Schlagwort: Indie Rock

Ash

Ash – Ad Astra

Nur wenige Bands schaffen es, über einen derart langen Zeitraum so spannend, relevant und zugleich zuverlässig zu bleiben, wie das Ash scheinbar mit Leichtigkeit tun. Seit über drei Jahrzehnten setzt es Power Pop, Alternative Rock und mehr von den Nordiren, die sich im Laufe der Zeit gerne mal häuteten, sich auf Raten neu erfanden und doch immer ablieferten. Die Pläne, eine Synth-Pop-Platte abzuliefern, verwarf das Trio allerdings (vorerst), gestärkt durch den Erfolg und die Beliebtheit von „Race The Night“ vor zwei Jahren. Das könnte immer noch kommen, doch brauchte es zunächst ein relativ ‚klassisches‘ Ash-Album. Und „Ad Astra“ könnte letztlich exakt das sein.

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Idlewild

Idlewild – Idlewild

Anfang der 2000er hatten sich Idlewild dem verdienten Durchbruch angenähert, als es „The Remote Part“ in die Top 3 schaffte, mit Gold ausgezeichnet wurde und die einzige UK-Top-10-Single abwarf. Zwar schafften es die Schotten, was die Verkaufszahlen betrifft, nie ganz in die erste Liga, konnten mit ihrem vielschichtigen Indie-Sound dennoch anhaltend begeistern. Selbst eine längere Pause zwischendurch konnte dem Quintett nichts anhaben. Auch auf ihrem zehnten Album ziehen sie ihren Stiefel durch. „Idlewild“ entstand im Studio von Gitarrist Rod Jones, der sich auch um den Mix kümmerte, und konzentriert sich auf altbewährte Qualitäten.

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Coach Party

Coach Party – Caramel

Erst ein Paukenschlag von einem ersten Album, nun das energische Follow-up: Binnen kürzester Zeit haben sich Coach Party von der Isle of Wight in die kollektive Herzen von Rock- und Punk-Fans gespielt. Auf ihre bereits umjubelten drei EPs folgte mit „Killjoy“ der Einstieg in die britischen Top 75, selbstverständlich auf betont kompromisslose Weise. Irgendwo zwischen Indie-Charme, Riot-Grrrl-Wucht, noisigem Punk und poppigen Songs für die große Bühne baute sich das Quartett schnell seine Identität auf. Der Zweitling könnte kaum besser zum Hier und Jetzt passen, denn „Caramel“ beleuchtet Isolation und Einsamkeit trotz konstanter Erreichbarkeit, aber auch den Weg zurück ins Leben dank Freunden.

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Donots

Donots – Schwert aus Holz

Akustik-Platten haben gerne mal einen Beigeschmack, von Cash Grab bis Ideenlosigkeit. Das wissen auch die Donots und wollten die Sache bewusst anders angehen. Anstatt ihre Songs einfach nur nachzuspielen, wurde kräftig umarrangiert, ums Eck gedacht und zudem eine lange Gästeliste voller bekannter Namen und Wegbegleiter aus nunmehr über 30 Jahren Punk aus Ibbenbüren gebastelt. „Schwert aus Holz“ deckt sämtliche Karrierephasen ab, betritt gerne mal Neuland und – das darf gerne vorab verraten werden – kann problemlos mit dem ohnehin illustren, vielfältigen Katalog der Band mithalten.

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Palila

Palila – Later

Rund um den Release ihres aktuellen Albums hatten Palila ein echtes Luxusproblem: zu viel Musik. Das angenehm vielschichtige „Children Will Be Furious“ zeigte zahlreiche neue Facetten der Indie-Multitalente, doch schaffte es längst nicht jeder Track auf die fertige Platte. Anstatt das Material im Archiv verschimmeln zu lassen, musste nachgelegt werden. Und so landet, nur fünf Monate später, eine EP mit vier weiteren Perlen aus den fruchtbaren Sessions. „Later“ bringt in aller gebotenen Kürze auf den Punkt, was diese Band so stark und so sympathisch macht.

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shame

shame – Cutthroat

Große Themen, große Fragen, wenige Antworten: shame wollen sich mit den großen Themen der Zeit befassen, politischer und gesellschaftlicher Natur, und nehmen dafür kein Blatt vor den Mund. Nach drei starken Alben ging es dem britischen Quintett zudem darum, einerseits die rohe Direktheit ihrer Live-Shows einzufangen und andererseits neue Ufer anzusteuern. In Produzent John Congleton (St. Vincent, Angel Olsen) wurde ein kongenialer Partner gefunden, der ebenso für Unmittelbarkeit steht und den zynisch veranlagten Humor der Band aus South London förderte. „Cutthroat“ ist eine vielschichte No-Bullshit-Platte mit der einen oder anderen Überraschung geworden.

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Lawn Chair

Lawn Chair – You Want It! You Got It!

Vor drei Jahren gegründet, zwei EPs veröffentlicht, fleißig durch Deutschland getourt, dazu ein kleiner Abstecher nach England: Lawn Chair nahmen bislang so ziemlich alles mit, wenngleich es zuletzt eine Spur ruhiger um sie geworden war. Tatsächlich war das Quintett zuletzt mit den Aufnahmen ihres ersten kompletten Albums beschäftigt, für das man in langen Sessions nach und nach den eigenen Sound und die eigene Stimme perfektionierte. „You Want It! You Got It!“ ist laut und kritisch, aber ebenso voller Herz und Sehnsucht, getragen von Post Punk, Indie Rock und einer feinen Prise Pop-Charme.

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Ghostwoman

Ghostwoman – Welcome To The Civilized World

Erst veröffentlichten sie drei Alben binnen 18 Monaten, dann dauerte es annähernd zwei Jahre bis zum vierten Streich: unorthodox ist bei Ghostwoman Standard, inklusive neuer Schreibweise des Bandnamens. Und einer gesunden Portion Nihilismus, denn das Duo weiß um die Sinnlosigkeit ihres Unterfangens, Musik zu machen. Schließlich ist die Welt dem Untergang geweiht, und Evan Uschenko und Ille van Dessel geben die Band auf der Titanic, die während dem unaufhaltbaren Versinken weiterspielt. Entsprechend wurde „Welcome To The Civilized World“ einfach nur gemacht, weil man es konnte. Weil es eh schon egal ist. Ein Prosit der vergänglichen Gemütlichkeit.

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Not Scientists

Not Scientists – Voices

Aktuell erleben No Scientists ein kreatives Hoch. Das Quartett aus dem französischen Lyon hat das dritte Jahr in Folge neues Material zu präsentieren – ein Album 2023, eine EP 2024, jetzt wieder ein neues Album, ihr insgesamt viertes. Dafür ging die Band nach Katalonien und arbeitete einmal mehr mit Santi Garcia zusammen, der ihre musikalische Vision beflügelt. Und die trägt weiterhin ordentlich Punk und Rock in sich, aber auch deutlich mehr Wave, Pop und Elektronik – drastisch, tanzbar, gerne mal eingängig und doch immer mit doppeltem Boden inmitten innerer und globaler Krise versehen. „Voices“ hat das Zeug zum großen Wurf.

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Tristesse

Tristesse – Schönste Trauer

Eine fantastische EP, ein großartiges Album … und jetzt? Binnen kürzester Zeit konnten sich Tristesse zur neuen Top-Adresse für verträumten Rock mit Gaze und Alternative etablieren. Auf Lorbeeren sollen sich aber andere ausruhen, neues Material steht bereits in den Startlöchern. Nach diversen Singles landet mit „Schönste Trauer“ – je nach Sicht der Dinge – ein sehr kurzes Album oder eine etwas ausführlichere EP, erstmals als Quartett. In gerade einmal 19 Minuten liefern die Berliner ein Sammelsurium sympathischer und kurioser Beobachtungen aus ihrem Alltag, betonen Gegensätze und plädieren für Akzeptanz und das Gemeinsame.

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