Donots

Donots – Schwert aus Holz

Akustik-Platten haben gerne mal einen Beigeschmack, von Cash Grab bis Ideenlosigkeit. Das wissen auch die Donots und wollten die Sache bewusst anders angehen. Anstatt ihre Songs einfach nur nachzuspielen, wurde kräftig umarrangiert, ums Eck gedacht und zudem eine lange Gästeliste voller bekannter Namen und Wegbegleiter aus nunmehr über 30 Jahren Punk aus Ibbenbüren gebastelt. „Schwert aus Holz“ deckt sämtliche Karrierephasen ab, betritt gerne mal Neuland und – das darf gerne vorab verraten werden – kann problemlos mit dem ohnehin illustren, vielfältigen Katalog der Band mithalten.

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Money & The Man

Money & The Man – Mammon

Neuer Name und doch nicht gänzlich unbekannt: Hinter Money & The Man stecken unter anderem das Rock-Duo Overijssels, das nach zehn gemeinsamen Jahren Sound und Besetzung änderte und nun zu dritt ordentlich Lärm macht. Blues Rock aus der Garage mit Heavyness und Desert-Schlagseite trägt die Niederländer durch herrlich abgehangene und zugleich energiegeladende Songs, zuletzt auf diversen Festivals gesehen. „Mammon“ ist das erste Album als Dreiergespann und räumt mit dicken Riffs, bleierner Schwere und packendem Drive ab – ein Gemisch, das der Heimat noch vor der ersten Note längst entwachsen war.

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Wednesday

Wednesday – Bleeds

Eine gewisse Unvorhersehbarkeit begleitet Wednesday seit ihrem ersten, Anfang 2018 erschienenen Album. Wohin die Reise geht, ist nie so ganz eindeutig, aber immer hochgradig spannend. Zuletzt ließ das US-Quintett auf „Rat Saw God“ vermehrt Alternative, Gaze und sogar ein bisschen Noise in den Vordergrund rücken. Davon verabschiedet man sich nur bedingt, holt aber wieder vertraute Country-, Americana- und Slacker-Ansätze hinzu. „Bleeds“ entstand unter besonderen Vorzeichen: Bereits vor den ersten Sessions hatten sich Sängerin/Gitarristin Karly Hartzman und Gitarrist MJ Lenderman nach sechs gemeinsamen Jahren getrennt. Das verschwiegen sie der Band jedoch bis zum Ende der Aufnahmen, um die gemeinsame Chemie nicht zu stören.

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Chantal Acda

Chantal Acda – The Whale

Seit Jahren eilt Chantal Acda von einem Highlight zum nächsten. Sie spielte in diversen Bands, begann ihre Solokarriere 2006 als Sleepingdog, bevor sie sieben Jahre später anfing, unter ihrem eigenen Namen zu veröffentlichen. Und das sehr erfolgreich, denn die in den Niederlanden geborene Belgierin arbeitete mit so illustren Künstlern wie Nils Frahm, Ólafur Arnalds, Mimi und Alan Sparhawk, Colin Stetson und Bill Frisell. Zudem vewwandelte sie sich musikalisch immer wieder, schrieb fürs Theater und widmete sich Chamber-Pop-Herausforderungen. Auf „The Whale“ lässt sie sich ausschließlich von ihrer Live-Band begleiten, mit der sie seit über einem Jahrzehnt zusammenspielt, und gibt sich insgesamt etwas rockiger.

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Mule Jenny

Mule Jenny – Take Enough Leeway

Vor fünf Jahren rief Etienne Gaillochet (u. a. We Insist!, Zarboth, Harmonic Permanent Drive) sein Soloprojekt Mule Jenny ins Leben und veröffentlichte ein erstes, hochgradig eklektisches Album. Mit Max Roy und Théo Guéneau von Lysistrata wurde daraus eine komplette Band und zugleich ein kleiner kreativer Neustart. Umfassende Probe- und Songwriting-Sessions, bloß drei Tage im Studio und ein Mut zum Risiko brachte den nun generalüberholten Mix aus Prog, Noise, Pop, Post-Hardcore, Math und Alternative hervor. „Take Enough Leeway“ traut sich etwas und stellt Hörgewohnheiten mit wachsender Begeisterung auf die Probe.

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Palila

Palila – Later

Rund um den Release ihres aktuellen Albums hatten Palila ein echtes Luxusproblem: zu viel Musik. Das angenehm vielschichtige „Children Will Be Furious“ zeigte zahlreiche neue Facetten der Indie-Multitalente, doch schaffte es längst nicht jeder Track auf die fertige Platte. Anstatt das Material im Archiv verschimmeln zu lassen, musste nachgelegt werden. Und so landet, nur fünf Monate später, eine EP mit vier weiteren Perlen aus den fruchtbaren Sessions. „Later“ bringt in aller gebotenen Kürze auf den Punkt, was diese Band so stark und so sympathisch macht.

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Lathe Of Heaven

Lathe Of Heaven – Aurora

Mit einem echten Rohdiamanten von einem Album legten Lathe Of Heaven vor zwei Jahren einen echten Superstart hin. Ihr bewusst vielschichtig gehaltener Post-Punk-Ansatz, der gerne mit New Wave und Gothic anbandelt, wurde zur hochspannenden und bewusst ungewöhnlichen Rundreise durch die finsteren 80er Jahre. Eben jenen Weg setzen sie nun fort, wollen sich in jeder Hinsicht breiter aufstellen und lassen sich für eine Sammlung von Science-Fiction-Kurzgeschichten von einer Vielzahl an Romanen inspirieren. Lyrisch anspruchsvoll, musikalisch vielschichtig und zugleich auf allen Ebenen faszinierend zeigt sich „Aurora“.

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Spidergawd

Spidergawd – From Eight To Infinity

Die Abstände wachsen etwas, doch die Musik bleibt über jeden Zweifel erhaben. Einmal mehr dauerte es bei Spidergawd fast zwei Jahre, für Band-Verhältnisse eine halbe Ewigkeit. Unter anderem hatte Hauptsongwriter Per Borten vergangenen Winter mit verschiedenen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, was die Musik deutlich persönlicher und intimer gestaltete. Zudem kehrt die Band zurück zum vergleichsweise klassischen, direkten Mix aus Hard Rock und NWOBHM, im besten Sinne auf das Wesentliche reduziert. Auch die römischen Zahlen bekommen eine Pause, denn das achte Album trägt den vielsagenden Titel „From Eight To Infinity“.

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The Great Machine

The Great Machine – Working Class Anarchist

Eine der am härtesten arbeitenden Bands der letzten Jahre meldet sich wieder aus dem Studio zurück, mit dem bereits sechsten Album binnen neun Jahren. Einfach war die jüngere Vergangenheit für The Great Machine nun wirklich nicht, gerade als israelische Band, die das Gemeinsame und Verbindende der Musik betont, weit über hässliche und zehrende Politik hinwegen. Zugleich ist es die letzte Platte, auf der Drummer Michael Izaky zumindest stellenweise zu hören ist, bevor Band-Kumpel, -Grafiker und -Merchandiser Dan Deutsch einstieg. Am herrlich wilden, abgefuckten und energischen Sound des Trios ändert das aber rein gar nichts: Auch „Working Class Anarchist“ ist so wütend und ungezügelt wie immer.

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Maruja

Maruja – Pain To Power

Seit Jahren brodelt es in der Szene Manchesters. Wer Maruja einmal live gesehen hat, ist Fan. Der eigenwillige Sound der Band passt in kleine Schublade – Jazz, Noise, Alternative, Post Punk, Art Rock und zig weitere, gerne Jam-artige verarbeitete Ideen durchzogen diverse EPs. Über ein Jahrzehnt nach Bandgründung gibt es tatsächlich doch noch das erste reguläre Album, und das hinterlässt mächtig Eindruck. „Pain To Power“ ist auf der Suche nach dem Flow-Zustand, den die Band seit Jahren erfolgreich auf der Bühne kultiviert, und zeigt sich hörbar politisch gezeichnet – von den politischen Verhältnissen in den USA, aber auch von der unmenschlichen Situation in Gaza.

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