Schlagwort: Punk Rock

I Am The Avalanche

I Am The Avalanche – Dive

I Am The Avalanche sind nicht unterzukriegen und kommen immer wieder. Ihr neues Album – das erste seit sechs Jahren – nahmen sie Mitte März auf, als COVID-19 erstmals den Großteil der USA heimsuchte. Frontmann Vinnie Caruana floh zwar nachhause, kaum dass seine Aufnahmen abgeschlossen waren, infizierte sich aber ebenso wie seine Frau. Beide waren nach mehreren bettlägerigen Wochen glücklicherweise genesen, und so nimmt so manche Zeile auf „Dive“ eine neue Bedeutung an. Dass die zu diesem Zeitpunkt bereits aufgenommenen Texte zur aktuellen Situation passen, sei dem beschissenen Status Quo zuvor geschuldet, so Caruana.

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Thelonious Monster

Thelonious Monster – Oh That Monster

Bereit für ein weiteres Comeback? Für Thelonious Monster ist dies bereits die dritte Reunion. In den 80er und 90ern veröffentlichten die US-Amerikaner einige bissige Punk-Platten, tauchten unter, kamen für Live-Aktivitäten und „California Clam Chowder“, das bislang letzte Studioalbum aus dem Jahr 2004, wieder zusammen, machten abermals eine Pause bis zu einem kleinen Live-Comeback, und sind nun zurück. Wie lange dieser Zustand mit immerhin drei Mitgliedern des Original-Lineups hält, muss sich erst zeigen. Das neue Werk „Oh That Monster“ erscheint pünktlich zum Wahltag in den USA. Worum bzw. um wen es geht, liegt auf der Hand.

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Lester

Lester – Die beste aller Zeiten

Raus aus der Tristesse eines absoluten Mistjahres, vorbei am Stillstand und hin zur Hoffnung auf Glück, auf bessere Tage: Lester liefern die Antithese zu Pein und Pandemie mit zehn Songs zwischen Punk, Indie und 90s-Emo. Was auf dem Debütalbum der vier Münchner bereits recht gut funktionierte, wird nun kultiviert: Mit einem neuen Label im Rücken versucht „Die beste aller Zeiten“ ein Meer aus geplatzten Träumen vergessen zu machen.

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Mourn

Mourn – Self Worth

Ein Frühjahr, das so schnell niemand vergessen wird: Von der grassierenden Pandemie ganz abgesehen, hatten Mourn plötzlich mit internen Problemen zu kämpfen. Die Gruppendynamik stimmte nicht mehr, Drummer Antonio Postius verließ schließlich die Band. Die Katalanen befreiten sich von diesen Missetönen und zogen sich für eine knappe Woche in ein kleines Haus in den Pyrenäen zurück, um neue Songs zu schreiben. Zurück in der Heimat, mit einem neuen Drummer, fand man den Teamspirit schnell wieder und nahm neue Musik auf. Mit „Self Worth“ halten Mourn ihren Zwei-Jahres-Rhythmus und servieren eine waschechte Empowerment-Platte.

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Statues

Statues – Holocene

Vor knapp zwei Jahren tauchten Statues mit „Adult Lobotomy“ aus dem Nirgendwo auf und gingen durch die Decke. Der überwältigende Dampfhammer kam und kommt allerdings nicht von ungefähr, denn die Mitglieder spielen bereits seit 1991 in verschiedenen Formationen zusammen. Über die Jahre wurden die Schweden immer wütender und schraubten die Intensität in die Höhe. In dieser Konstellation wagt sich das Trio an eine Mischung aus Proto-Indie-Rock mit Garage-Schlagseite sowie Punk Rock mit gelegentlichem Post-Präfix. Für „Holocene“ wurden gleich über 40 Songs geschrieben, von denen es letztlich elf auf die Platte schafften.

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Idles

Idles – Ultra Mono

Wie ist das eigentlich mit dem Album nach dem Album, mit der Platte nach dem Durchbruch zwischen Bataclan und Glastonbury? Idles gelten spätestens seit „Joy As An Act Of Resistance“ als Vorreiter der nächsten großen Post-Punk-Welle. Während andere auf Gift und Galle setzen, betonen die Briten das Gemeinsame, gegenseitige Unterstützung, treten für unterdrückte und marginalisierte Gruppen sowie gegen toxische Maskulinität ein. Diese ehrliche, verwunderbare und moralisch aufrichtende Herangehensweise heimste in einer Welt, die eh am Arsch ist, nicht nur positive Rückmeldung ein. Und so wird „Ultra Mono“ deutlicher denn je in seiner Mission für ein besseres Morgen.

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Madsen

Madsen – Na gut dann nicht

Wie das nun mal so ist mit Plänen: Madsen hatten ein neues Album geschrieben, wollten dieses im Sommer aufnehmen und kräftig betouren. Eine Pandemie später wurde alles notgedrungen über den Haufen geworfen. Sebastian Madsen und Lisa Nicklisch, die vor allem live in die Tasten haut, räumten den Proberaum auf, schrieben Songs für andere Musiker… und bekamen plötzlich Bock auf Punk. Die fertige Platte wurde erst einmal zurückgereiht und stattdessen binnen zwei Wochen ein Punkalbum eingespielt. „Na gut dann nicht“ wurde von der Band gemeinsam zuhause im Wendland geschrieben und aufgenommen, und erinnert sich an die musikalische Jugendliebe der heiligen drei Akkorde.

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Laura Jane Grace

Laura Jane Grace – Stay Alive

Viel Zeit zum Schreiben, wenig Möglichkeit für tatsächlichen Ertrag: Die Corona-Pandemie traf natürlich auch die Musikwelt heftig. Laura Jane Grace wollte nach einer Tour im März mit Against Me! ins Studio gehen, um Songs aufzunehmen, an denen sie zwei Jahre gearbeitet hatte. Und plötzlich ging nichts mehr. Nach anderthalb Monaten konnte sie sich aus der Schockstarre befreien und stellte fest, dass diese Tracks unbedingt aufgenommen werden mussten. So landete „Stay Alive“ vor wenigen Tagen als Überraschungsalbum ohne große Vorankündigung und stellt zugleich wohl Graces erstes echtes Solowerk dar, obwohl sie sich selbst nicht ganz so sicher ist. Nur eines betont sie augenzwinkernd: Es ist KEIN Akustik-Album.

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Corey Taylor

Corey Taylor – CMFT

Revolutionäre Metal-Wutproben mit Slipknot, Hard-Rock-Chart-Topper mit Stone Sour, mehrere Bücher auf den Beststeller-Listen: Corey Taylor ist ein Tausendsassa. Neben seinen beiden gigantischen Bands und diversen Nebenschauplätzen nimmt der charismatische Sänger nun ein weiteres Projekt in Angriff, und zwar in kompletter Eigenregie. Taylor gibt’s nun auch als Solokünstler mit Songs, die teils bis in seine Jugend zurückreichen, sowie komplett neuem Material. Ob kerniger Rock, Punk oder HipHop, auf „CMFT“ kommt zusammen, was eigentlich schon lange zusammengehört.

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Elm Tree Circle

Elm Tree Circle – No Fomo

Die stete Angst, etwas zu verpassen, ist spätestens seit der Omnipräsenz sozialer Medien in Generation über Generation verhaftet. FOMO, „fear of missing out“, nennt sich dieses Phänomen. Was aber, wenn man sich doch ein wenig Zeit nimmt? Elm Tree Circle umkreisen dieses Phänomen kritisch mit Songs, die auch rund um die Jahrtausendwende prima funktioniert hätten – Indie, Emo und Punk geben sich die Klinke in die Hand. Das Trio aus Iserlohn lässt „No Fomo“ auf die selige Meute los.

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