Schlagwort: Punk Rock

Captain Planet – Ein Ende

In aller Ruhe und ohne großen Tam-Tam haben Captain Planet einen Nachfolger zu „Treibeis“ aufgenommen. Einfach mal wieder die Musik in den Vordergrund rücken, und das ist auch gut so. Als wohl melodischte Vertreter der cleveren Deutschpunk-Szene nimmt das Quintett so und so eine Ausnahmestellung ein. Verändert hat sich jedoch wenig: zehn Songs in unter einer halben Stunde, mächtige Hooklines und metaphernreiche Sprache machen „Ein Ende“ zu einem weiteren Anfang.

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White Lung – Paradise

Kanadas Punk-Powerhouse White Lung hat keine Lust darauf, weiterhin auf der Stelle zu treten in einer Szene, die Weiterentwicklung nur selten verzeiht. Gerade als Songwriter ist das Trio gewachsen, jedes Album nimmt noch mehr Fahrt auf. Erhalten bleibt jedoch die ausgesuchte Kürze, mit der auch gängige Genre-Alben aus den Boxen schallen. „Paradise“ überschreitet nun immerhin die 28-Minuten-Marke und ist nach wie vor tief im Punk verwurzelt, bringt aber ebenso einen ordentlichen Wave- und Indie-Punch mit sich.

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Hey Ruin – Irgendwas mit Dschungel

Punk auf Deutsch genießt aktuell ein verdientes Revival, zumindest in einer etwas emotionaleren, bissig rockenden Variante – siehe und höre aktuell Fjørt oder Marathonmann. Vielleicht reihen sich auch Hey Ruin demnächst in diese Riege ein. Hier sind drei Viertel von MNMNTS beteiligt, allerdings mit deutschen Texten und melancholisch-emotionaler Schlagseite. „Irgendwas mit Dschungel“ ist von 90s-Emo-Klängen durchzogen und entpuppt sich als bewegende Zeitreise mit verdienter Dosis Sozialkritik.

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Lyvten – …sondern vom Mut, mit dem du lebst

Zuerst kommt der großartige Name, dann geht der sprichwörtliche Punk ab: Lyvten aus der Schweiz haben sich zackigen Gitarren verschrieben, lassen sich aber wohl eher der Tradition von Muff Potter zuordnen. Auch ein Hauch von Hardcore schleicht sich ein und tritt in belebenden Konkurrenzkampf mit herzhaftem Pop-Appeal. Nach zwei durchaus spannenden Singles, auf denen das Quartett seinen Sound suchte und fand, steht nun das erste Album „…sondern vom Mut, mit dem du lebst“ in den Startlöchern.

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Freiburg – Brief & Siegel

Hanse-Punk, deine Kinder: Im schier endlosen Fahrwasser von so illustren Bands wie Captain Planet, Turbostaat und Oma Hans schlagen Freiburg auf, die, wie der Name bereits besagt, aus Gütersloh stammen, und den angepissten Zweieinhalbminüter zur Maxime erheben. Wütende Schreie, ein wenig 90s-Energie, Hardcore-Untertöne und zehn Husarenritte haben sich auch auf dem bereits dritten Studioalbum „Brief & Siegel“ eingefunden. Präsentation, Energielevel, Songs – grandios. Spielzeit – eh.

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Marky Ramone – Punk Rock Blitzkrieg

Es gibt Autobiographien, die scheinen nur darauf abzuzielen, mit ihrer Umwelt abzurechnen, möglichst skandälos aufzutreten, um auch ordentlich Exemplare abzusetzen. Dann wiederum gibt es solche, die Exzesse, Drogenkonsum und dergleichen überschwänglich, unnötig glorifizieren. Marky Ramone tut weder das eine noch das andere. Sein „Punk Rock Blitzkrieg“ ist ehrlich, gerecht, humorvoll und vor allem ein sympathisches Porträt von vier Jahrzehnten im Dienste des Punk.

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Against Me! – 23 Live Sex Acts

Auf das Transgender-Coming-Out von Laura Jane Grace folgten personelle Veränderungen bei Against Me!, das verdient gefeierte Full-Length-Statement „Transgender Dysphoria Blues“, eine ausverkaufte Tour sowie eine Emmy-nominierte Dokumentationsreihe. Mit dem Doppel-Live-Album „23 Live Sex Acts“ blickt das Quartett auf den letztjährigen Tourzyklus zurück. Mitgeschnitten wurden die 23 Tracks rund um den Erdball über das gesamte Jahr 2014.

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Frank Carter & The Rattlesnakes – Blossom

„I’m so sick of singing about hate / It’s never gonna make a change“, sang Frank Carter vor zweieinhalb Jahren auf dem Debütalbum von Pure Love, sein deutlich harmonischeres Projekt nach jahrelange Tätigkeit als Gallows-Frontmann. Pure Love sind allerdings schon wieder Geschichte, also widmet sich der Brite nun einem neuen Schauplatz mit der Band The Rattlesnakes. Und, siehe da: Auf dem Debütalbum „Blossom“ kehrt Carter über weite Strecken nun wieder zum dreckigen Gallows-Sound zurück und rotzt ordentlich in die Menge.

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Radkey – Dark Black Makeup

Eminem, Jesse James, Jane Wyman – die Liste der berühmten Töchter und Söhne der Stadt St. Joseph im US-Bundesstaat Missouri könnte unterschiedlicher kaum sein. Auch die drei Brüder Darrion, Isaiah und Solomon Radke, 22, 20 und 18 Jahre jung, wuchsen dort auf, zogen mit ihrer 2010 gegründeten Band Radkey aber kürzlich nach Kansas City, wo nach ihren Angaben deutlich mehr los sein soll. Vermeintliche ländliche Zurückgezogenheit hört man ihrem Debütalbum „Dark Black Makeup“ sowieso nicht an. Stattdessen lehren sie unter anderem alten Danzig-Anhängern das Fürchten.

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Deaf Wish – Pain

„Sollten wir nur zwei gemeinsame Shows spielen, dann ist das eben so.“ – acht Jahre später veröffentlichen Deaf Wish aus Australien ihr erstes Album bei Sub Pop und zeigen, dass sie überleben können, auch wenn nichts für die Ewigkeit geschaffen werden sollte. Der laute, kratzbürstige Ansatz von „Pain“ bewegt sich irgendwo zwischen Punk, Noise, Shoegaze und Alternative Rock mit einem Hauch Neo-Grunge.

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