Monat: Juni 2011

James Blake – Lindisfarne / Unluck

Wie die BBC in Erfahrung gebracht hat, ist Post-Dubstep the next big thing, auch wenn man hierzulande relativ wenig davon merkt. Die Musik des Genre-Kronprinzen James Blake ist wohl eher für geübte Hörer geeignet, verbindet soulige Elemente mit Samples, zerstückelten Dub-Exkursen und einem Hauch von klassischer Musik. Nach „Limit To Your Love“ und gerade ein Monat nach „The Wilhelm Scream“ gibt es nun gleich eine Doppel-A-Seite – der Album-Track „Unluck“ trifft auf das semi-neue „Lindisfarne“, das den Begriff ‚Suite‘ der Klassik in die Moderne transportiert.

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The Kenneth Bager Experience feat. Aloe Blacc – The Sound Of Swing (Oh Na Na)

Mit Kenneth Bager startet ein alter Hase erneut durch. Der 49jährige dänische DJ debütierte bereits vor zwei Jahrzehnten mit der Acid House-Hymne „Kaos“, hatte zwei Plattenfirmen und durchaus namhafte Compilations am Start. Mittlerweile operiert er als ‚The Kenneth Bager Experience‘ mit großem Erfolg in seiner Heimat. Auch die Festung Deutschland könnte fallen, denn sein erstes internationales Album „The Sound Of…“ – eine Compilation der beiden „Fragments From A Space Cadet“-Platten kündigt er mit „The Sound Of Swing (Oh Na Na)“ an, einem waschechten Sommerhit.

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Joy Division / New Order – Total

Die Geschichte der Post-Punk-Pioniere Joy Division – mehrfach verfilmt, zigmal niedergeschrieben – ist ebenso bestens bekannt wie die der Nachfolgeband New Order. Ob es letztere überhaupt nicht gibt, weiß man nicht so genau. Seit dem Ausstieg von Peter Hook, den widersprüchlichen Statements der beiden Seiten (Hook und der Rest von New Order) über die Presse und Bernard Sumners Projekt Bad Lieutenant fehlt der klare Durchblick. Dafür gibt es nun eine kleine Werkschau, der die Highlights beider Bands herauspickt. „Total“ setzt bei den Anfängen von Joy Division in den spätzen 70ern an und liefert einen repräsentativen Überblick über das Schaffen der Nachfolger.

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Devin Townsend Project – Deconstruction / Ghost

Wenn Devin Townsend loslegt, macht er keine halben Sachen. Seitdem der Kanadier Alkohol und Drogen abgeschworen hat – kurz nach dem Ende von Strapping Young Lad und dem kranken „Ziltoid The Omniscient“-Album – läuft er zur Höchstform auf. Nach den 2009 unter dem Namen ‚Devin Townsend Project‘ erschienenen Werken „Ki“ und „Addicted“, liefert er nun die beiden finalen Kapitel seiner Konzept-Tetralogie gleichzeitig ab. Auf der einen Seite steht das widerborstige, knüppelharte „Deconstruction“, auf der anderen der Ambient-Ausflug „Ghost“.

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Death Cab For Cutie – Codes And Keys

Wie man ein Album aufnimmt, ist Glaubenssache. Während manche Bands ihre Songs live im Studio mit möglichst wenig Nachbearbeitung und Overdubs einspielen, lassen sich andere Zeit, arbeiten sich durch zahlreiche Sessions, nützen Orts- und gegebenenfalls sogar Personalwechsel für ein Montage-artiges Klangbild. Death Cab For Cutie (dank dem ‚Twilight‘-Soundtrack „Meet Me On The Equinox“ mittlerweile hierzulande sogar zu Singles-Chart-Ehren gekommen) kennen beide Varianten und haben sich für „Codes And Keys“ für die Montage entschieden. Der Erfolg – Top 50 in Deutschland, ein beeindruckender dritter Platz in der US-amerikanischen Heimat -gibt ihnen Recht.

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The Black Dahlia Murder – Ritual

Wollen The Black Dahlia Murder etwa mit obskuren Riten den Erfolgsgott beschwören? Nötig haben sie das nicht, schaffte es ihr 2009 erschienenes Album „Deflorate“ doch tatsächlich in die Top 50 der US-Album-Charts. Darauf zu hören war erstmals Ex-Arsis-Gitarrist Ryan Knight, der sich die Songwriting-Credits der neuen Abrissbirne „Ritual“ mit dem etatmäßigen Songwriter und Gründungsmitglied Brian Eschbach teilt. Herausgekommen ist dabei eine melodischere, noch kompromisslosere Platte mit – man wagt es kaum auszusprechen – einem klassischen Arschtritt zum großen Finale.

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Nightcrawlers feat. Taio Cruz – Cryin‘ Over You

Hitkünstler von heute trifft auf Stars von gestern. Während Taio Cruz derzeit wohl nahezu jedem bekannt sein dürfte, sind die Nightcrawlers längst in Vergessenheit geraten. Mitte der 90er Jahre waren sie dagegen ziemlich angesagt und schwammen damals auf der House-Welle mit. Mit Songs wie „Push The Feeling On“ und „Surrender Your Love“ war das Duo 1995 insbesondere in Großbrittanien extrem erfolgreich, doch schon ein Jahr später ließ der Erfolg spürbar nach. Erst jetzt, 16 Jahre später, melden sich die Nightcrawlers, gemeinsam mit erwähnter prominenter Verstärkung, wieder zurück.

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The Human Abstract – Digital Veil

Eigentlich – so eine alte Redensweise – sollte die Musik im Mittelpunkt stehen, doch bei The Human Abstract haben zuletzt eher Lineup-Wechsel für Aufsehen gesorgt. So hat der auf den beiden ersten Alben „Nocturne“ und „Midheaven“ zu hörende Frontmann Nathan Ells die Band verlassen – über den Grad der Freiwilligkeit streitet man sich noch – wie auch Gitarrist Andrew Tapley und Keyboarder Sean Leonard. Dafür ist Hauptsongwriter A.J. Minette nach dreijähriger Auszeit wieder mit an Bord, während mit Ex-From First To Last-Gitarrist Travis Richter ein neuer Sänger gefunden wurde. Klingt mindestens genau so komplex wie das neue Studioalbum „Digital Veil“, das mit dreimonatiger Verspätung nun auch hierzulande erhältlich ist.

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Jona:S – Grau

Deutsch-Rap ist nicht alles, wie Jona:S zeigen. Die reinen HipHop-Zeiten haben die Giessener längst abgelegt und zocken mittlerweile in breiter Bandbesetzung elektronisch versetzte Popmusik mit lyrischen Überbleibsel der Vergangenheit. Wer sich dabei an eine Synthie-geschwängerte Alternative zu Clueso erinnert fühlt, liegt alles andere als falsch. Ihre neue EP „Grau“ verknüpft Alltagstexte mit popkulturellen Querverweisen, bietet vier neue Songs und zwei Remixe, die digital überall und auf Platte über die offizielle Homepage erhältlich sind.

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