Schlagwort: Soul

Robert Finley

Robert Finley – Hallelujah! Don’t Let The Devil Fool Ya

Ein spätberufener Blueser macht vielleicht keinen Sommer, dafür richtig gute Musik. Robert Finley mag inzwischen 71 Jahre alt sein, doch steckt seine Musik – mehr denn je – voller Herz, Leben und Spiritualität. Und funktioniert zudem relativ flott, denn die Sessions mit Dauer-Begleiter Dan Auerbach schlossen das Tracking der gesamten neuen Platte an einem einzigen Tag ab – komplett improvisiert, so wie damals, als Finley auf der Straße für ein paar Dollar spielte. „Hallelujah! Don’t Let The Devil Fool Ya“ richtet sich am Glauben aus, macht den Protagonisten zum Sprachrohr und findet abermals seine innere Mitte zwischen Blues, Soul und RnB.

Weiterlesen
Curtis Harding

Curtis Harding – Departures & Arrivals: Adventures Of Captain Curt

Curtis Harding bleibt seiner Heimat nur ungern fern. Sehnsucht und Unbehagen begleiten seine (Tour-)Reisen – und das geht sicher nicht nur ihm so. Aus diesen Überlegungen entstand eine Space Opera über eine Figur, die sich im Weltraum verirrt und auf ihren Reisen durch verschiedene Galaxien und Dimensionen den Weg nachhause sucht. Von Ridley Scott konzeptuell inspiriert, übernahm Harding erstmals seit seinem Einstand wieder die Produktion, um sämtliche Ideen nach seinen Vorstellungen umzusetzen, experimentierte mit Sounds und Genres, und spielte den Großteil der Platte live mit Band im Studio ein. „Departures & Arrivals: Adventures Of Captain Curt“ ist ohne Frage sein bisher ambitioniertestes Werk.

Weiterlesen
Durand Jones & The Indications

Durand Jones & The Indications – Flowers

Es ist eine Rückbesinnung auf die Wurzeln, eine Rückkehr zu frühen Visionen der eigenen Band, die das mittlerweile vierte Album von Durand Jones & The Indications antreiben, vier Jahre nach der bis jetzt letzten Platte. Diese war deutlich discolastiger und funkiger als zuvor ausgefallen, während Jones sowie Aaron Frazer zuletzt auf ihren Solowerken weiter experimentierten, das Selbst und den eigenen Sound erforschten. Nun möchte man sich wieder jenen Klängen widmen, die das Trio vor nunmehr 13 Jahren zusammenkommen ließen. „Flowers“ entstand überwiegend in Blake Rheins Heimstudio, vielfach auf One-Take-Demos basierend, und widmet sich reiferen Themen.

Weiterlesen
MRCY

MRCY – Volume 2

Die Zusammenkunft von Produzent Barney Lister und Sänger Kojo Degraft-Johnson als MRCY schlug vor ziemlich genau einem Jahr verdient hohe Wellen. Ihr butterweicher, überwiegend analoger RnB- und Soul-Ansatz machte den kurzen, prägnanten Einstand „Volume 1“ zum vollen Erfolg. Darauf soll natürlich aufgebaut werden, wenngleich das britische Duo ein paar Dinge anders machen möchte. Frische Ideen, neue Soundscapes und ein deutlich modernerer Blick auf Liebe, Selbstfindung und das Heilen des Selbst begleiten „Volume 2“ und erweitern den vertrauten Sound auf vielfältige Weise.

Weiterlesen
Morcheeba

Morcheeba – Escape The Chaos

Morcheeba als Phänomen zu bezeichnen, würde dem Duo nicht annähernd gerecht werden. Seit mittlerweile 30 Jahren sorgen die TripHop-Ikonen für begeisternde, vielschichtige und mitreißende Klänge, emotional und entspannt, fieberhaft und aufwühlend. Skye Edwards und Ross Godfrey betonen das Familiäre dieser Platte. Edwards‘ Ehemann Steve Gordon (Bass) und Sohn Jaega (Drums), beide langjährige Live-Mitglieder, waren im Studio mit dabei, Godfrey Ehefrau Amanda Zamolo mischte als Gast und Co-Autorin mit. Das nunmehr elfte Studioalbum „Escape The Chaos“ wurde gemeinsam erarbeitet und lebt von seiner heimeligen, intensiven Atmosphäre.

Weiterlesen
Galactic And Irma Thomas

Galactic And Irma Thomas – Audience With The Queen

Bislang nahmen Galactic ihre Alben mit einer Vielzahl an Sänger*innen auf. Das Jazz- und Funk-Kollektiv aus New Orleans steht seit mittlerweile drei Jahrzehnten für bunte Vielfalt und beste Laune. Das elfte Studiowerk wurde jedoch erstmals ausschließlich mit einer einzigen Stimme eingespielt. Die mit einem Grammy ausgezeichnete 84jährige Soul-Legende Irma Thomas, die bereits in der Vergangenheit mit Galactic zusammenarbeitete, steht hier im verdienten Rampenlicht. Acht neue Tracks und eine Cover-Versionen finden sich auf dem passenderweise „Audience With The Queen“ benannten Machwerk.

Weiterlesen
Cold Specks

Cold Specks – Light For The Midnight

Längere Kreativpausen sind für viele Künstler*innen keine ungewöhnliche Angelegenheit. Bei Ladan Hussein aka Cold Specks waren jedoch siebeneinhalb Jahre seit „Fool’s Paradise“ vergangen. Eine kapitale Mental-Health-Krise warf die kanadische Sängerin und Songwriterin aus der Bahn – was sich zunächst wie ein Zusammenbruch aufgrund von Depressionen anfühlte, führte zur Schizophrenie-Diagnose. Durch medikamentöse Behandlung ging es zurück ins Leben. Dieser Kampf mit der Gesundheit, mit Veränderung und das Ringen ums Überleben thematisiert „Light For The Midnight“ auf unmittelbare Weise und schneidert daraus Songs mit erstaunlich universellen Themen.

Weiterlesen
Everything Is Recorded

Everything Is Recorded – Temporary

Ob als DJ-Legende als Kicks Like A Mule, als Produzent oder als Inhaber von XL Recordings: Richard Russell ist eine Alternative- und Electro-Gallionsfigur. Seit einigen Jahren unterhält er zudem ein kleines, aber mehr als feines Musikprojekt, für das er unzählige Stimmen und Wegbegleiter vereint. Everything Is Recorded nennt sich das kollaborative Unterfangen, das auf den bisherigen Releases vor allem dem Rhythmus verschrieben war. Nun ändert sich das jedoch, denn nach einem spirituellen und textlichen Gedankenexperiment, das Analoges und Digitales mit Abhandlungen über Trauer und Verlust verbindet, rückt „Temporary“ die Melodie in den Mittelpunkt.

Weiterlesen
Bartees Strange

Bartees Strange – Horror

Der durchaus offensive Umgang mit Ängsten gehört für Bartees Strange quasi zum guten Ton – bei einem erklärten Horrorfan keine große Überraschung. Und doch geht es nicht unbedingt um Gruseln und Jumpscares, sondern um eine Welt, die nicht immer durch erklärte Freundlichkeit glänzt. Als junger, queerer, schwarzer Mensch waren die ländlichen USA gewiss nicht der einfachste Ort. Letztlich waren Gruselfilme ein wertvolles Hilfsmittel zur Vorbereitung auf den Alltag. Und der ist anno 2025 selbst in den großen amerikanischen Städten alles andere als eitel Sonnenschein. „Horror“ bringt diese Herausforderungen auf den Punkt und genießt zudem die Freiheit, sich musikalisch einmal mehr vollends auszutoben.

Weiterlesen
Michael Kiwanuka

Michael Kiwanuka – Small Changes

Im dritten Anlauf klappte es endlich und verdientermaßen für Michael Kiwanuka: Mit seinem schlicht „Kiwanuka“ betitelten Album holte er sich den renommierten Mercury Prize. Ein paar vergleichsweise ruhigere Jahre später meldet sich der 37jährige Londoner zurück, abermals durch das bewährte Team unterstützt. Wie schon bei den letzten beiden Platten wirkten Danger Mouse und Inflo als Ko-Produzenten mit. War der Vorgänger thematisch bewusst schwere, aufwühlende Kost, so bemüht sich Kiwanuka nun um neues Selbstverständnis, erklärt die Kraft des Selbstvertrauens und versucht sich an kleinen Veränderungen: „Small Changes“.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?