Schlagwort: Soul

Modha

Modha – At Your Pace

Entschleunigung und Entspannung ist eine Wohltat in einer Welt, die immer hektischer und rasanter wird. Modha erklären diese etwas gemächlichere Herangehensweise als eines ihrer kreativen Leitmotive, wie auch emotionale Ehrlichkeit und eine neugierige Offenheit für neue Klänge. Das Berliner Duo um Dhanya Langer und Maximilian Scholl hält herzlich wenig von glatten, perfekten Produktionen, und rückt stattdessen das Bauchgefühl, die Schönheit des Moments in den Mittelpunkt. Ein erstes Album erschien 2023, mit dem Nachfolger „At Your Pace“ rückt das eigene Tempo weiter in den Mittelpunkt, begleitet von verschiedenen Gästen sowie einer bekömmlichen Mischung aus Jazz, Soul, HipHop und RnB.

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Aquakultre

Aquakultre – 1783

Während des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs wurde die kanadische Provinz Nova Scotia zum sicheren Hafen für britische Loyalisten. Die Gründung von ‚Black Nova Scotia‘ im Jahr 1783 bezieht sich auf die Umsiedlung von über 4.000 Schwarzen an die kanadische Ostküste durch die Britische Krone – eine Zahl, die sich bis heute etwa versiebenfachte. Lance Sampson stammt direkt von dieser Bevölkerungsgruppe und ihrer aufregenden, vielfältigen Kultur ab. Mit seinem Projekt Aquakultre schafft er nun eine kleine Hommage an die (Familien-)Geschichte und das Leben über Generationen, schlicht „1783“ betitelt.

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Jonathan Jeremiah

Jonathan Jeremiah – We Come Alive

Einer der besten Songwriter dieser Zeit fliegt weiterhin komplett unverdient unter dem Radar. Die Rede ist von Jonathan Jeremiah, dessen butterweiche und gefühlvolle Musik erneut komplett eigene Schubladenkästen bastelt und großartige Geschichten erzählt. Auch sein neuester Streich bringt alles mit, was man gemeinhin im weiten Kopfkino-Sektor verortet. Mit dem gängigen Optimismus war es dieses Mal gar nicht so einfach, denn „We Come Alive“ verarbeitet unter anderem den Tod des Vaters, setzt sich mit zentralen Fragen rund um Zugehörigkeit, Identität und Herkunft auseinander, und lässt zugleich zunehmend unbequeme globale Geschehnisse nie komplett aus den Augen.

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Miles Kane

Miles Kane – Sunlight In The Shadows

Eigentlich hätte sich Miles Kane nichts mehr zu beweisen, möchte man meinen. Als Teil von The Last Shadow Puppets stürmte er mehrmals die Spitze der britischen Album-Charts, wo sich auch seine fünf bisherigen Soloalben durchgehend in den Top 20 platzierten, dazu kommen diverse weitere Bands und Projekte, wie The Jaded Hearts Club und The Rascals. Und doch fühlte es sich wie ein Neustart an, als der End-Dreißiger im Juni 2024 die Easy Eye Sound Studios betrat und dort auf Dan Auerbach (The Black Keys) traf. Schnell war eine gemeinsame Wellenlänge gefunden, die ersten drei Songs entstanden noch am ersten Tag, zudem wurde das gesamte Material in Rekordzeit live eingespielt. Diese spontane und zugleich hochgradig kreative Atmosphäre hört man „Sunlight In The Shadows“ prima an.

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St. Paul & The Broken Bones

St. Paul & The Broken Bones – St. Paul & The Broken Bones

Zurück zu den Wurzeln oder doch Flucht nach vorne? Mit ihren letzten Alben gingen St. Paul & The Broken Bones in eine zunehmend experimentelle Richtung, von Rap-Beats bis Stoner-Riffs, alles in ihr vertrautes Soul- und RnB-Gewand eingebunden. Danach stellte man fest, man könne sich in jede erdenkliche Richtung entwickeln. Geworden ist es letztlich eine Art Rückgriff zu „Half The City“ und „Sea Of Noise“, den ersten Platten, ohne jedoch die eigene musikalische Evolution des Jahrzehnts dazwischen zu ignorieren. Inspiration holte man sich von überall, alle durften und sollten mitwirken, selbst Co-Autoren wurden einbezogen. Schlicht wie die Band betitelt, wirkt das sechste Studioalbum so lebendig und organisch wie lange nicht.

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Robert Finley

Robert Finley – Hallelujah! Don’t Let The Devil Fool Ya

Ein spätberufener Blueser macht vielleicht keinen Sommer, dafür richtig gute Musik. Robert Finley mag inzwischen 71 Jahre alt sein, doch steckt seine Musik – mehr denn je – voller Herz, Leben und Spiritualität. Und funktioniert zudem relativ flott, denn die Sessions mit Dauer-Begleiter Dan Auerbach schlossen das Tracking der gesamten neuen Platte an einem einzigen Tag ab – komplett improvisiert, so wie damals, als Finley auf der Straße für ein paar Dollar spielte. „Hallelujah! Don’t Let The Devil Fool Ya“ richtet sich am Glauben aus, macht den Protagonisten zum Sprachrohr und findet abermals seine innere Mitte zwischen Blues, Soul und RnB.

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Curtis Harding

Curtis Harding – Departures & Arrivals: Adventures Of Captain Curt

Curtis Harding bleibt seiner Heimat nur ungern fern. Sehnsucht und Unbehagen begleiten seine (Tour-)Reisen – und das geht sicher nicht nur ihm so. Aus diesen Überlegungen entstand eine Space Opera über eine Figur, die sich im Weltraum verirrt und auf ihren Reisen durch verschiedene Galaxien und Dimensionen den Weg nachhause sucht. Von Ridley Scott konzeptuell inspiriert, übernahm Harding erstmals seit seinem Einstand wieder die Produktion, um sämtliche Ideen nach seinen Vorstellungen umzusetzen, experimentierte mit Sounds und Genres, und spielte den Großteil der Platte live mit Band im Studio ein. „Departures & Arrivals: Adventures Of Captain Curt“ ist ohne Frage sein bisher ambitioniertestes Werk.

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Durand Jones & The Indications

Durand Jones & The Indications – Flowers

Es ist eine Rückbesinnung auf die Wurzeln, eine Rückkehr zu frühen Visionen der eigenen Band, die das mittlerweile vierte Album von Durand Jones & The Indications antreiben, vier Jahre nach der bis jetzt letzten Platte. Diese war deutlich discolastiger und funkiger als zuvor ausgefallen, während Jones sowie Aaron Frazer zuletzt auf ihren Solowerken weiter experimentierten, das Selbst und den eigenen Sound erforschten. Nun möchte man sich wieder jenen Klängen widmen, die das Trio vor nunmehr 13 Jahren zusammenkommen ließen. „Flowers“ entstand überwiegend in Blake Rheins Heimstudio, vielfach auf One-Take-Demos basierend, und widmet sich reiferen Themen.

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MRCY

MRCY – Volume 2

Die Zusammenkunft von Produzent Barney Lister und Sänger Kojo Degraft-Johnson als MRCY schlug vor ziemlich genau einem Jahr verdient hohe Wellen. Ihr butterweicher, überwiegend analoger RnB- und Soul-Ansatz machte den kurzen, prägnanten Einstand „Volume 1“ zum vollen Erfolg. Darauf soll natürlich aufgebaut werden, wenngleich das britische Duo ein paar Dinge anders machen möchte. Frische Ideen, neue Soundscapes und ein deutlich modernerer Blick auf Liebe, Selbstfindung und das Heilen des Selbst begleiten „Volume 2“ und erweitern den vertrauten Sound auf vielfältige Weise.

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Morcheeba

Morcheeba – Escape The Chaos

Morcheeba als Phänomen zu bezeichnen, würde dem Duo nicht annähernd gerecht werden. Seit mittlerweile 30 Jahren sorgen die TripHop-Ikonen für begeisternde, vielschichtige und mitreißende Klänge, emotional und entspannt, fieberhaft und aufwühlend. Skye Edwards und Ross Godfrey betonen das Familiäre dieser Platte. Edwards‘ Ehemann Steve Gordon (Bass) und Sohn Jaega (Drums), beide langjährige Live-Mitglieder, waren im Studio mit dabei, Godfrey Ehefrau Amanda Zamolo mischte als Gast und Co-Autorin mit. Das nunmehr elfte Studioalbum „Escape The Chaos“ wurde gemeinsam erarbeitet und lebt von seiner heimeligen, intensiven Atmosphäre.

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