Schlagwort: Post Punk

Sprints

Sprints – All That Is Over

Eines der ersten Alben des Vorjahres war auch eines der besten: „Letter To Self“ erschien direkt zu Jahresbeginn 2024 und machte Sprints aus dem Stand zu einer der Bands to watch, was die Touren und Festival-Auftritte der Folgezeit bestätigten. Gitarrist Colm O’Reilly zog sich früh zurück, weil die öffentliche Aufmerksamkeit nichts für ihn war, mit Zac Stephenson wurde ein mehr als adäquater Ersatz gefunden. Gemeinsam wollte man den eigenen Sound weiter ausreizen und neue Extreme finden, zudem den großen Graben zwischen einer Zeit voller Erfolge und Veränderungen sowie der immer hässlicher werdenden Welt ringsum entsprechend ausleuchten und verarbeiten. „All That Is Over“ versucht sich daran.

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Hunny

Hunny – SPIRIT!

Nach dem sympathischen „Hunny’s New Planet Heaven“ konzentriert sich Jason Yarger nun auf das Wesentliche und macht Hunny zum Soloprojekt. Klar, die Prioritäten haben sich geändert, er ist glücklich verheiratet und hat ein Kind, was sich auch auf die verarbeiteten Themen auswirkt. Die alten freundschaftlichen und kreativen Bande bleiben jedoch bestehen – Ex-Bassist Kevin Grimmett tritt als Co-Producer auf, Ex-Drummer Joey Anderson spielte das Schlagzeug ein – und geben der Platte einen einigermaßen vertrauten Anstrich. Gleichzeitig möchte Yarger sein Projekt in eine bewusst abstraktere und verspieltere Richtung lenken, genoss die Freiheit, seine Ideen einfach zu verfolgen. Das bekommt „SPIRIT!“ hörbar gut.

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Lathe Of Heaven

Lathe Of Heaven – Aurora

Mit einem echten Rohdiamanten von einem Album legten Lathe Of Heaven vor zwei Jahren einen echten Superstart hin. Ihr bewusst vielschichtig gehaltener Post-Punk-Ansatz, der gerne mit New Wave und Gothic anbandelt, wurde zur hochspannenden und bewusst ungewöhnlichen Rundreise durch die finsteren 80er Jahre. Eben jenen Weg setzen sie nun fort, wollen sich in jeder Hinsicht breiter aufstellen und lassen sich für eine Sammlung von Science-Fiction-Kurzgeschichten von einer Vielzahl an Romanen inspirieren. Lyrisch anspruchsvoll, musikalisch vielschichtig und zugleich auf allen Ebenen faszinierend zeigt sich „Aurora“.

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Maruja

Maruja – Pain To Power

Seit Jahren brodelt es in der Szene Manchesters. Wer Maruja einmal live gesehen hat, ist Fan. Der eigenwillige Sound der Band passt in kleine Schublade – Jazz, Noise, Alternative, Post Punk, Art Rock und zig weitere, gerne Jam-artige verarbeitete Ideen durchzogen diverse EPs. Über ein Jahrzehnt nach Bandgründung gibt es tatsächlich doch noch das erste reguläre Album, und das hinterlässt mächtig Eindruck. „Pain To Power“ ist auf der Suche nach dem Flow-Zustand, den die Band seit Jahren erfolgreich auf der Bühne kultiviert, und zeigt sich hörbar politisch gezeichnet – von den politischen Verhältnissen in den USA, aber auch von der unmenschlichen Situation in Gaza.

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shame

shame – Cutthroat

Große Themen, große Fragen, wenige Antworten: shame wollen sich mit den großen Themen der Zeit befassen, politischer und gesellschaftlicher Natur, und nehmen dafür kein Blatt vor den Mund. Nach drei starken Alben ging es dem britischen Quintett zudem darum, einerseits die rohe Direktheit ihrer Live-Shows einzufangen und andererseits neue Ufer anzusteuern. In Produzent John Congleton (St. Vincent, Angel Olsen) wurde ein kongenialer Partner gefunden, der ebenso für Unmittelbarkeit steht und den zynisch veranlagten Humor der Band aus South London förderte. „Cutthroat“ ist eine vielschichte No-Bullshit-Platte mit der einen oder anderen Überraschung geworden.

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Lawn Chair

Lawn Chair – You Want It! You Got It!

Vor drei Jahren gegründet, zwei EPs veröffentlicht, fleißig durch Deutschland getourt, dazu ein kleiner Abstecher nach England: Lawn Chair nahmen bislang so ziemlich alles mit, wenngleich es zuletzt eine Spur ruhiger um sie geworden war. Tatsächlich war das Quintett zuletzt mit den Aufnahmen ihres ersten kompletten Albums beschäftigt, für das man in langen Sessions nach und nach den eigenen Sound und die eigene Stimme perfektionierte. „You Want It! You Got It!“ ist laut und kritisch, aber ebenso voller Herz und Sehnsucht, getragen von Post Punk, Indie Rock und einer feinen Prise Pop-Charme.

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Not Scientists

Not Scientists – Voices

Aktuell erleben No Scientists ein kreatives Hoch. Das Quartett aus dem französischen Lyon hat das dritte Jahr in Folge neues Material zu präsentieren – ein Album 2023, eine EP 2024, jetzt wieder ein neues Album, ihr insgesamt viertes. Dafür ging die Band nach Katalonien und arbeitete einmal mehr mit Santi Garcia zusammen, der ihre musikalische Vision beflügelt. Und die trägt weiterhin ordentlich Punk und Rock in sich, aber auch deutlich mehr Wave, Pop und Elektronik – drastisch, tanzbar, gerne mal eingängig und doch immer mit doppeltem Boden inmitten innerer und globaler Krise versehen. „Voices“ hat das Zeug zum großen Wurf.

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Boko Yout

Boko Yout – Gusto

Ein Album als Form der Selbsttherapie, um die eigene Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu verarbeiten: Boko Yout verlangt seinem Full-Length-Einstand einiges ab. Aufgewachsen in Schweden, der Vater aus Togo, die Mutter aus Mosambik, dazu der überdimensionale Schatten der Evangelisch-Freikirchlichen Kirche für eine queere Person, die mit der eigenen Sexualität und Identität ringt – es hatte sich, gelinde gesagt, einiges aufgestaut. Und doch gilt Yout als eine der heißesten Aktien des Musiklandes, für diverse (Newcomer-)Preise nominiert, seine beiden EPs und die diversen Singles abgefeiert. Seinen Sound nennt er augenzwinkernd ‚Afro-Grunge‘ und liegt damit gar nicht mal so weit daneben. „Gusto“ befasst sich aber nicht nur mit den Kämpfen und Gräben der Jugend.

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Jehnny Beth

Jehnny Beth – You Heartbreaker, You

Neue Musik von Jehnny Beth ist stets ein Festmahl, ob mit den leider in Langzeit-Pause befindlichen Savages, im Duett mit Bobby Gillespie oder als allseits beliebter Gast für diverse Künstler. Und dann ist da noch ihre spannende Solokarriere, die mit „To Love Is To Live“ vor fünf Jahren ein herrlich unorthodoxes Album abwarf. Dessen Eindringlichkeit rettet die Französin ins Hier und Jetzt und präsentiert eine Platte, die auf dunkle Zeiten reagiert – mal laut, schroff und bewusst grantig, dann wieder zart, flüstern, nahezu einfühlsam. „You Heartbreaker, You“ ringt mit einer Pluralität an Eindrücken und stellt sich musikalisch entsprechend breit auf.

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PLAIINS

PLAIINS – Happy Faces

Chris Reardon zog 2020 von London nach Hamburg und gründete Ende des Jahres eine Band – was soll man auch sonst zwischen Lockdowns machen? PLAIINS haben die stotternde Anfangszeit längst überstanden, inzwischen über 20 Tracks veröffentlicht, die auf diversen Radio- und Streamer-Playlists landeten, von mächtiger Bühnenpräsenz ganz abgesehen. Mit ihrem Sound zwischen Indie, Punk und Rock rennen sie offene Türen ein und sind inzwischen bei Long Branch Records untergekommen. „Happy Faces“ ist das erste komplette Album der britisch-amerikanischen Formation.

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