Autor: Thorsten Spraul

Gisbert zu Knyphausen – Hurra! Hurra! So nicht.

Hoffnungsvoller Weltschmerz – so ungefähr könnte man die Stimmung bezeichnen, die Gisbert Wilhelm Enno Freiherr zu Innhausen und Knyphausen, kurz Gisbert zu Knyphausen, auf seinem aktuellen Album „Hurra! Hurra! So nicht.“ dem Hörer anbietet. Wer sich auf diese Platte einlässt, vergisst erst einmal alles um sich herum und taucht ein in die warm wabernde Melancholie.

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Jochen Distelmeyer – Nur mit dir

Blumfeld sind tot – damals ein schwerer Schlag für die deutsche Indieszene. Aber spätestens wer „Heavy“, das neue Album von Sänger Jochen Distelmeyer gehört hat, der weis, dass der Geist von Blumfeld weiterhin existiert. Nach der letzten EP „Regen“, auf der der Sänger bereits die ganze große Melancholie versprüht hat, kommt nun mit „Nur mit dir“ ein weiterer Song dieser Färbung als Download.

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Against Me! – I Was A Teenage Anarchist

Es ist grundsätzlich ein schmaler Grat zwischen Weiterentwicklung und Kommerzialisierung. Erfahrungsgemäß gehen da die Meinungen zwischen Interpret und geneigtem Fan der frühen Stunde oftmals weit auseinander. Bei Against Me! sind wir inzwischen an genau diesem Punkt angekommen – war das Majordebüt „New Wave“ anno 2007 gefeierter Meilenstein und Album des Jahres im Spin-Magazin, stößt „White Crosses“ bereits auf erstes Störfeuer von der Basis. Naja, so ganz richtig ist das nicht. Denn die Fans reiben sich bis dato vor allem an „I Was a Teenage Anarchist“, der ersten Singleauskopplung, auf.

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Kommentar: Die Buße des Bauernopfers

In den USA sorgt ein Gerichtsurteil für Zündstoff: Eine Frau, die über die Filesharing-Software KaZaa 24 Musiktitel verfügbar gemacht hat, wurde von einem amerikanischen Gericht zu einer Zahlung von umgerechnet 1,4 Millionen Euro Schadenersatz verurteilt. Eine bewusst inszenierte Zurschaustellung mittels einer öffentlichen Hinrichtung, mit der die Musikindustrie gnadenlos an einer vierfachen Mutter ein Exempel statuiert. Ein Verfahren, das wieder einmal die pure Verzweiflung einer maroden Industrie aufzeigt. Einer Maschinerie, die es verpasst hat, rechtzeitig modernisierende Maßnahmen zu ergreifen (man könnte auch sagen: mit der Zeit zu gehen) und der im Überlebenskampf jedwedes Mittel rechtens zu sein scheint.

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Singende Fußballer – Vertonte Blutgrätschen der Musikgeschichte

Singen ist so eine Sache. Prinzipiell gibt zwei Kategorien von Sängern: talentiert und talentfrei. Manch einem der letzteren Kategorie reicht es, lediglich Duschbrause und möglicherweise auch Mitbewohner mit dem eigenen Gejohle zu quälen. Aber so manch anderen drängt es nach mehr. Vor allem Profifußballer scheinen entweder eine Art Götterkomplex oder schlichtweg einen falschen Berater zu haben. Intelligenz und Mut zur Selbstironie als Antrieb lassen wir hierbei einfach einmal außen vor, da diese Eigenschaften bei den Herren Balltretern sowieso des Öfteren weniger ausgeprägt sind (man muss ja auch nicht alles können). Dann also los, Anpfiff und Bühne frei für kultige, tonale Blutgrätschen.

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Deathstars – Death Dies Hard

Ernst genommen wurden die Deathstars jenseits der schwarzen Szene bisher nicht wirklich. Außenstehende Magazine und Schreiberlinge äußerten sich teils doch eher amüsiert angesichts der durchaus abnormen Bandoptik, auch die musikalische Verwurzelung wurde ab und an aufs Korn genommen: Nicht ironisch genug für Rammstein-Verhältnisse, nicht grotesk genug für Marilyn Manson-Vergleiche. Mag man möglichweise so auslegen – dennoch hat die Band aus Stockholm einiges auf dem Kasten, bandinterne Hits wie „Synthetic Generation“ oder „Cyanide“ erweisen sich bei näherer Betrachtung als höchst eingängige Werke, die geschickt im Zwischenraum zwischen Industrial und Gothic Rock agieren und dazu eine schmonzig-dicke Lasur Glam aufgelegt haben. Ganze drei Jahre mussten die Fans der Truppe nun auf neues Material warten – die gute Nachricht vorweg: 2009 gibt es musikalischen Nachschub.

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Eastpak Antidote Tour in Wiesbaden

Regen Regen Regen – die 150km Fahrt von Karlsruhe nach Wiesbaden gleicht einer vorsintflutlichen Schifffahrt. Es schüttet dauerhaft wie aus Eimern, die Autobahn ist vollgestopft, unzählige Feierabendpendler neigen zu wahnwitzigen Spurmanövern. Aber die eigene Laune, die ist prächtig. Denn es geht zur Eastpak Antidote Tour, die in diesem Jahr mit den Reggae-Metallern von Skindred und den Folk-Punks von Flogging Molly als Headliner zwei absolute Livekanonen in petto hat. Ergänzt wird das Line-Up von den beiden Punk-Combos Time Again und Street Dogs. Klingt also auf dem Papier in jeden Fall vielversprechend.

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The Bishops – City Lights

Wer mit James Blunt auf Tour ist, der kann sich auf große, ausverkaufte Arenen freuen. Oder sich komplett vor Angst in die Hosen machen. Nein, keine Sorge, The Bishops, bestehend aus den den Zwillingen Mike und Pete Bishop sowie Drummer Chris McConville, sind untenrum trocken geblieben. Wer in einem Londoner Pub arbeitet, den haut so schnell nichts um. Gemeintes Lokal hört auf den Namen „The Kings Head“ und ist gleichzeitig Gründungsort der Band, man schrieb damals das Jahr 2004. Drei Jahre später erblickt das 2007er Debüt „The Bishops“ das Licht der Welt, produziert von Produzenten- Legende Liam Watson (The White Stripes, The Kills, The Zutons) und durchaus gelobt von der heimischen Yellow Press.

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