Dredg – Information

(c) Erik Weiss

Seit 2002 trägt Art Rock einen neuen zweiten Vornamen. Mit „El Cielo“ haben sich Dredg binnen kürzester Zeit auf die progressiv alternative Gitarrenlandkarte geschossen, ihr „Same Ol‘ Road“ hallt immer noch nach. Selbst der Schritt hin zu dezent konventionelleren Klängen auf „Catch Without Arms“ hat den Amerikanern nicht weh getan, sondern ganz im Gegenteil weitere atemberaubende Hymnen beschwert. Nach viel zu langer Auszeit steht nun „The Pariah, The Parrot, The Delusion“ in den Startlöchern, das die komplexesten wie auch eingängigsten Momente der Bandgeschichte beinhaltet.

Zu letzteren gehört die hymnische Vorabsingle „Information“. Der Start mit sehnsüchtig wirkendem Keyboard passt eigentlich zu Keane und Konsorten, symbolisiert britische Sehnsucht. Geradlinig marschieren die Drums, während Gavin Hayes mit der Slide Guitar experimentiert und erste Verse singt. Man fühlt sich weit weg, taucht in ein Meer der Emotionen ein. Geschickt wird der Refrain als Höhepunkt herausgearbeitet. Ein erhebendes Gefühl macht sich breit, wie man das nun mal von einer waschechten Hymne erwartet. Hayes scheint die Arme gen Himmel auszustrecken, greift nach dem letzten Strohhalm, versucht sich aus seiner scheinbar aussichtslosen Situation herauszukämpfen.

Mit Sicherheit ist „Information“ ein kleines Novum im Dredg’schen Backkatalog. Irgendwo zwischen „Same Ol‘ Road“ und „Bug Eyes“ verknüpfen die Amerikaner Sehnsucht, Pop-Appeal und große Gesten. Erst nach mehreren Durchläufen entfalten diese fünf Minuten (Album Version) ihre ganze Wirkung, entdeckt man jede einzelne Tonspur, jeden geschickt eingebauten Rhythmuswechsel, jede gesangliche Facette. Wahrlich ein kleines Meisterstück und nur eines von vielen auf „The Pariah, The Parrot, The Delusion“.

4/5
VÖ: 22.05.2009
Vertigo Berlin (Universal Music)
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