Autor: Verena Riedl

Empyrium – The Turn Of The Tides

Als Empyrium 2002 nach Veröffentlichung ihres starken „Weiland“-Albums ihre Auflösung bekannt gaben, brach für die Fans ihres unverwechselbaren, naturverbundenen Musikstils  eine Welt zusammen. Immerhin gelten Empyrium neben Ulver als Vorreiter einer eigenen Musiksparte, angesiedelt irgendwo zwischen Doom, Gothic Metal und Neofolk . Markus Stock alias Ulf Theodor Schwadorf und Thomas Helm waren seitdem zwar alles andere als unproduktiv, doch die besondere Magie der Empyrium-Alben erreichte weder ihre Zusammenarbeit unter dem Namen Noekk noch die Horror Metal-Scheiben von Schwadorfs Zweitband The Vision Bleak. Als 2010 die Rückkehr Empyriums bekannt gegeben wurde, stiegen die Erwartungen an ein neues Werk folglich schnell ins Unermessliche, zumal sich die Band vier Jahre Zeit für die Fertigstellung ihres fünften Albums „The Turn Of The Tides“ genommen hat.

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Kid Kasio & The Sanfernando Sound – Letters Of Love

Liebhaber der 80er Jahre-Revival-Welle werden an Kid Kasio, bürgerlich Nathan Cooper, kaum vorbeigekommen sein. Das 2012 veröffentlichte Debütalbum „Kasiotone“ des ehemaligen The Modern-Mitglieds hat sich mit der Zeit zu einem echten Szene-Geheimtipp entwickelt und überzeugt mit Synthie-Ohrwürmern wie „Telephone Line“ und „Not For Turning“ auch kritische Hörer. Seitdem war es zwar etwas stiller um den Briten geworden, doch jetzt meldet er sich mit seiner neuen Single „Letters Of Love“ umso fulminanter zurück.

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Gotthard – Bang!

Was war das für ein Schock, als Gotthard-Sänger Steve Lee 2011 bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Auf einen Schlag hatten die Schweizer nicht nur ihr gesangliches Aushängeschild, sondern auch einen talentierten Songschreiber verloren, der gemeinsam mit Gitarrist Leo Leoni schon solche Hits wie „One Life, One Soul“, „Heaven“ und „Don’t Let Me Down“ verfasst hat. Gotthard aber ließen sich von einem solchen Schicksalsschlag nicht unterkriegen. Mit ihrem neuen Sänger Nic Maeder und dem tollen „Firebirth“-Album haben sie 2012 auch ihre härtesten Kritiker überraschen können. Nic Maeders Gesangsorgan harmonierte ganz hervorragend mit den neuen Songs, die im Vergleich zu den Vorgängeralben überraschend rockig intoniert waren. Ähnlich positiv setzt sich die Geschichte Gotthards auch 2014 fort, denn mit „Bang!“ wird ein weiteres überzeugendes Kapitel geschrieben.

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Johnny Hates Jazz – Lighthouse

Wer sich gegen Ende der 80er für Charts-Musik interessierte, der wird auch an Johnny Hates Jazz nicht vorbeigekommen sein. Das britische Popmusik-Quartett war eigentlich ein klassischer Fall von „zu spät dran“. Ihr klassischer New Romantic-Sound war eher Mitte der 80er Jahre angesagt, politische Texte wie der von „I Don’t Want To Be A Hero“ waren zu Beginn des Jahrzehnts in. Dennoch war die Band extrem erfolgreich und einige ihrer Hits, z.B. „Shattered Dreams“, laufen noch heute regelmäßig im Radio. Johnny Hates Jazz sind seit ihrer Reunion im Jahr 2007 (Urmitglied Clark Datchler ist seit 2009 wieder mit an Bord) aber nicht nur ein Teil der musikalischen Vergangenheit, sondern auch der Gegenwart. 2013 erschien das Comeback-Album „Magnetized“, „Lighthouse“ ist bereits die zweite Auskopplung.

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Freedom Call – Beyond

Man nehme die Essenz von Helloweens Keeper-Alben, gebe noch einen ordentlichen Schuss Fröhlichkeit hinzu und verrühre das ganze mit einer Großpackung Antidepressiva – fertig ist das neue Freedom Call-Album. Tatsächlich lässt sich das Nürnberger Melodic Metal-Quartett ohne weiteres als fröhlichste Band der deutschen Metal-Szene betiteln. Nach dem letztjährigen Best of-Album „Ages Of Light“ und mehreren Besetzungswechseln (unter anderem belegt Gründungsmitglied Ilker Ersin nun wieder den Posten des Bassisten) melden sich Freedom Call nun mit „Beyond“, ihrem achten Studioalbum, zurück, das beweist, dass sie auch nach 16 Jahren Bandgeschichte immer noch zur Elite der Happy Metal-Szene gehören.

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Axel Rudi Pell – Into The Storm

Keine Experimente! Konrad Adenauers Wahlspruch trifft wohl auf keinen anderen Rockmusiker der heutigen Zeit so sehr zu wie auf Axel Rudi Pell (von Rock ‚N‘ Rolf vielleicht mal abgesehen). Wer sich eine neue Scheibe vom Wattenscheider Hartwurstfabrikanten zulegt, weiß, was ihn erwartet, denn oft unterscheiden sich die Alben nur in Nuancen. Auch wenn dies mitunter nicht ganz unberechtigt kritisiert wird, liefern Axel und seine Begleitmusiker letztlich mit jedem Album genau den Sound, den die nicht gerade kleine Fangemeinde wünscht – erdigen Hard Rock an der Grenze zum Heavy Metal, angesiedelt irgendwo zwischen alten Rainbow- und Dio-Alben. Zudem ist der Band das Kunststück geglückt, auch nach 25 Jahren kein einziges schwaches Album zu veröffentlichen, und an diesem Grundsatz ändert sich auch im Jubiläumsjahr nichts, was „Into The Storm“ lautstark unter Beweis stellt.

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The Dark Tenor – Haunted Hearts

Die Idee, Popmusik mit Klassik zu vermischen, ist beileibe nicht neu. Rondo Veneziano machten es in den 80er Jahren vor und die Älteren werden sich sicher auch noch an die „Hooked On Classics“-Ausflüge des Royal Symphony Orchestra erinnern – von heutigen Erscheinungen wie David Garrett gar nicht zu reden. Über eine zeitgemäße Neuinterpretation der alten Meisterwerke geht es dabei jedoch nur selten hinaus. Eine dieser seltenen Ausnahmen stellt das neue Projekt The Dark Tenor dar. Der aus den USA stammende und in Berlin lebende Tenor, der sich hinsichtlich seiner Identität bedeckt hält, greift zwar wie üblich auf klassische Standards zurück, spinnt die Idee aber weiter, um schließlich einen ganz neuen Song daraus zu entwickeln – wie man an seiner Debütsingle „Haunted Hearts“ schon sehr gut sehen kann.

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Travis – Mother

Travis? Da war doch was! Zugegeben, es ist schon eine Weile her, dass Travis zuletzt Chartehren in Deutschland genossen haben. Ohnehin werden die vier Schotten eher als Albumband gehandelt, ab und an sprang aber auch mal ein adäquater Hit ab. 1999 etwa überraschten sie mit „Why Does It Always Rain On Me“, 2001 folgte „Sing“ und auch „Closer“ wusste 2007 zu überzeugen. Das letzte Album „Ode To J. Smith“, 2008 erschienen, floppte jedoch, und so ist die Rückkehr der Band nach fünf Jahren eine angenehme Überraschung, zumal ihr siebtes Album „Where You Stand“ in Deutschland die Top 10, in Großbritannien gar die Top 3 erreichen konnte. Singlemäßig sah es dagegen eher mau aus, der vorab veröffentlichte Titelsong und „Moving“ schrammten phänomenal an sämtlichen Charts vorbei, und so soll es nun die dritte Single „Mother“ richten.

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Jack Beauregard – Where Is The Line

„Jack Beauregard klingen so, als habe José Gonzales nach seinem Ausstieg bei Take That gemeinsame Sache mit Kraftwerk gemacht.“ So wie Oliver Minck von der Band Wolke kann man den Sound des Berliner Duos, das sich nach einer Figur aus dem Film „Mein Name ist Nobody“ benannt hat, natürlich auch beschreiben, jedoch trifft es „entspannter moderner Elektropop mit Anleihen aus den 70ern und 80ern“ nicht nur besser, es ist auch ungleich verständlicher. „Irrational“, das dritte Album der Band um Daniel Schaub und Pär Lammers, die auch schon Songs für Lena Meyer-Landrut geschrieben haben, erschien bereits im Juni diesen Jahres und warf mit „Not That Kind“ eine ordentliche, aber nicht überwältigend starke Single ab. „Where Is The Line“, den besten Song der Scheibe, haben sich die beiden als zweite Auskopplung für den Herbst aufgespart.

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Dignity – Balance Of Power

Fünf Jahre Pause können einer Band schon mal das Genick brechen. An die österreichisch-skandinavische Kollaboration Dignity erinnern sich vermutlich nur noch eingefleischte Melodic Metal-Fans. Im Jahr 2008 konnte ihr Debütalbum „Project Dignity“ für Aufsehen in der Szene sorgen, für den Radiosender BCMF war es damals gar das Album des Jahres. Danach aber wurde es still um die Dignity, von der Ausstiegsmeldung des Sängers Jake E mal abgesehen. Umso überraschender mutete die Meldung an, dass sich die Band 2013 mit einem neuen Album zurückmeldet – neuer Sänger inklusive. Der Däne Sören Nico Adamsen ist auf „Balance Of Power“ bereits zu hören und macht seine Sache ebenso gut wie sein Vorgänger.

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