Schlagwort: Punk Rock

Amyl And The Sniffers

Amyl And The Sniffers – Cartoon Darkness

Von Dreck und Chaos in kleinen australischen Bars bis zu den großen Bühnen der Welt: Der Aufstieg von Amyl And The Sniffers in den letzten Jahren bereitete Freude. Der räudige, pointierte und angenehm ehrliche Sound des Quartetts aus Melbourne um Amy Taylor schaffte es zuletzt sogar fast in die deutschen Top 20 und erreichte mit dem zweiten Album „Comfort To Me“ Platz 2 in der Heimat. Darauf will man sich – natürlich – nicht ausruhen und geht stattdessen noch beherzter zu Werk. Auf „Cartoon Darkness“ befassen sich Taylor und Band mit Politik, Klimakrise, KI und der zunehmenden emotionalen Taubheit der Menschen in einer von Informationen gefluteten Welt.

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High Vis

High Vis – Guided Tour

Ja, sie kommen immer noch aus dem Hardcore. Ja, sie häuten sich musikalisch weiterhin. High Vis haben keine Lust, ihre Wurzeln zu ignorieren, während ihre kreative Evolution die nächste Stufe erklimmt. Das Londoner Quintett spielt seit geraumer Zeit liebend gerne mit Punk, Alternative und Indie, will aber noch mehr. Auf ihrem dritten Album wird das Vertraute gefestigt und mit frischen Ideen versehen. Zudem bemüht „Guided Tour“ eine Art Ausbruch aus dem Alltag und versucht in Zeiten der Unruhe und Rastlosigkeit eine hoffnungsvolle Platte zu sein, ohne dabei auf die etatmäßige Wut zu vergessen.

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The Linda Lindas

The Linda Lindas – No Obligation

Vier junge Musikerinnen gehen bei einer Performance in der öffentlichen Bibliothek von Los Angeles steil und schaffen damit einen viralen Hit. Dahinter stecken The Linda Lindas, die auf den verdienten Hype eine starke EP und ein noch besseres Album folgen lassen. Dass drei der vier Sängerinnen und Instrumentalistinnen immer noch zur Schule gehen, verblüfft nach wie vor. Und doch konnte man in den Schulferien sowie an diversen langen Wochenende, wo man unter anderem mit Green Day, Blondie, Paramore und den Rolling Stones spielte, eine Fülle packender neuer Songs schreiben. „No Obligation“ behält sich die Unbekümmertheit der bisherigen Releases und spielt sich einmal mehr frei.

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24/7 Diva Heaven

24/7 Diva Heaven – Gift

24/7 Diva Heaven veröffentlichten ihr erstes Album im März 2021. Von schweren oder ungünstigen Bedingungen zu sprechen, wäre dezent untertrieben. Dass sich „Stress“ dennoch behaupten konnte, spricht für die große musikalische Qualität des Trios. Schließlich traf der Mix aus Punk, Grunge, Rock und Noise den Nerv der Zeit mindestens so gut wie die laute und deutliche Auseinandersetzung mit wichtigen Themen und Problemen. Und das schwierige zweite Album? Kann nur ein Gerücht sein, denn trotz beherztem Zulangen könnte „Gift“ kaum lockerer und beherzter punkten.

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Drug Church

Drug Church – Prude

Auftauchen, Maßstäbe setzen und immer wieder einen drauflegen, das scheint das Motto bei Drug Church zu sein. 2011 in Albany im US-Bundesstaat New York gegründet, veröffentlichte das Quintett bislang vier Alben und verfeinerte seinen ursprünglich rohen Punk-Ansatz weiter und weiter. Ob schroffer (Post-)Hardcore auf der einen oder mächtiger Alternative Rock mit 90s-Einschlag auf der anderen Seite – spätestens mit dem im März 2022 veröffentlichten „Hygiene“ hatten sie den Kultstatus endgültig hinter sich gelassen. Nun winkt die verdiente Kür: „Prude“ hat das Zeug zum berühmten nächsten Schritt.

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Friends With Boats

Friends With Boats – Bumper Sticker Poetry

Eine mehr als 20jährige Freundschaft über zwei Kontinente verbindet die fünf Musiker hinter Friends With Boats. Zwischen Hannover und Vancouver ist der Abstand offenkundig kleiner, als man meint. An Silvester 2021 aus einer Laune heraus gegründet, um einen Song aufzunehmen, entwickelte sich die Schnappsidee schnell zur ernstzunehmenden Band, die mit Herzblut zu Werke geht. Neun der zehn Songs auf ihrem ersten Album entstanden binnen einer Woche im Proberaum. „Bumper Sticker Poetry“ erscheint nun in Eigenregie und fängt einen kurzweiligen, 90s-angehauchten Sound zwischen Punk, Hardcore und Emo mit dicken Melodien und kräftigen Abrissbirnen ein.

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Kontrolle

Kontrolle – Grau

Zwei Alben wie Nackenschläge, so finster und doch so roh: Kontrolle aus Solingen und Düsseldorf wurden schnell überaus laut und wuchtig vorstellig und siedelten sich irgendwo im erweiterten Post Punk- und (Cold-)Wave-Umfeld an, ohne dabei ihre Hardcore- und Punk-Wurzeln zu verleugnen. Das klappte bislang gar hervorragend und wirft nun einen Drittling ab. Der soll noch einen Tacken ruppiger und kompromissloser ausfallen, begleitet von deutschen Texten, die zwischen aktuellen Themen und Sorgen sowie diesem kleinen Augenzwinkern pendeln. Mit „Grau“ könnte es für das Trio endlich durch die Decke gehen.

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Small State

Small State – The Poorly Trained Professionals

Das Album nach dem Album danach ist ein Statement. 2020 fanden sich Small State nach einer etwa zehnjährigen Pause wieder, natürlich das perfekte Jahr für solche Dinge. Seither veröffentlichte das Punk-Quartett aus dem Südwesten des Landes ein kurzweiliges Album, ein ruppiges Hallo mit Herz und Hirn. Davon gibt es nun mehr, wenngleich ausnahmsweise etwas andere Seiten aufgezogen werden. Bewusst spricht man schwere, unangenehme Themen sehr offen an, ob persönlicher oder gesellschaftlicher Natur. Und doch hat „The Poorly Trained Professionals“ nichts an Eingängigkeit und Hooklastigkeit eingebüßt.

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Laura Jane Grace & The Mississippi Medicals

Laura Jane Grace & The Mississippi Medicals – Give An Inch

Laura Jane Grace hat aktuell einen Lauf. Knapp acht Monate nach dem Release ihres Albums „Hole In My Head“ hat sie erneut Nachschub im Gepäck, bloß wieder im Bandformat. Gemeinsam mit Mike Patton (Drive-By Truckers), der bereits auf besagter Platte mitwirkte, Mikey Erg (The Ergs) und Ehefrau Paris Campbell Grace wurden The Mississippi Medicals ins Leben gerufen. Musikalisch bedeutet das eine Spur frischen Windes mit gelegentlichem Country-Einschlag und einer markanten Zweitstimme, an die man sich erst gewöhnen muss. Und doch kann „Give An Inch“ zumindest über weite Strecken überzeugen.

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Smile And Burn

Smile And Burn – Seid ihr stolz auf mich?

Alles gewagt, alles gewonnen: Der Neustart von Smile And Burn Anfang 2020, plötzlich auf Deutsch, nur noch zu dritt und einen Tacken punkiger, war durchaus mutig, machte sich aber bezahlt. Mit ihrem scharfkantigen, pointierten, humorvollen und doch gesellschaftskritischen Sound rannte man offene Türen ein und schraubte, ganz nebenbei, höchst erfolgreich am eigenen kreativen Esprit. Das geschieht auch auf ihrem neuesten Streich, bloß irgendwie anders. „Seid ihr stolz auf mich?“ denkt nicht nur den Punk-Ansatz weiter und räumt dem Post-Präfix mehr Platz ein, sondern richtet zugleich den Blick bewusst nach innen.

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