Schlagwort: Electro-Rock

Midnight Masses – Departures

Die Geschichte von Midnight Masses ist geprägt von Tod und Verlust. Autry Fulbright startete das Projekt 2008 kurz nach dem Tod seines Vaters mit zahlreichen, wechselnden Mitstreitern und wenigen Konstanten, darunter Jason Reece, sein Kollege bei …And You Will Know Us By The Trail Of Dead, sowie Gerrard Smith von TV On The Radio, der kurz vor Beginn der Aufnahmen zum Debütalbum „Departures“ im April 2011 verstarb. Fulbright widmete sich in weiterer Folge wieder Trail Of Dead, bevor er Midnight Masses im vergangenen Jahr reaktivierte und besagten Erstling fertigstellte.

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Reptile Youth – Rivers That Run For A Sea That Is Gone

Party, Hedonismus, Dance-Punk – Mads Damsgaard Kristiansen und Esben Valløen, die beiden Mannen hinter Reptile Youth, sind nicht gerade dafür bekannt, einen feuchten Kericht auf Erwartungen und Hits zu geben. Dass sie, mal eben so im Vorbeigehen, trotzdem einige eben solcher schreiben, nimmt man dankend mit. Nach dem poppigen Debütalbum wollten die beiden Dänen nun die Energie ihrer Liveshows auf CD bannen. Herausgekommen ist dabei eine Platte mit dem unfassbar komplizierten Titel „Rivers That Run For A Sea That Is Gone“, der in seiner Komplexität gewissermaßen zum Sound des Duos past – und auch nicht.

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Bombay Bicycle Club – So Long, See You Tomorrow

Es gab sie tatsächlich, die erste Minipause im Schaffen des Bombay Bicycle Club. Nachdem die Mittzwanziger zuvor drei Alben innerhalb von 25 Monaten veröffentlicht hatten, wurde durchgeatmet und Anlauf genommen. Die jungen Briten fangen quasi von vorne an und präsentieren ein Konzeptalbum, für das man eineinhalb Jahre und neue Ideen investierte. Keyboards, Loops und Synthetik sind ein fixer Bestandteil von „So Long, See You Tomorrow“, mit dem sich Jack Steadman und Konsorten von Indie, Akustik und Folk ein wenig distanzieren.

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Baby Lou – Stagediving Into Total Darkness

Mit Biss, Herzblut und DIY-Ethos erspietlen sich Baby Lou vor zwei Jahren einen Platz im Punk-Feld. Oder ist das schon Anti-Punk? Überhaupt noch Punk? Wenn es um die Kategorisierung der mittlerweile zum Trio gewachsenen Saarbrückener geht, tut man sich schwer. Man kommt aus dem Punk, gewisse Bausteine sind noch als solche erkennbar, doch mit einer Mischung aus Hardcore, wahnwitziger Elektronik und Prog-Pop zählen Baby Lou zu den einzigartigsten Bands der Gegenwart. „Fresh Water In A Dirty Glass“ teilte wechselweise in alle Richtung aus, „Stagediving Into Total Darkness“ knüpft daran an und wirkt doch – wohlgemerkt in Relation gesetzt – einen Tacken linearer.

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King Krule – Octopus

Zwar hat es nicht für die Top 5 gereicht, doch eine Platzierung auf der „BBC Sound of 2013“-Longlist ist für King Krule als großer Erfolg zu werten. Der 18jährige Archy Marshall aus Großbritannien zählt zu den großen Hoffnungsträgern des noch jungen Jahres. Als Youngster mit einem Faible für Fela Kuti, Django Reinhardt und Chet Baker wuchs er mit seiner E-Gitarre in der Hand auf, ist irgendwo im musikalischen Dunstkreis von Jamie T anzutreffen. Noch im vergangenen Jahr erschien „Rock Bottom“ und „Octopus“ als Doppel-A-Single. Letzterer Track erhält nun ein eigenes Download-Bundle.

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Sir Sly – Ghost

Gestatten, Sir Sly, ein Trio aus Los Angeles, beliebt bei diversen Hipster-Blogs und als Mischung aus Coldplay und Maroon 5 beschrieben. Das klingt erst einmal seltsam, vielleicht sogar abschreckend, doch es wird bekanntermaßen nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Dabei ist der Sound von Landon Jacobs, Jason Suwito und Hayden Copien eine spannende Angelegenheit, entpuppt sich als entspannte Popmusik mit stark elektronischem Einschlag, ein wenig Indie-Attitüde und einem Hauch von Gitarren. Bei National Anthem, das unter anderem auch Heimat für die „BBC Sound of 2013“-Gewinner Haim war, erscheint ihre erste Single „Ghost“.

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alt-J – Matilda

Plötzlich steht das ∆ ganz vorne: Als Favoriten der Buchmacher konnten sich die vier ehemaligen Kunst- und Literaturstudenten alt-J den renommierten Mercury Prize für ihr Debütalbum „An Awesome Wave“ sichern, womit den Briten natürlich höhere Aufmerksamkeit garantiert ist. Bis nach Deutschland hat sich das nur bedingt herumgesprochen, was jedoch nicht bedeutet, dass man das heißer werdende Eisen nicht schmieden würde. Als Nachfolger von „Tessellate“ und „Something Good“ erscheint abermals „Matilda“, dieses Mal jedoch mit einem anständigen Download-Bundle.

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Dúné – Hell No!

So erfolgreich Dúné mit ihrem zweiten Album „Enter Metropolis“ auch waren, für die Band waren die letzten Jahre eine Zeit der großen Veränderungen. Gleich drei Mitglieder – Gitarrist Simon Troelsgaard, Drummer Malte Aarup-Sørensen und Keyboarderin Cecilie Dyrberg – verabschiedeten sich, man ist mittlerweile nur mehr als Quartett unterwegs. Den Tatendrang der Dänen konnten diese Abgänge nicht schmälern: Im Februar 2013 soll ihr drittes Album „Wild Hearts“ erscheinen. Vorab deutet „Hell No!“ als exklusive iTunes-Single an, dass sich die zarte Evolution bei Dúné fortsetzt. Zumindest scheint man sich von der vor einem Jahr veröffentlichten mauen EP „Echoes Of December“ zu distanzieren.

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Placebo – B3EP

Nach dem gemeinsamen Album „Battle For The Sun“ und den dazugehörigen, extensiven Tour-Aktivitäten rund um den Globus wurde Neu-Drummer Steve Forrest offensichtlich perfekt ins Line-Up integriert. Placebo haben nun wieder einen Major-Deal im Gepäck und kündigen für März 2013 vollmundig ein neues Album an. Um die lange Wartezeit zu überbrücken, schieben Molko, Olsdal und Forrest ihre „B3EP“ rüber, auf der sich gleich fünf neue Songs finden, die man teils bereits live antesten konnte.

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alt-J – Tessellate

Als sich vor fünf Jahren die Kunst- bzw. Literaturstudenten Gwil Sainsbury, Joe Newman, Gus Unger-Hamilton und Thom Green an der Leeds University trafen, war es ein kurzer Weg vom Vorspielen erster Demos zu einer eigenen Band. ∆, also Delta, ist der Name der vier Briten, der jedoch der Einfachheit halb mit alt-J umschrieben wird – jener Tastenkombination, mit der man auf einem Mac besagtes Symbol erzeugen kann. Es verwundert kaum, dass sich die vier Kunststudenten auf Art-Pop/Rock mit Radiohead-Schlagseite verstehen – klingt abgehoben, ist nicht immer einfach nach zu vollziehen. Dennoch schlug das Debüt „An Awesome Wave“ – Achtung, Wortspiel – hohe Wellen bei der Fachpresse. Die bereits dritte Auskopplung „Tessellate“ zeigt auch, warum die euphorischen Reaktionen durchaus berechtigt sind.

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