Kategorie: Reviews & Previews

Gentleman – New Day Dawn

Wenn das Stichwort „deutscher Reggae“ fällt, assoziiert der geneigte Musikfreund damit neben der Berliner Combo Seeed vor allem einen: den Osnabrücker Sänger Gentleman. Seine Karriere begann mit einer Zusammenarbeit mit der HipHop-Band Freundeskreis und dem Song „Tabula Rasa“, der ihn quasi über Nacht berühmt machte. Sein zweites Studioalbum „Journey To Jah“ konnte 2002 mit Platz 14 einen ersten Achtungserfolg erzielen, der deutschlandweite Durchbruch gelang ihm jedoch zwei später mit seinem Nr. 1-Album „Confidence“ und der ebenfalls erfolgreichen Single „Superior“. Auch die beiden Nachfolger belegten mindestens Platz 2 in den Albumcharts. Nach einer knapp dreijährigen Auszeit kehrt er nun ohne seine Far East Band, dafür jedoch mit dem brandneuen 12 Tracks starken Longplayer „New Day Dawn“ zurück, das seinen bisherigen Werken qualitativ in nichts nachsteht.

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Guards – In Guards We Trust

Was derart lässig klingt, dass New York verblasst und die Westküste wie vor einem liegt, sind Guards. Das Trio aus NYC gibt sein Indie Debüt, reichlich nostalgisch, jedoch ohne wild auf Retrowellen zu reiten. Vielmehr zeigen Leader Richie Follin an Gitarre und Mikro, Drummer Loren Humphrey und Keyboard/Sängerin Kaylie Church auf „In Guards We Trust“, dass sich spiralenförmig eindrehende Gitarrenlinien und ein psychedelisch angehauchter Chor vortrefflich eignen, um der Welt ihre Farben zurückzugeben. Alles nur die Tricks einer Momentaufnahme oder nachhaltiges Feingefühl?

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The Jury And The Saints – Freedom Fighter

Warum der Blick über den Tellerrand für The Jury And The Saints zwar im Vorbeigehen gelingt, doch man in Europa noch nicht viel von ihnen gesehen geschweige denn gehört hat, erklärt sich durch ihre Heimat. Neuseeland ist Filmland. Nur einzelne Bands wie The Naked and Famous oder Kerretta wagten in vergangenen Jahren den Sprung. Dass der Horizont des Punk/Alternative-Rock in Kürze erweitert werden darf, verspricht ein frisch unterzeichneter Plattenvertrag – und das Debüt des Trios im Matrosen-Look: „Freedom Fighter“.

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Anthony Gonzalez (M83) / Joseph Trapanese – Oblivion

Dass Tom Cruise gerne die Welt rettet oder zumindest in Hollywood so tut, ist nichts Neues. Dass sich M83 erstmals für einen Film-Soundtrack verantwortlich zeichnen, hingegen schon. Anthony Gonzales’ elektronisch-epischer Dreampop hat zumindest allen Vorzeichen nach das Potential, um einem Science-Fiction Streifen seine akustische Dramatik zu verleihen. In Zusammenarbeit mit dem Klassik-Komponisten Joseph Trapanese nahm man sich „Oblivion“ an – mit überraschendem Ausgang.

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ZAZ

ZAZ – On ira

Es sind nicht weniger als 105 Wochen, die Isabelle Geffroys französischsprachiges Debüt-Album seit Ende 2010 in den Charts verbrachte – in den deutschen Charts wohlgemerkt. Mit Pauken, Trompeten und ein paar Tröten hat sich auch dessen Lead-Single „Je veux“ für fast ein ganzes Jahr in die hiesigen Single-Charts festgesetzt. Zweieinhalb Jahre später präsentiert die in Tours geborene, bereits als neue Edit Piaf gehandelte und besser unter ihrem Künstlernamen ZAZ bekannte Sängerin der Musikwelt mit „On ira“ die erste Single aus dem im Mai erscheinenden Zweitlingswerk „Recto Verso“.

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Chvrches – Recover

Mit ihren vorab veröffentlichten Singles „Lies“ und „The Mother We Share“ konnte das 2011 gegründete Trio Chvrches – laut Eigenaussage mit „v“ geschrieben, um in Ergebnissen der Suchmaschinen nicht mit Jesus in einem Topf zu landen – im letzten Jahr nicht nur Kritikerlob einheimsen, sondern sie bekamen auch mit dem fünften Platz in der diesjährigen Liste der erfolgversprechendsten Newcomer, dem BBC Sound of 2013, einen der begehrten Plätze in dieser Shortlist. Um die Wartezeit auf das noch im Arbeitsprozess befindliche Debütalbum der Glasgower zu verkürzen, das noch dieses Jahr herauskommen soll, werden Fans und Interessenten mit der „Recover EP“ abgespeist, die drei neue Titel, sowie zwei Remixe des Titeltracks beinhaltet.

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Bruno Mars – When I Was Your Man

Wenn es um musikalische Vielseitigkeit geht, ist man vor allem bei Singer/Songwriter Bruno Mars an der richtigen Stelle. Der gebürtige Hawaiianer, der den Soul quasi mit der Muttermilch aufgesogen hat, bietet seinen Hörern von beschwingtem Retro-Funk („Locked Out Of Heaven“) über entspannten Reggae („The Lazy Song“) bis hin zur Powerballade („Grenade“, „Just The Way You Are“) verdammt viel Abwechslung. Nach der erstgenannten Single aus seinem Album „Unorthodox Jukebox“ ist es nun wieder Zeit für leisere Töne. Die Veröffentlichung des gefühlvollen wie minimalistischen Songs „When I Was Your Man“ erscheint da nur folgerichtig.

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Volbeat – Outlaw Gentlemen & Shady Ladies

Jahre harter Arbeit haben Volbeat an die Spitze der (nicht mehr ganz so) jungen Garde des Rock und Metal gebracht. Ihr letztes Album „Beyond Hell/Above Heaven“ bedeutete den Durchbruch für die Dänen, schaffte es in Deutschland in die Top 3 und erreichte Platin, die dazugehörige Live-Platte konnte sich ebenfalls in den Top 10 platzieren. Nach der Trennung von Lead-Gitarrist Thomas Bredahl – live wurde man von Mercyful Fate-Veteran und Band-Intimus Hank Shermann unterstützt – ging man als Trio ins Studio unter der Aufsicht von Jacob Hansen und Ex-Anthrax-Saitenhexer Rob Caggiano. Letzteren konnte Frontmann Michael Poulsen schließlich dazu überzeugen, fix bei Volbeat einzusteigen. Nicht nur deswegen sind die Erwartungen an „Outlaw Gentlemen & Shady Ladies“ besonders hoch.

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OMD – English Electric

Unter den Comeback-Versuchen der letzten Jahre stach die Veröffentlichung des letzten OMD-Albums „History Of Modern“ definitiv heraus. Auch wenn sich die Scheibe nichts zum Charts-Dauerbrenner entwickeln konnte, so war der fünfte Platz in den deutschen Charts – immerhin die beste Notierung, die OMD in Deutschland je erreichen konnten – doch ein deutliches Zeichen dafür, dass die Briten mit ihrem klassischen Synthiepop auch heuer noch zu begeistern wissen. 2010 leiteten sie in Originalbesetzung gar eine regelrechte Comeback-Welle der New Wave-Größen ein, Kim Wilde, Alphaville, Human League und Ultravox folgten. Glücklicherweise belässt es das Quintett nicht bei diesem Erfolg, denn mit „English Electric“ wandert endlich neues Futter für 80er-Fans in die Läden.

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Junip – Your Life Your Call

Nach der Veröffentlichung der ersten EP „Black Refuge“ 2005 wurde Junip erst einmal auf Eis gelegt. Grund war der großen Solo-Erfolg ihrers Sängers José González („Heartbeats“, „Teardrop“, das Debütalbum „Veneer“), der im Alleingang international mittlerweile Platten im Millionenbereich verkauft hat. Erst vor drei Jahren erschien das eigentliche Debütalbum des schwedischen Trios, „Fields“, der schlicht „Junip“ betitelte Nachfolger soll ab dem 19. April in den Läden stehen. Nach dem psychedelisch-krautigen Rocker „Line Of Fire“, der kürzlich in der US-Erfolgs-Serie „Elementary“ eingesetzt wurde, bewegen sich die Schweden mit der zweiten Vorab-Auskopplung „Your Life Your Call“ in weitestgehend unergründeten Gefilden.

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