Schlagwort: Indie Rock

Razz – With Your Hands We’ll Conquer

Vor zehn Jahren stellten fünf Wendländer die deutsche Indie-Welt mit jugendlichem Charme und guten Songs auf den Kopf. Ob Razz einmal in die Fußstapfen von Madsen treten können, muss sich erst zeigen. Das junge Quartett aus dem Emsland setzt zwar auf englischsprachige Texte und hat keine Major-Unterstützung im Rücken, in punkto Esprit, Spielfreude und Reife erinnern sie aber durchaus an die Anfangstage der prominenten Kollegen. Nach Auftritten auf einer Reihe von großen Festivals erscheint nun das Debütalbum mit dem sperrigen Titel „With Your Hands We’ll Conquer“ und zwölf unterhaltsamen Liedchen.

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Little Comets – Hope Is Just A State Of Mind

Der Weg der musikalischen Selbstbestimmung ist alles, nur nicht risikofrei. Das wissen auch Little Comets und schreiten mutig voran durch die britische Radiolandschaft. Auch ihr drittes Album wurde in Eigenregie aufgenommen und vertrieben, kratzte in UK gar an den Top 30 und erfreute sich steter Radiorotation. Zufall? Mitnichten, denn der smarte Indie-Sound mit Pop- und Rock-Sprengseln ist gleichermaßen eingängig wie clever. Besagte Platte, „Hope Is Just A State Of Mind“, nimmt nun auch Kurs auf den Rest Europas.

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Suralin – No Star

Bloß keine Zeit verlieren: Schnell und zielgerichtet begaben sich die vier Chemnitzer Suralin nach Graz ins Studio, um unter der Regie von Wolfgang Möstl ihr drittes Album einzuspielen. In vier Tagen waren 13 Songs im Kasten, zehn davon haben es letztlich auf „No Star“ geschafft, das nun auf dem neugegründeten Chemnitzer Label Atomino Tonträger erscheint. Alles bleibt in der Szene, und doch ist von Tunnelblick nichts zu hören.

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Kagoule – Urth

Gitarrenmusik mit 90er-Jahre-Prägung ist aktuell wieder besonders im Kommen – und warum nicht? Neue Generationen entdecken The Smashing Pumpkins, Fugazi und Dinosaur Jr. für sich; die etwas eigenwilligere Alternative zur nach wie vor lodernden Grunge-Flamme, mit der sich auch Kagoule nicht identifizieren können. Das Trio aus dem britischen Nottingham, erst dem Teenager-Alter entwachsen, hätte auch vor 20 Jahren auf den Plan treten können. Wie schön, dass sie erst jetzt ihr Debütalbum „Urth“ veröffentlichen und Nostalgie mit purer Energie kreuzen.

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The Fratellis – Eyes Wide, Tongue Tied

„Chelsea Dagger“, „Flathead“, „Mistress Mabel“ – der große Durchbruch der Fratellis, deren ersten beiden Alben es in die britischen Top 5 schafften, ist bereits etliche Jahre her. Nach einer kleinen Bandpause fiel das Mini-Comeback mit „We Need Medicine“ vor zwei Jahren eher durchwachsen aus. Und doch lässt sich das schottische Trio von solchen Rückschlägen nicht beeindrucken. Für „Eyes Wide, Tongue Tied“ holte man sich abermals Produzent Tony Hoffer an Bord, der bereits beim Debütalbum „Costello Music“ an den Reglern saß.

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Madsen

Madsen – Kompass

Von wegen One-Hit-Wonder: Auch zehn Jahre nach ihrem Einstand und „Die Perfektion“ haben Madsen weiterhin einen Fixplatz in der deutschen Indie-Landschaft. „Wo es beginnt“ schaffte es gar auf Platz 2 der Album-Charts, mit „10 Jahre Madsen Live“ würde überdies ein sympathsicher Bühnen-Rückblick eines legendären Show-Reigens veröffentlicht. Ob die Wendländer mit ihrem sechsten Album „Kompass“ noch aufregen oder gar überraschen können? Die kurze Antwort: ja und nein.

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Frank Turner – Positive Songs For Negative People

Frank Turner, das ist der gute Kumpel, mit dem man gerne ein Bierchen zischen geht. Nach dem Ende seiner Band Million Dead wurde der Brite zum geschätzten Singer/Songwriter, der mit seiner nunmehrigen Band The Sleeping Souls weit über die gängige Wahrnehmung als Folk-Punker hinausschießt. Tatsächlich war das 2013 erschienene „Tape Deck Heart“ Turners Bandplatte mit Radioformat. Für „Positive Songs For Negative People“ hingegen arbeitete er unter Live-Bedingungen, weicht aber keineswegs vom überlebensgroßen Indie-Pub-Sound ab.

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Herrenmagazin – Sippenhaft

Seit zehn Jahren schwimmen Herrenmagazin in der durchaus weiten deutschsprachigen Indie-Rock-Welt mit, warten aber nach wie vor auf den großen Wurf. Sie sind Söhne prominenter Eltern, beackern die Bühnen des Landes und spüren langsam den eigenen Wechsel in die Elterngenerationen. ‚Druck‘ ist somit ein Schlagwort für den Nachfolger von „Das Ergebnis wäre Stille“; Druck, den man sich selbst macht; Druck, der „Sippenhaft“ zu einer weiteren starken Platte reifen lässt.

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Gloria – Geister

Helden-Zeit ist aktuell leider nur mehr in diversen Solo- und Bandprojekten, welche die kreative Energie einer der besten deutschsprachigen Bands der letzten Jahre eigenwillig aufsplitten. Als vor zwei Jahren das Projekt Gloria vorgestellt wurde, gab es im Vorfeld durchaus verwunderte Stimmen. Kann Comedian und Moderator Klaas Heufer-Umlauf tatsächlich singen? Gemeinsam mit Held Mark Tavassol entstand ein sympathisches Debüt auf dem Grönemeyer-Label, nun folgt „Geister“.

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Hippo Campus – Bashful Creatures

Vier junge Männer aus Minnesota wollten den Sommer mit ihren Indie-Klängen zum Zucken bringen. Hippo Campus gibt es erst seit zwei Jahren. In diesem Zeitraum wurde ein vorwitziger Sound zwischen Pop und Rock, Math und Art etabliert, der gleichermaßen tanzbar wie eingängig, verkopft wie geradlinig wirkt. Klingt sperrig, ergibt beim Anhören der ersten EP „Bashful Creatures“, die nun digital und auf Vinyl erhältlich ist, aber Sinn.

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