Schlagwort: Ambient

JeGong

JeGong – Gomi Kuzu Can

Nach zwei hochspannenden, vielschichtigen Alben feierten JeGong beim Roadburn Festival endlich ihre Live-Premiere. Dabei ergaben sich spannende Erkenntnisse für den eigenen Sound. Zum einen rückte der Bass in den Mittelpunkt, zum anderen entdeckte man Vertrauen in das Bandgefüge, in dem man sich aufeinander verlassen konnte. Und dann ist da noch das Faible für Vintage-Equipment aus den 70ern, das sich wesentlich auf den Sound auswirken sollte. „Gomi Kuzu Can“ bleibt den krautig-experimentellen Wurzeln treu und beschreitet zugleich neue, deutlich lebhaftere und hellere Pfade.

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Moby

Moby – Future Quiet

Einen idyllischen Zufluchtsort inmitten des Chaos und des lauten alltäglichen Wahnsinns wollte Moby mit seinem neuesten Album schaffen, was nach dem erstaunlich clubtauglichen und düsteren „Always Centered At Night“ durchaus als kleine Überraschung durchgeht. Und so koppelt sich der 60jährige ein wenig von der Dauerbeschallung ab, um Klavier, Ambient und Minimalismus in den Mittelpunkt zu rücken. „Future Quiet“ liebt die stillen, zaghaften Momente, setzt auf bewusste Leerstellen und zelebriert die Schönheit des Moments auf vielfältige wie zurückgenommene Weise.

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Papir

Papir – IX

Ja, sie können zählen, versprochen. Und doch scheinen Papir eine Nummer ausgelassen zu haben. „VIII“ oder „8“ wurde aber keinesfalls übersprungen, wie das Trio aus Kopenhagen zu Protokoll gibt, man sei bloß mit dem Ergebnis (noch) nicht zufrieden. Irgendwann wird diese Platte aber kommen, das ist fest versprochen. Somit steht nun „IX“ in den Startlöchern und macht exakt dort weiter, wo „7“ vor drei Jahren aufgehört hatte. Dürfen es vielleicht noch ein paar Nummern mehr sein? Nein? Gut, denn der mittlerweile vertraute Sound zwischen Krautrock, Psychedelia und Ambient verdient so und so volle Aufmerksamkeit.

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Daniel Avery

Daniel Avery – Tremor

Ob mit seinen DJ-Gigs, als beliebter Produzent oder mit seinen Soloalben: Der mittlerweile 39jährige Daniel Avery ist immer wieder gut für elektronische Überraschung. Zuletzt wagte er sich vor drei Jahren mit „Ultra Truth“ an ein Album mit diversen prominenten Gästen und Newcomern, was seinem Sound bestens bekam. Exakt dort macht der Brite nun weiter, mit noch mehr Stimmen, noch mehr unterschiedlichen Genres und Stimmungen. „Tremor“ spürt menschliche Erschütterungen und münzt diese in ein vielschichtiges, herausforderndes und doch komplett homogenes Album um – erstmals für Domino Records.

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Matt Jencik & Midwife

Matt Jencik & Midwife – Never Die

Genug gedröhnt: Nach diversen instrumentalen Drone-Soloplatten wollte Matt Jencik (u. a. Implodes und Don Caballero) etwas ausprobieren und versuchte sich an einer gesangslastigen Platte. In Madeline Johnston aka Midwife fand er eine kongeniale Partnerin. Beide kennen sich seit 2015, sind seit 2018 befreundet und fanden gemeinsam einen minimalistischen Weg, von Gesang über Arrangierung bis hin zu Engineering. „Never Die“ beruht auf Jenciks Erkenntnis, dass ihn geliebte Menschen eines Tages verlassen müssen, egal wie sehr er sich an sie klammert, während Johnston mit ihrer spirituellen Betrachtungsweise das Leben feiert.

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Rival Consoles

Rival Consoles – Landscape From Memory

Ob als Solomusiker, Remixer oder Soundtrack-Produzent: Rival Consoles ist der Go-To für smarte, gerne mal understatete und doch stets gefühlvolle Electroklänge. Der Enddreißiger aus Leicester hat ein frustrierendes, unerwartetes Jahr der musikalischen Pause hinter sich, kehrt nun jedoch mit vollem Elan zurück hinter die Regler. Neben seinem Score für das Action-Adventure-Game „MindsEye“ blieb Zeit, das erste Artist-Album seit drei Jahren hinzulegen, beruhend auf diversen Releases der jüngeren Vergangenheit sowie frischem Material. „Landscape From Memory“ sammelt verschiedene Eindrücke von (kreativen) Reise und gibt diese meist euphorisch zurück.

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Mark Pritchard & Thom Yorke

Mark Pritchard & Thom Yorke – Tall Tales

Dass sich die Wege von Mark Pritchard und Thom Yorke erneut kreuzen würden, war unvermeidbar. Pritchards Radiohead-Remixes schafften die Basis, später lieferte Yorke einen starken Gastbeitrag auf „Under The Sun“, bevor man, quasi als Lockdown-Projekt, 2020 mit den Arbeiten an gemeinsamem Material begann. Wenig überraschend klingt das komplett anders. Pritchard setzte vor allem auf alte Synthesizer, Yorke bemühte möglichst viele verschiedene stimmliche Effekte – ein Rückgriff auf die legendäre „OK Computer“-Ära – und das inoffizielle dritte Mitglied Jonathan Zawada kümmerte sich um teils bizarre Visuals. „Tell Tales“ fragmentiert die Realität und sorgt für ein grandioses, kapitales Verwirrspiel.

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Vraell

Vraell – Once A Blue Hour

Musik aus Begleiter durch die Wirren des eigenen Lebens, so lässt sich das erste komplette Album von Vraell in etwa umschreiben. Der Brite mit sizilianischen Wurzeln verbindet zurückgenommenes Gitarrenspiel mit Beats und Ambientklängen, veröffentlichte bereits diverse Songs und EPs, teils mit mehr als stattlichen Streamzingzahlen. Das neue Material schrieb er überwiegend in der besonderen Stimmung der Frühlings- und Sommerdämmerung, rang dabei mit der eigenen inneren Zerrissenheit und seinem sizilianischen Erbe. Auf dem Weg zu Selbsterkenntnis widmet sich „Once A Blue Hour“ Experimenten, Sinnsuche und kleinen Klanggemälden.

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Kiasmos

Kiasmos – II

Ihr erstes Album nahmen sie großteils in zwei Wochen auf, für den Nachfolger brauchten sie ein Jahrzehnt: Kiasmos, das Duo um Komponist Ólafur Arnalds und Bloodgroup-Klangschmied Janus Rasmussen war in den letzten Jahren alles andere als untätig. Dennoch sollte es eine ganze Weile dauern, bis man ein frisches Rezept für die eigene elektronische Spielwiese mit Streichereinsatz fand. Beatesker und tanzbarer sollte der Zweitling werden, ohne dabei auf das emotionale Finetuning zu vergessen, aufbrandend und doch gekonnt minimalistisch. Letztlich ist „II“ all das, und doch so viel mehr.

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Eivør

Eivør – ENN

Das Wandeln zwischen musikalischen Welten liegt Eivør Pálsdóttir quasi im Blut. Kunststück, denn in einer so übersichtlichen und doch erstaunlich kreativen Szene wie auf den Färöer Inseln muss man quasi alles können und spielen, um Anschluss zu finden. Neben den zarten Folk-Pop-Anfängen spielte Pálsdóttir in ihrer Jugend in Jazz- und Rock-Bands, studierte später im Ausland und entwickelte ihren Sound weiter – elektronisch, gerne mal avantgardistisch und kunstvoll, doch nie komplett von den folkloristisch angehauchten Heimatklängen entfernt. Nunmehr beim Metal-Label Season of Mist unter Vertrag, verzichtet „ENN“ auf vermutete donnernde Härte und verbindet stattdessen die Rückkehr zu klassischer Musik mit einem neuen Faible für beateske Klänge.

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