Schlagwort: Indie Rock

Playfellow – Ephraim’s House

In Chemnitz wird eine schmerzliche Lücke geschlossen, deren Existenz wohl vielen gar nicht erst bekannt war. Fünf Jahre nach „Carnival Off“ gibt es endlich das dritte Studioalbum (möglicherweise ist es auch eine EP – die Angaben gehen auseinander) Playfellows. Mittlerweile ist der Sound des Quintetts organisch gewachsen, wird gemeinhin als „Indie Post Rock“ bezeichnet. Mit überlangen Arrangements, behutsamem Aufbau, Existenzängsten und einer der emotionalsten, bewegendsten Stimmen Deutschlands wird „Ephraim’s House“ zum grandiosen Erlebnis.

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Library Voices – Lovish

Die letzten Jahre der kanadischen Indie-Hoffnungsträger Library Voices als ereignisreich zu bezeichnen, wäre untertrieben. Nach ausgiebigen Tour-Aktivitäten und ganz speziellen Erfahrungen mit Ratten stand eine neue Platte aber lange Zeit auf der Kippe. Sänger und Gitarrist Carl Johnson wurde brutal zusammengeschlagen und steckt noch mittem im Genesungsprozess, bedingt durch Hirnblutungen und Schädel-Hirn-Trauma. Dennoch hat er es sich nicht nehmen lassen, gleich sieben Songs zu „Lovish“ beizusteuern, das noch eine Spur poppiger, psychedelischer und größer ausgefallen ist.

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Bill Ryder-Jones – West Kirby County Primary

Seit seinem Ausstieg bei The Coral 2008 widmet sich Bill Ryder-Jones seiner Solo-Karriere. Aus dem Lead-Gitarristen ist ein Singer/Songwriter geworden, der aber keineswegs auf Referenzen zu seiner früheren Band verzichtet. „West Kirby County Primary“, das bereits dritte Studioalbum, wurde im Schlafzimmer seiner Mutter aufgenommen und befasst sich mit verzweifelten, zum Scheitern verurteilten Beziehungen sowie allgegenwärtigem Bedauern.

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Small Time Giants – Stethoscope

Bei einer Besprechung der Small Time Giants kommt man kaum umher über die durchaus exotische Herkunft des Quartetts zu sprechen. Angefangen hat alles als High-School-Band in Grönland. Wenige Jahre später galt man bereits als größte Rockband des Landes. Danach ging es nach Kopenhagen, der neuen Bandheimat, von wo aus nun der Rest Europas erobert werden soll. „Stethoscope“ ist das meistverkaufte englischsprachige Debüt Grönlands, diverse Auszeichnungen sollten folgen. Nun bekommt auch Deutschland diesen rockigen Einstand zu hören.

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Razz – With Your Hands We’ll Conquer

Vor zehn Jahren stellten fünf Wendländer die deutsche Indie-Welt mit jugendlichem Charme und guten Songs auf den Kopf. Ob Razz einmal in die Fußstapfen von Madsen treten können, muss sich erst zeigen. Das junge Quartett aus dem Emsland setzt zwar auf englischsprachige Texte und hat keine Major-Unterstützung im Rücken, in punkto Esprit, Spielfreude und Reife erinnern sie aber durchaus an die Anfangstage der prominenten Kollegen. Nach Auftritten auf einer Reihe von großen Festivals erscheint nun das Debütalbum mit dem sperrigen Titel „With Your Hands We’ll Conquer“ und zwölf unterhaltsamen Liedchen.

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Little Comets – Hope Is Just A State Of Mind

Der Weg der musikalischen Selbstbestimmung ist alles, nur nicht risikofrei. Das wissen auch Little Comets und schreiten mutig voran durch die britische Radiolandschaft. Auch ihr drittes Album wurde in Eigenregie aufgenommen und vertrieben, kratzte in UK gar an den Top 30 und erfreute sich steter Radiorotation. Zufall? Mitnichten, denn der smarte Indie-Sound mit Pop- und Rock-Sprengseln ist gleichermaßen eingängig wie clever. Besagte Platte, „Hope Is Just A State Of Mind“, nimmt nun auch Kurs auf den Rest Europas.

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Suralin – No Star

Bloß keine Zeit verlieren: Schnell und zielgerichtet begaben sich die vier Chemnitzer Suralin nach Graz ins Studio, um unter der Regie von Wolfgang Möstl ihr drittes Album einzuspielen. In vier Tagen waren 13 Songs im Kasten, zehn davon haben es letztlich auf „No Star“ geschafft, das nun auf dem neugegründeten Chemnitzer Label Atomino Tonträger erscheint. Alles bleibt in der Szene, und doch ist von Tunnelblick nichts zu hören.

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Kagoule – Urth

Gitarrenmusik mit 90er-Jahre-Prägung ist aktuell wieder besonders im Kommen – und warum nicht? Neue Generationen entdecken The Smashing Pumpkins, Fugazi und Dinosaur Jr. für sich; die etwas eigenwilligere Alternative zur nach wie vor lodernden Grunge-Flamme, mit der sich auch Kagoule nicht identifizieren können. Das Trio aus dem britischen Nottingham, erst dem Teenager-Alter entwachsen, hätte auch vor 20 Jahren auf den Plan treten können. Wie schön, dass sie erst jetzt ihr Debütalbum „Urth“ veröffentlichen und Nostalgie mit purer Energie kreuzen.

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The Fratellis – Eyes Wide, Tongue Tied

„Chelsea Dagger“, „Flathead“, „Mistress Mabel“ – der große Durchbruch der Fratellis, deren ersten beiden Alben es in die britischen Top 5 schafften, ist bereits etliche Jahre her. Nach einer kleinen Bandpause fiel das Mini-Comeback mit „We Need Medicine“ vor zwei Jahren eher durchwachsen aus. Und doch lässt sich das schottische Trio von solchen Rückschlägen nicht beeindrucken. Für „Eyes Wide, Tongue Tied“ holte man sich abermals Produzent Tony Hoffer an Bord, der bereits beim Debütalbum „Costello Music“ an den Reglern saß.

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Madsen

Madsen – Kompass

Von wegen One-Hit-Wonder: Auch zehn Jahre nach ihrem Einstand und „Die Perfektion“ haben Madsen weiterhin einen Fixplatz in der deutschen Indie-Landschaft. „Wo es beginnt“ schaffte es gar auf Platz 2 der Album-Charts, mit „10 Jahre Madsen Live“ würde überdies ein sympathsicher Bühnen-Rückblick eines legendären Show-Reigens veröffentlicht. Ob die Wendländer mit ihrem sechsten Album „Kompass“ noch aufregen oder gar überraschen können? Die kurze Antwort: ja und nein.

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