Schlagwort: Electro-Rock

Pleil

Pleil – Keine Zeit

Unorthodoxe Faszination begleitete „Die Spur des Kalenders“, das erste Solowerk des Veteranen Marco Pleil. Der Lo-Fi-Ansatz – E-Gitarre, Stimme und Distortion allein im weiten Raum – schlug im Frühjahr 2020 ein, passte zu den damals noch neuen Umständen einer isolierten Welt. Live bleibt Pleil diesem Konzept treu, will auf Platte allerdings nun sämtliche Grenzen einreißen. Experimente sind willkommen, Elektronik erhält eine prominente Rolle, ohne dabei den ursprünglichen Sound ad acta zu legen. Der Musiker hat „Keine Zeit“ und tankt sich durch zwölf Songs in unter einer halben Stunde.

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Infant Finches

Infant Finches – Sci-Fi Immune

Ist das eine Live-Band oder wurde das Material kräft bearbeitet? Exakt diesen Effekt wollen Infant Finches mit ihrer Musik erzeugen. Das Duo Jan Philipp und Frederik Bruun machte mit seinen ersten beiden EPs bereits von sich reden – eine spannende Angelegenheit zwischen den Stühlen, die gerne mal im besten Sinne an alt-J erinnern kann und sich doch sympathisch von den britischen Kollegen abhebt. Die stete Suche nach der cleversten Wendung, ohne sich dabei bewusst zu verrennen, zeichnet auch das erste Album „Sci-Fi Immune“ aus – eine im besten Sinne experimentelle und doch so wunderbar organische Platte.

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Goose

Goose – Endless

Seit 15 Jahren veröffentlichen Goose ihre Interpretation elektronischer Musik, von Pop- und Rock-Einflüssen gekonnt begleitet. Die Belgier bemühen sich um stete Neuerfindung ihres Crossover-Ansatzes, ohne dabei die eigentliche Inspiration aus den 90er Jahren ad acta zu legen. Mittlerweile veröffentlicht das Quartett über sein eigenes Label und nahm zumindest teilweise in den legendären Motorbass-Studios auf, wo einst die französische House-Szene zuhause war. Musikalisch merkt man davon aber eher wenig: „Endless“ setzt den Trend der letzten Platten mit Gusto und Elan fort.

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alt-J

alt-J – The Dream

Fünf Jahre. Fünf lange Jahre sind seit „Relaxer“ vergangen, auf dem sich alt-J neu zu orientieren versuchten, ihre Dekonstruktion konsequent vorantrieben. Die Suche nach der perfekten Form des musikalischen Ausdrucks setzt sich fort, wenngleich es nach dem mittelprächtigen Vorgänger doch etwas aufzuholen gäbe. „The Dream“ holte sich Inspiration von wahren Geschichten aus Hollywood, aus dem persönlichen Umfeld, von Intrigen und Menschlichkeit. Der Sound, so die vollmundige Ansage, sei reifer geworden, es gehe nun um Songwriting und Präzision, ohne den Wahnsinn der ersten Werke komplett ad acta zu legen.

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Blood Red Shoes

Blood Red Shoes – Ghosts On Tape

Ein Beiwerk der Umstände, so lässt sich das neue Album der Blood Red Shoes bezeichnen. Zum ersten Mal seit Jahren wohnten Laura-Mary Carter und Steven Ansell wieder in derselben Stadt. Songwriting und Aufnahmen waren abgeschlossen, mit einem Release wartete man jedoch, als sich ein Riegel vor sämtliche Tour-Möglichkeiten schob. Carter startete einen Podcast und nahm ein Solo-Mini-Album auf, Ansell produzierte Electro- und Alternative-Künstler. All das und mehr findet sich nun auf „Ghosts On Tape“ wieder, das über weite Strecken wie ein musikalischer Neustart wirkt und doch nicht so ganz überrascht.

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Garbage

Garbage – No Gods No Masters

So etwas wie Stress oder unnötige Eile kennen Garbage nicht. Shirley Manson, Butch Vig und Konsorten lassen ordentlich Zeit zwischen ihren Platten vergehen, „Strange Little Birds“ hat fast auf den Tag genau fünf Jahre auf dem Buckel. Jetzt ist das Alternative-Quartett doch wieder da und kann nach mehr als einem Vierteljahrhundert im Geschäft tatsächlich noch überraschen. „No Gods No Masters“ ist ein Werk, das auf musikalischer sowie textlicher Ebene teils unerwartete Wege geht und damit alles richtig macht.

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You Me At Six

You Me At Six – Suckapunch

Seit einem Jahrzehnt sind You Me At Six Dauergäste in den britischen Album-Top-10. Freilich hat sich der Sound des Quintetts mittlerweile deutlich gewandelt. Von den Anfängen zwischen Pop-Punk und Emo blieb wenig übrig, man experimentierte immer mehr und tauchte verstärkt in tanzbare Gefilde ab, ohne dabei auf Gitarren zu verzichten. Den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung bildet das siebte Album der Band. „Suckapunch“ ist noch elektronischer, spielt zugleich mit HipHop und RnB, bleibt dabei aber stets eine Rock-Platte. Mehr oder minder.

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Bulbul

Bulbul – Kodak Dream

Seit über 20 Jahren eine Institution und dennoch außerhalb der österreichischen Alternative-Szene eine beinahe unbekannte Größe: Bulbul aus Wien spielen liebend gerne mit ihrem Sound, mischen Alternative Rock mit Indie Pop und pumpender Elektronik zusammen – krass, unberechenbar und doch auf gewisse Weise eingängig. Unter der Ägide von Zebo Adam, der zuletzt unter anderem für Bilderbuch produzierte, spielte das Trio seinen neuen Longplayer „Kodak Dream“ ein. Und der wagt sich erneut weit hinaus.

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Warm Digits

Warm Digits – Flight Of Ideas

Wenn sich die beiden Klangmagier von Warm Digits aus Newcastle-upon-Tyne an die Arbeit machen, wird es spektakulär. Irgendwo zwischen Space-Disco, Electro-Pop und Krautrock legen Andrew Hodson und Stephen Jefferis ungeahnte kombinatorische Möglichkeiten frei. Abwechselnd unverschämt eingängig und im besten Sinne abgehoben, lässt sich der Sound nie so recht festnageln, die Idee dahinter allerdings schon: „Flight Of Ideas“ ruft zum Nachdenken auf, widmet sich der Wahrheit eigener Gedanken und der Geschichte der Psychologie.

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Lex Audrey

Lex Audrey – No Intention Of Changing The World

Selbst ist die Band, dachten sich Lex Audrey, und kümmerten sich vom Songwriting über die Aufnahme bis zur Abmischung komplett um ihr Debütalbum. Das österreichische Trio war bereits im vergangenen Jahr mit seinem elektronischen, lebhaften Rock positiv aufgefallen, die EP „GodGiven“ hallt noch nach. „No Intention Of Changing The World“ setzt den lässigen Indie- und Alternative-Charme nun im XL-Format um und widmet sich zudem, wie das Albumcover bereits herrlich andeutet, der Rolle zwischenmenschlicher Beziehungen in digital schnelllebigen Zeiten.

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