Schlagwort: Indie Rock

The Kills

The Kills – Little Bastards

In bald 20 Jahren Bandgeschichte sammelte sich bei The Kills einiges an Material an, auch jenseits der fünf Studioalben. Gerade in den Anfangsjahren wurden unzählige B-Seiten aufgenommen – kleine Rohdiamanten und verborgene Schätze, die dem Perfektionisten Jamie Hince aufgrund ihrer oftmals recht rohen Ausarbeitung die Sorgenfalten auf die Stirn trieben. Der Rückblick zeigte Hince und Mitstreiterin Alison Mosshart allerdings die eigentliche Schönheit dieser versteckten Perlen. „Little Bastards“ packt nun gleich 20 davon auf eine kurzweilige Compilation.

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Calexico

Calexico – Seasonal Shift

Eigentlich wollten Calexico nur eine kleine saisonale EP aufnehmen, bloß kein Weihnachtsalbum. Dass es nun doch ein noch dazu im Hochsommer aufgenommenes Full-Length-Werk geworden ist, passt irgendwie ins Bild. Und wie sich das so gehört, klingt es eben nicht nur festlich, sondern tankt sich durch die musikalische Weltgeschichte, bringt ein paar Cover-Versionen sowie diverse Gäste mit. „Seasonal Shift“ widmet sich der Zeit vor, während und nach Weihnachten auf gewohnt multikulturelle und leidenschaftliche Weise.

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Dreimalumalpha

Dreimalumalpha – Jugend ans Geld verloren

Schrammelnder Gitarren-Pop, knackige Parolen und philosophische Texte – da war doch mal etwas in Hamburg. Tatsächlich machen Dreimalumalpha keinen Hehl um ihre musikalischen Vorbilder. Das Trio aus der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck arbeitet frontal und doch durchdacht, schreibt dabei richtig gute Songs und dreht die Uhr mal eben um zwei bis drei Jahrzehnte zurück, ohne dabei altbacken zu wirken. Wie bitte? „Jugend ans Geld verloren“, so der Titel des Debütalbums, will keine offenen Fragen beantworten und zieht stattdessen seinen Stiefel durch.

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Tusq

Tusq – Rarities & Outtakes

Ein absolutes Mistjahr erwischt auch Tusq eiskalt. Das große Jubiläum – zehn Jahre „Patience Camp“ – fiel ins Wasser bzw. Desinfektionsmittel. Wie lässt sich der starke Einstand der nunmehr komplett in Berlin ansässigen Band feiern? Neben einer sympathischen Live-Session, die bereits im Sommer erschienen war, kramte das Quartett ordentlich im Archiv. Sieben Studio-Aufnahmen, ein Remix und zwei Live-Performances landen auf der Compilation „Rarities & Outtakes“. Von Ausschussware oder gar Resterampe kann hier keine Rede sein.

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The Casket Lottery

The Casket Lottery – Short Songs For End Times

Lange Pausen werden überbewertet, denn The Casket Lottery machen einfach weiter, wo sie vor acht Jahren aufhörten. Nach dem Release von „Real Fear“ zog sich die US-Band langsam, aber sicher zurück. Der Vinyl-Re-Release ihrer ersten drei Alben im Jahr 2017 entfachte das Feuer erneut, man ging wieder auf Tour und hatte plötzlich Bock auf Musik. Gitarrist und Sänger Nathan Ellis schrieb „Short Songs For End Times“ mit der Live-Situation im Hinterkopf. Eine große Gitarrenplatte sollte es werden, und genau das ist den Veteranen gut 20 Jahre nach ihrem Debüt tatsächlich gelungen.

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Lester

Lester – Die beste aller Zeiten

Raus aus der Tristesse eines absoluten Mistjahres, vorbei am Stillstand und hin zur Hoffnung auf Glück, auf bessere Tage: Lester liefern die Antithese zu Pein und Pandemie mit zehn Songs zwischen Punk, Indie und 90s-Emo. Was auf dem Debütalbum der vier Münchner bereits recht gut funktionierte, wird nun kultiviert: Mit einem neuen Label im Rücken versucht „Die beste aller Zeiten“ ein Meer aus geplatzten Träumen vergessen zu machen.

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Mourn

Mourn – Self Worth

Ein Frühjahr, das so schnell niemand vergessen wird: Von der grassierenden Pandemie ganz abgesehen, hatten Mourn plötzlich mit internen Problemen zu kämpfen. Die Gruppendynamik stimmte nicht mehr, Drummer Antonio Postius verließ schließlich die Band. Die Katalanen befreiten sich von diesen Missetönen und zogen sich für eine knappe Woche in ein kleines Haus in den Pyrenäen zurück, um neue Songs zu schreiben. Zurück in der Heimat, mit einem neuen Drummer, fand man den Teamspirit schnell wieder und nahm neue Musik auf. Mit „Self Worth“ halten Mourn ihren Zwei-Jahres-Rhythmus und servieren eine waschechte Empowerment-Platte.

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Statues

Statues – Holocene

Vor knapp zwei Jahren tauchten Statues mit „Adult Lobotomy“ aus dem Nirgendwo auf und gingen durch die Decke. Der überwältigende Dampfhammer kam und kommt allerdings nicht von ungefähr, denn die Mitglieder spielen bereits seit 1991 in verschiedenen Formationen zusammen. Über die Jahre wurden die Schweden immer wütender und schraubten die Intensität in die Höhe. In dieser Konstellation wagt sich das Trio an eine Mischung aus Proto-Indie-Rock mit Garage-Schlagseite sowie Punk Rock mit gelegentlichem Post-Präfix. Für „Holocene“ wurden gleich über 40 Songs geschrieben, von denen es letztlich elf auf die Platte schafften.

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Louis Jucker

Louis Jucker – Something Went Wrong

Produktivität scheint Louis Juckers zweiter Vorname zu sein. Wenn er nicht gerade mit Coilguns alles zerlegt, was ihm in die Hard- und Mathcore-Hände kommt, bewegt er sich durch sein sympathisches Soloschaffen zwischen Folk, Lo-Fi und Rock. Erst im April erschien eine neue, auf Tour perfektionierte Version von „Kråkeslottet“ mit seinen Bandkollegen, nun arbeitet sich der Schweizer wieder alleine voran. Das Selbstporträt „Something Went Wrong“ handelt vom Älterwerden.

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Declan McKenna

Declan McKenna – Zeros

Als sein Debütalbum erschien, war er 18 und die „Stimme einer neuen Generation“, so die vollmundigen Ankündigungen und Vorschusslorbeeren rund um „What Do You Think About The Car?“. Tatsächlich konnte sich der junge Brite Declan McKenna mit seinen gitarrenlastigen, oftmals politisch und gesellschaftskritischen Songs schnell ein Publikum erspielen, war Teil der großen BBC-Talentliste „Sound of…“ im Jahr 2017 und legte zwischendurch mit „British Bombs“ eine unverschämt eingängige Breitseite gegen den britischen Waffenhandel nach. Davon ist nun erst einmal nichts zu hören. Auf dem angeblich so schweren zweiten Album „Zeros“ orientiert sich McKenna in vielerlei Hinsicht neu und macht damit alles richtig.

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