Neuroplasticity“ weichen warmen RnB-Klängen und einem Hauch von Melancholie. „Fool’s Paradise“ zeugt von einer Künstlerin, die sich, ihren Sound und ihre Identität gefunden hat.

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Jordan Rakei – Wallflower

Stets mit seiner Introvertiertheit und geplagten Seele ringend, scheint Musik für Jordan Rakei zum Vehikel zu werden, zur Ausdrucksform, zur Selbstverwirklichung trotz aller Hindernisse. Der geborene Neuseeländer steht nach einer starken EP und einem ebenso guten Album in Eigenregie nun bei Ninja Tune unter Vertrag, wo sein herrlich eigentümlicher Mix aus Jazz, Soul und Electro nun die verdiente Bühne erhält. „Wallflower“ geht betont locker mit hohen Erwartungen um.

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The Loranes – 2nd

Schönes Ding, dieses „Trust“, und quasi aus dem Nichts: The Loranes debütierten vor zwei Jahren mit einem herrlich rockigen Nackenschlag zwischen Blues, Garage und einem Hauch Psychedelia. Stillstand ist dem Trio jedoch fremd. Ein hartes Jahr voller Rückschläge und Veränderungen haben sie hinter sich, man driftete auseinander in verschiedenste Himmelsrichtungen und konsolidierte sich schließlich in den südlichen Alpen für ein neues Machwerk. Das nennt sich schlicht und ergreifend „2nd“, und präsentiert sich noch eine Spur ruppiger.

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Gary Numan – Savage (Songs From A Broken World)

Wer sich mit den Anfängen der New Wave-Musik der 80er Jahre beschäftigen möchte, kommt an dem Namen Gary Numan kaum vorbei. Kein Wunder, hat der 59-jährige Brite mit „Are Friends Electric“ und „Cars“ doch gleich zwei der ersten großen Hits dieser Szene geschaffen. Schon damals ging Gary Numan einen Sonderweg, denn anders als zeitgenössische Prä-New Wave-Interpreten wie The Stranglers, Public Image Ltd oder Ultravox waren er und seine damalige Band Tubeway Army in keiner Weise vom Punk beeinflusst, sondern in erster Linie von Elektronik-Vorreitern wie Kraftwerk. Und dieser Sonderweg setzt sich auch im Jahr 2017 fort, denn anstatt auf den grassierenden 80er-Revival-Trend aufzuspringen, überrascht er die Hörer mit „Savage (Songs From A Broken World)“, einem ziemlich sperrigen, aber nichtsdestotrotz hochklassigem Elektronik-Album.

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Arcane Roots – Melancholia Hymns

Gäbe es Arcane Roots nicht bereits, man müsste sie erfinden. Das britische Trio tummelt sich im Spannungsfeld zwischen Alternative Rock, Post Rock, Electro-Prog-Pop und Post-Hardcore. Klingt kurios, ist es auch. Für ihr zweites Album haben sie sich ganz schön Zeit gelassen und bringen den ureigenen Sound mit dem Titel doch perfekt auf den Punkt: „Melancholia Hymns“, teils hymnische Eingängigkeit, teils Schwermut zwischen blubbernder Elektronik und manischen Riffsalven.

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The Flying Eyes – Burning Of The Season

Die „Leave It All Behind Sessions“ waren ja eine nette Sache, aber so ein richtiges reguläres Studioalbum, das kommt gleich noch viel besser. The Flying Eyes ließen sich ausnahmsweise ein wenig Zeit, waren aber keineswegs untätig. Unzählige Touren in Nord- und Südamerika sowie der eine oder andere Abstecher nach Europa standen auf dem Programm. Den nunmehrigen eigentlichen Nachfolger zu „Lowlands“ nahm das Quartett in Brasilien auf. Was auch immer in der Luft lag, „Burning Of The Season“ profitiert ungemein davon.

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Sløtface – Try Not To Freak Out

Hardcore- und Punk-Vergangenheit, wenige Jahre später Support-Act für die legendären a-ha und das mit immer noch Anfang 20: Trotz ihrer jungen Jahre haben die vier Norweger von Sløtface schon einiges erlebt. Aus Straight-Edge-Sounds sind längst griffige Pop-Hooks und dicke (Indie-)Rock-Riffs geworden, die Verwandten im Geiste heißen heute Paramore und Los Campesinos. Auf ihrem Debütalbum „Try Not To Freak Out“ tänzeln die Nordlichter zwischen Jugendkultur und Frauenrollen.

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