Hook, Line And Sinker – Terre Brûlée

Hook, Line And Sinker
(c) Gaëtan Guélat

Eine etwas andere Auseinandersetzung mit Jazz, die im Endeffekt alles andere als das war, erwies sich für Hook, Line And Sinker als Glücksgriff. „(Smooth Jazz Implies The Existence Of) Rough Jazz“ war vor mittlerweile dreieinhalb Jahren ein echter Geheimtipp, der immer noch nachhallt, dessen Mischung aus Stoner- und Desert-Riffs, Fuzz und ein wenig Psychedelia zu Verzückung führte. Das Trio aus Fribourg in der Schweiz trat seither – natürlich – keineswegs auf der Stelle, sondern suchte und fand neue Möglichkeiten, den eigenen Sound zu verfeinern. „Terre Brûlée“ schraubt nicht nur die Heavyness weiter nach oben.

„An End Is Starting“ ist eines von mehreren Herzstücken dieser Platte, mit über acht Minuten aber zumindest ihr längster Song. Dennoch verlieren die Schweizer keine Zeit und finden schnell zu einem ersten Leitmotiv, von peitschenden Drums und grantigem Basslauf begleitet. Die Vocals klingen sehr wüst und melodisch, gehen ohne Umwege ins Ohr und nisten sich dort ebenso ein wie der kurzzeitige Zusammenbruch und das donnernde Finale. Bei „Missing Pieces“ fehlt glücklicherweise nichts, wobei das Spiel mit Gesangsharmonien, gelegentlicher Aggression und einem überaus wechselhaften Arrangement absolut aufgeht. Das treibende Solo passt perfekt ins Bild.

Sind die ersten beiden Tracks als Zweiteiler zu sehen? Ganz lässt sich das nicht von der Hand weisen, speziell wenn „Sail“ erst einmal minutenlang so etwas wie Aufbruchsstimmung bemüht und trotz mächtiger, basslastiger Druckwellen nicht so recht abheben will. Das tut „Away“ im Anschluss aber auch nicht so recht, nimmt das Tempo heraus und pendelt lange Zeit zwischen doomigen Wänden und verspielten Desert-Klängen mit psychedelischen Ansätzen. Zwischenzeitliche Mini-Eruptionen und die Rückkehr der Wut machen Laune in diesem Songwriting-Showcase. Einen solchen deutet das abschließende „Rough Feelings“ zeitweise an, macht letztlich aber seinem Namen alle Ehre – mit furiosen Druckwellen und kathartischer Intensität.

Ein konsequenter Schritt in die richtige Richtung lässt Hook, Line And Sinker reifen. Insgesamt mehr Wucht und Heavyness, nach wie vor knackige Riffs und Melodien, zudem das gelegentliche Abbiegen in Jam-Gefilde – „Terre Brûlée“ bringt alles zusammen, was die Schweizer auszeichnet. Zugleich kommt die erhoffte musikalische Einheit sogar noch besser durch, selbst in komplexen Tracks mit zig Parts und Wendungen. Drei Herren, ein herrlich herausforderndes und zugleich lohnenswertes Album, dazu prächtige und stark umgesetzte Ideen – eben Hook, Line And Sinker in gewohnt mächtiger Form.

Wertung: 4/5

Erhältlich ab: 14.11.2025
Erhältlich über: Fiisti Gusla Records

Website: hook-line-sinker-band.com
Facebook: www.facebook.com/HookLineSinker