Schlagwort: Indie Rock

PÆRISH

PÆRISH – You’re In Both Dreams (And You’re Scared)

PÆRISH aus Paris rütteln seit geraumer Zeit am Tor der Außergewöhnlichkeit. Dabei folgt das Quartett vergleichsweise konventionellen Zutaten, die Alternative Rock mit etwas Indie-Flair neben Shoegaze stellen. Ihre beiden bisherigen Alben, bis obenhin voll mit Filmzitaten (drei der vier Musiker lernten sich auf einer Filmschule kennen), waren Kritiker- und Publikumslieblinge. Sind aller guten Dinge drei? „You’re In Both Dreams (And You’re Scared)“ beschränkt seine cineastischen Referenzen einzig auf den Titel („Mulholland Dr.“ von David Lynch), macht ansonsten aber exakt so weiter, wie man sich das wohl erhoffen konnte.

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William The Conqueror

William The Conqueror – Excuse Me While I Vanish

Zu Beginn des ersten Lockdown merkte Ruarri Joseph, wie alles, was er mit William The Conqueror aufgebaut hatte, zu verschwinden drohte. Und dann sah er seine Frau, die als Sozialarbeiterin im Bereich der psychischen Gesundheit kaum Zeit hatte, Luft zu holen, erkannte den eigenen Egoismus und erfuhr einen Perspektivenwechsel, der sich letztlich auch auf die Band auswirkte. Entsprechend größer, emotionaler und kreativer gestaltete sich das gemeinsame Schaffen, als es endlich wieder losging. Nach Abschluss ihrer Trilogie hat „Excuse Me While I Vanish“ etwas von einem Neustart, bloß mit vertrauten Mitteln zwischen Indie und Americana.

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Velcros

Velcros – Spit Takes

Ein Konzert der texanischen Punker Radioactivity in Leipzig legte den Grundstein für eine spannende neue Band. Aktuelle und ehemalige Musiker von Aua, Radare, Spit, Wayste und Okta Logue riefen unter diesem Eindruck Velcros ins Leben, die punkigen Esprit mit allerlei Rock-Spielarten – Garage, Indie, Alternative, College und Power Pop – kreuzten und daraus ein musikalisches Happening klöppelten. Noch im Winter soll ein erstes Album erscheinen, bis dahin verkürzt die EP „Spit Takes“ die Wartezeit mit einem kräftigen Ausrufezeichen.

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Blur

Blur – The Ballad Of Darren

Blur-Alben mögen eine seltene Freude geworden sein, doch wenn die Terminkalender von Damon Albarn, Graham Coxon, Alex James und Dave Rowntree einmal zueinanderfinden, entsteht bei den Britpop-Großmeistern immer noch Magie. Acht Jahre nach „The Magic Whip“ wollen es die Mitt- bis Endfünfziger noch einmal wissen. Demos entstanden während einer Gorillaz-Tour, bei den Aufnahmen konnte man sich wiederholt gegenseitig überraschen. „The Ballad Of Darren“ geht für die Band als Kommentar und Reflektion zur Gegenwart durch, ein Spiel mit den richtigen Emotionen und Absichten.

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Tristesse

Tristesse – Die Sonne ging unter, auch ich hatte vergessen

Mit einem musikalischen Paukenschlag stellten sich Tristesse Ende 2021 vor. Ihre erste EP „Im schwächsten Licht“ erwies sich als packender Volltreffer, der Indie- und Alternative-Sounds mit Dream-Pop und Shoegaze sowie aufwühlenden deutschen Texten vermischte. Ob das auch auf Albumlänge funktionieren kann? Ambitioniert ist das Berliner Quintett allemal und wagt sich auf „Die Sonne ging unter, auch ich hatte vergessen“ in neue und zugleich bestens bekannte Welten vor, von Hall, Emotionalität und unkonkret Handfestem gekonnt begleitet.

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Bonny Doon

Bonny Doon – Let There Be Music

Es dauerte etwas im Hause Bonny Doon. Nach mehreren Tourneen zum zweiten Album „Longwave“ arbeitete man zunächst an der gefeierten Waxahatchee-Platte „Saint Cloud“ mit, später hatten zwei der drei Bandmitglieder mit gröberen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Nach fünf langen Jahren meldet sich das Trio aus Detroit und New York endlich zurück mit leidenschaftlichen und zugleich einfachen Songs zwischen Indie und Folk. „Let There Be Music“ ist ein wunderbares Mission Statement und zugleich die ideale Überschrift für zehn grundsympathische neue Tracks.

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Alex Lahey

Alex Lahey – The Answer Is Always Yes

Nach zwei Alben, die sich vornehmlich um Beziehungen und Beziehungsstrukturen drehten, wollte Alex Lahey den Blickwinkel etwas verschieben. Für den Nachfolger des starken „The Best Of Luck Club“ widmet sich die Australierin ihrem queeren ‚Anderssein‘, das isolierend, surreal, aber auch humorvoll sein kann. Der energische Rock-Sound macht ebenfalls eine kleine Metamorphose durch und nimmt ein paar zusätzliche Stilelemente auf. „The Answer Is Always Yes“ schickt sich an, Lahey als eine der stärksten Indie- und Alternative-Songwriterinnen der Gegenwart zu konsolidieren.

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Palila

Palila – Mind My Mind

Zweifel. Wehmut. Melancholie. Weltschmerz. Das Weltbild von Palila lebt von Zerrissenheit, geht nahe und unter die Haut. Ihr hymnischer Indie- und Alternative-Sound, begleitet von Texten, die mitten in das Seelenleben treffen, sorgte bislang auf mehreren EPs sowie einem starken Album für verdiente Furore. Jetzt kommt die ach so schwere zweite Platte, sollte man meinen, und vermengt permanente Verzweiflung mit dem Wissen, dass sich der Weg lohnt, dass schönere Tage warten. „Mind My Mind“ verlangt geradezu nach mehr Aufmerksamkeit, ohne sich dabei auch nur im Geringsten aufzudrängen.

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Iguana Death Cult

Iguana Death Cult – Echo Palace

Bandtreffen wurden für Iguana Death Cult während der Pandemie zum therapeutischen Refugium. In der Wohnung von Frontmann Jeroen Reek diskutierte man über die Unwirklichkeit der Zeit, begleitet von absurder Paranoia und Verschwörungstheorien, die wie ein Lauffeuer um sich griffen. Das dritte Album der Niederländer darf gut und gerne als Bestandaufnahme verstanden werden, als Suche nach Vernunft in einer alles andere als vernünftigen Zeit. Ursache und Wirkung von Gruppendenken begleiten den neuen Longplayer „Echo Palace“.

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Bring The Hoax

Bring The Hoax – Single Coil Candy

Sie tauchten vergangenen Herbst mit einer Handvoll Songs auf und wurden sogleich zu den neuen Favoriten unter Früh-90er-Indie-Revivalisten: Bring The Hoax sorgten mit ihrer ersten EP und einem Mix aus Indie, Alternative und Power-Pop für ein Rauschen im Gitarrenwald. Tatsächlich war das nur der Anfang, denn den energiegeladenen wie unbeschwerten und zugleich unerwartet vielschichtigen Sound gibt es nun auch auf Albumlänge. Wobei, so ganz neu ist hieran nicht alles, denn „Single Coil Candy“ verbindet die fünf EP-Tracks mit fünf brandneuen Nummern.

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