Schlagwort: Punk Rock

Statues

Statues – Holocene

Vor knapp zwei Jahren tauchten Statues mit „Adult Lobotomy“ aus dem Nirgendwo auf und gingen durch die Decke. Der überwältigende Dampfhammer kam und kommt allerdings nicht von ungefähr, denn die Mitglieder spielen bereits seit 1991 in verschiedenen Formationen zusammen. Über die Jahre wurden die Schweden immer wütender und schraubten die Intensität in die Höhe. In dieser Konstellation wagt sich das Trio an eine Mischung aus Proto-Indie-Rock mit Garage-Schlagseite sowie Punk Rock mit gelegentlichem Post-Präfix. Für „Holocene“ wurden gleich über 40 Songs geschrieben, von denen es letztlich elf auf die Platte schafften.

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Idles

Idles – Ultra Mono

Wie ist das eigentlich mit dem Album nach dem Album, mit der Platte nach dem Durchbruch zwischen Bataclan und Glastonbury? Idles gelten spätestens seit „Joy As An Act Of Resistance“ als Vorreiter der nächsten großen Post-Punk-Welle. Während andere auf Gift und Galle setzen, betonen die Briten das Gemeinsame, gegenseitige Unterstützung, treten für unterdrückte und marginalisierte Gruppen sowie gegen toxische Maskulinität ein. Diese ehrliche, verwunderbare und moralisch aufrichtende Herangehensweise heimste in einer Welt, die eh am Arsch ist, nicht nur positive Rückmeldung ein. Und so wird „Ultra Mono“ deutlicher denn je in seiner Mission für ein besseres Morgen.

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Madsen

Madsen – Na gut dann nicht

Wie das nun mal so ist mit Plänen: Madsen hatten ein neues Album geschrieben, wollten dieses im Sommer aufnehmen und kräftig betouren. Eine Pandemie später wurde alles notgedrungen über den Haufen geworfen. Sebastian Madsen und Lisa Nicklisch, die vor allem live in die Tasten haut, räumten den Proberaum auf, schrieben Songs für andere Musiker… und bekamen plötzlich Bock auf Punk. Die fertige Platte wurde erst einmal zurückgereiht und stattdessen binnen zwei Wochen ein Punkalbum eingespielt. „Na gut dann nicht“ wurde von der Band gemeinsam zuhause im Wendland geschrieben und aufgenommen, und erinnert sich an die musikalische Jugendliebe der heiligen drei Akkorde.

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Laura Jane Grace

Laura Jane Grace – Stay Alive

Viel Zeit zum Schreiben, wenig Möglichkeit für tatsächlichen Ertrag: Die Corona-Pandemie traf natürlich auch die Musikwelt heftig. Laura Jane Grace wollte nach einer Tour im März mit Against Me! ins Studio gehen, um Songs aufzunehmen, an denen sie zwei Jahre gearbeitet hatte. Und plötzlich ging nichts mehr. Nach anderthalb Monaten konnte sie sich aus der Schockstarre befreien und stellte fest, dass diese Tracks unbedingt aufgenommen werden mussten. So landete „Stay Alive“ vor wenigen Tagen als Überraschungsalbum ohne große Vorankündigung und stellt zugleich wohl Graces erstes echtes Solowerk dar, obwohl sie sich selbst nicht ganz so sicher ist. Nur eines betont sie augenzwinkernd: Es ist KEIN Akustik-Album.

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Corey Taylor

Corey Taylor – CMFT

Revolutionäre Metal-Wutproben mit Slipknot, Hard-Rock-Chart-Topper mit Stone Sour, mehrere Bücher auf den Beststeller-Listen: Corey Taylor ist ein Tausendsassa. Neben seinen beiden gigantischen Bands und diversen Nebenschauplätzen nimmt der charismatische Sänger nun ein weiteres Projekt in Angriff, und zwar in kompletter Eigenregie. Taylor gibt’s nun auch als Solokünstler mit Songs, die teils bis in seine Jugend zurückreichen, sowie komplett neuem Material. Ob kerniger Rock, Punk oder HipHop, auf „CMFT“ kommt zusammen, was eigentlich schon lange zusammengehört.

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Elm Tree Circle

Elm Tree Circle – No Fomo

Die stete Angst, etwas zu verpassen, ist spätestens seit der Omnipräsenz sozialer Medien in Generation über Generation verhaftet. FOMO, „fear of missing out“, nennt sich dieses Phänomen. Was aber, wenn man sich doch ein wenig Zeit nimmt? Elm Tree Circle umkreisen dieses Phänomen kritisch mit Songs, die auch rund um die Jahrtausendwende prima funktioniert hätten – Indie, Emo und Punk geben sich die Klinke in die Hand. Das Trio aus Iserlohn lässt „No Fomo“ auf die selige Meute los.

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The Hawkins

The Hawkins – Silence Is A Bomb

Die vier Musiker hinter The Hawkins müssen Rock’n’Roll mit der Muttermilch aufgesogen haben. Sie stammen aus einer schwedischen Kleinstadt mitten im Wald, wie sie gerne betonen, kennen sich schon ewig und machen seit sieben Jahren gemeinsam Musik. In dieser Zeit sprang ein Album ab, dazu kommen diverse Kleinformate, welche den Bogen von Queen über The Hives bis zu Royal Republic spannen. „Silence Is A Bomb“ packt all das erneut in den rifflastigen Turbomixer.

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Bully

Bully – Sugaregg

Alicia Bognanno musste sich erst von alten Verhaltensmustern – privater wie musikalischer Natur – verabschieden, um voranzukommen. Sie räumte mit ihrem Ego und ihren Unsicherheiten auf, um das Soloprojekt Bully zurück in die Spur zu bekommen. Seitdem ihre bipolare Störung entsprechend behandelt werden kann, änderte sich nicht nur Bognannos Herangehensweise, sie kann nun sogar darüber schreiben. „Sugaregg“ entstand über mehrere Monate und in mehreren Studios, erstmals mit Unterstützung von außen im Aufnahme- und Engineering-Prozess.

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Kommando Kant

Kommando Kant – Aussterben ist ein schönes Hobby

Bei Kommando Kant mahlen die sprichwörtlichen Mühlen etwas langsamer. 2012 gegründet, sollte es vier Jahre bis zum Debütalbum „Ziehen Sie ’ne Nummer“ dauern, danach vergingen erneut vier Jahre bis zum Hier und Jetzt. Dabei ist der kurzweilige, an Captain Planet angelehnte Indie-Punk-Sound aktueller denn je und ließ sogar das neue Label DevilDuck Records mit der Maxime, keine deutschsprachigen Bands zu veröffentlichen, brechen. Es wäre aber auch schade gewesen, auf „Aussterben ist ein schönes Hobby“ verzichten zu müssen.

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Go Go Gazelle

Go Go Gazelle – Flaschenpost an morgen

Zwei kurzweilige EPs liegen in der Vergangenheit, das Hier und Jetzt bemüht sich um ein ausladenderes Format: Go Go Gazelle wagen sich an ihr Debütalbum. Das Augsburger Indie-Punk-Trio mit schmissigen Melodien, selbstreflektierten bis (selbst-)ironischen Texten und gelegentlichen Folk-Einschüben möchte die Live-Energie auf Platte bannen und verzichtet weitestgehend auf unnötige Gimmicks oder Zusätze. „Flaschenpost an morgen“ erweist sich als gelungener Aufgalopp.

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