Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
Oxford Drama

Oxford Drama – What’s The Deal With Time?

In ihrer polnischen Heimat konnten sich Oxford Drama bereits einen Namen machen. Das Duo um Małgorzata Dryjańska und Marcin Mrówka versteht sich auf ein breites Pop-Spektrum, das von Indie und Dream bis zu Electro und Synthie sowie einer dezenten Portion Rock reicht. Zwei Alben erschienen bereits, zudem spielte man auf diversen Festivals. Der dritte Longplayer „What’s The Deal With Time?“ lädt nun auf eine Reise ein, wo die Dinge zugleich neu und vertraut erscheinen. Genau das trifft auch auf den Sound des Duos zu.

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Citizen

Citizen – Life In Your Glass World

Eigentlich bereuen Citizen nichts, auch wenn sie sich nach eigenen Angaben in manchen Momenten machtlos fühlten. Das Trio aus Toledo, Ohio wollte komplett auf eigenen Beinen stehen und den gesamten Kreativprozess vom Songwriting bis zu den Aufnahmen autark gestalten. Also baute man sich ein eigenes Studio und verlegte den gesamten Entstehungsprozess in die Heimat. Begleitet von einer deutlich beateskeren Arbeitsweise, bei der jeder Song auf einem möglichst anderen Bass-und-Schlagzeug-Korsett basiert, klingt das vierte Album „Life In Your Glass World“ angenehm anders und doch irgendwie vertraut.

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'68

’68 – Give One Take One

Josh Scogin und Nikko Yamada hatten plötzlich ganz viel Zeit und investierten diese in frische Songs. Erst im September erschien die EP „Love Ain’t Dead“, produziert von Grammy-Preisträger Nick Raskulinecz (Foo Fighters, Alice In Chains, Rush), nun legt das Duo ’68 auch schon wieder nach. Abermals gemeinsam mit dem Produzenten-Urgestein aufgenommen, holt „Give One Take One“ den Sound der Beiden wieder auf Albumlänge. Für Scogin hat diese neue Platte beinahe etwas Therapeutisches an sich und soll die bloße, unverfälschte Freude an der Musik an sich symbolisieren. Besagte Musik zeigt eine weitere dezente Häutung.

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Kali Masi

Kali Masi – [laughs]

Reserviertheit ist ein Konzept, das Kali Masi nicht kennen. Bereits auf ihrem Debütalbum ignorierte das Quartett aus Chicago jegliche Formen falscher Zurückhaltung und kleidete seine kurzweiligen Indie-Punk-Tracks mit allerlei Persönlichem aus. Davon gibt es nun noch mehr. Die Band um Sänger und Gitarrist Sam Porter zeigt, wie es sich anfühlt, fehl am Platz zu sein, befasst sich mit Entfremdung, emotionalem Missbrauch und der Suche nach Identität an sich. Und das in mächtige, mitreißende Hymnen mit der gebotenen Portion Schwermut gekleidet. Das liest sich nicht nur spannend, es klingt auch so: „[laughs]“ entpuppt sich als packendes zweites Album.

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Great Escapes

Great Escapes – Okay

Muss immer alles toll und großartig sein? Definitiv nicht, finden Great Escapes, und erklären, dass man absolut mal scheitern darf. Der stete Zwang zur Selbstoptimierung geht dem Trio aus Münster auf den Keks, dem Hang zu Perfektionsmus wird der Mittelfinger gezeigt. Es ist absolut in Ordnung, nicht ganz oben zu stehen, einfach nur man selbst zu sein. Und so trägt das zweite Album der Emo-Punk-Feinschmecker den deutlichen wie versöhnlichen Titel „Okay“.

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24/7 Diva Heaven

24/7 Diva Heaven – Stress

Punk mit Herz, Witz und Verstand – es kann so einfach sein. Wobei, wird das allein dem Auftreten von 24/7 Diva Heaven tatsächlich gerecht? Die drei Berlinerinnen haben einiges zu sagen, bekennen zu so vielfältigen Themen wie Feminismus, Ungleichheit, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Homophobie und Umweltproblemen ganz klar Stellung, begleitet von einem kantigen 90s-Sound zwischen Alternative, Punk und Grunge. „Stress“ ist das Debütalbum des Trios, das bei aller Ernsthaftigkeit nie auf das gewisse Augenzwinkern vergisst.

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Catapults

Catapults – I’ll Be Honest

Bei Catapults ist alles in Oldenburg, um das wohl furchtbarste Wortspiel gleich zu Beginn zu bringen und einen Klassiker zu recyclen. Für die Band sollte das kein Problem sein, sucht man doch bevorzugt das Neue im Alten und bemüht sich um so wichtige Bereiche wie Upcycling und Nachhaltigkeit. Genau das bringt das Quartett in die ihr am Herzen liegende Skateszene ein und packt ihre ehrliche, soziale Haltung zugleich in die Musik. Und die ist mindestens so sympathisch wie die Herrschaften dahinter, denn zwischen Emo- und Skate-Punk bleibt viel Platz für dicke Harmonien, erfrischende Nachdenklichkeit und offene Energie. So konnte das Debütalbum eigentlich nur „I’ll Be Honest“ heißen.

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New Pagans

New Pagans – The Seed, The Vessel, The Roots And All

Lyndsey McDougall kam über Umwege zur Musik. Eigentlich wollte sie bereits in den frühen 2000ern in einer Band spielen, doch die Belfaster Szene war damals ein reiner Jungsclub. McDougall startete daher erst spät durch. Mit 32 gründete sie New Pagans und zeigt seither, dass sich Mutterschaft und Berufsmusikerin unter einen Hut bringen lassen können. Das Quintett tritt für Frauenrechte ein, für Sichtbarkeit und Inklusion in der Musikwelt, begleitet von schrammelndem Rock der Indie- und Alternative-Ausprägung. Für das Debütalbum „The Seed, The Vessel, The Roots And All“ vereinen die Nordiren die sechs Songs ihrer ersten EP mit fünf brandneuen Tracks.

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Black Honey

Black Honey – Written & Directed

Farbenfrohe, knuffige Optik, schroffer Realismus dahinter: Black Honey begeistern mit ihren lebenslustigen Auftritten, gerade in den mehr als sehenswerten Videos, während die Texte von Izzy B. Phillips die alltäglichen Probleme junger Frauen beleuchten – ein unverblümter Blick hinter die Kulissen, der das Debütalbum der vier Brit*innen vor drei Jahren auf Platz 33 der UK-Charts brachte. Der Nachfolger „Written & Directed“ widmet sich starken Frauen und rückt Empowerment in den Mittelpunkt.

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Schorl3

Schorl3 – Sprudelpop

Spritzig, erfrischend, Schorl3: Wortspiele sind bei diesem Bandnamen, der natürlich selbst ein solches ist, vorprogrammiert. Die drei Hamburger gibt’s erst seit vergangenem Jahr, seither erschienen gleich mehrere tolle Singles. Für die beiden Produzenten Hans & Hans und Singer/Songwriter LMO geht es um ein komplett eigenes Ding, dass sich sowohl von gängigem Indie Pop als auch von Mainstream-Ansätzen abgrenzt. So halten Funk, RnB und etwas Disco Einzug in den bekömmlichen, zumeist überaus tanzbaren Mix. Die bisherigen Releases und ein wenig neues Material finden nun auf der EP „Sprudelpop“ – zugleich Überschrift für den Schorl3-Sound – zusammen.

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