Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
Dead Poet Society

Dead Poet Society – -!-

Gäbe es Dead Poet Society nicht, man müsste sie erfinden. Der Rock-Ansatz des US-Quartetts ist irgendwie anders. Mit einer gewissen Verachtung für den sogenannten modernen Output des letzten Jahrzehnts ausgestattet, wollte die Band alles anders machen. Dazu gehört eine eigentlich kaputte siebensaitige Gitarre, der sämtliche Bünde mit einem Lötkolben entfernt wurden, und die keine traditionellen Akkorde spielen kann. Sie ist einer der Motoren des Debütalbums „-!-„, das sich irgendwo zwischen Hard Rock, Alternative-Klängen, ein wenig Classic- und sogar Metal-Wahnsinn bewegt. Und trotz aller Widrigkeiten kommt der Sound der nach eigenen Angaben einst schlechtesten Band ihrer Hochschule prächtig zusammen.

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Pet Needs

Pet Needs – Fractured Party Music

Vor einigen Jahren lag George Marriott auf dem Sofa seines Bruders Johnny im britischen Colchester. Beide hatten keinen Plan, aber Gitarren und gute Ideen. Die Marriotts schrieben einige bissige Songs, holten sich eine Rhythmusabteilung dazu und tourten als Pet Needs durch Großbritannien. Ihre EPs und wilden Live-Auftritte voller Punk-Esprit erregten unter anderem die Aufmerksamkeit von Frank Turner, der „Fractured Party Music“, das Debüt des Quartetts, produzierte.

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Mason Hill

Mason Hill – Against The Wall

Obwohl Mason Hill, einst ein kühner Wunschtraum der beiden Schüler Scott Taylor und James Bird, seit 2013 Form annehmen, dauerte es bis heute für das Debütalbum. Die Herren aus Glasgow wollen nicht ins Detail gehen und erklären, dass sie falschen Versprechungen aufgesessen seien, dass die Zerstörung großer Erwartungen beinahe zur Auflösung geführt hätte. Glücklicherweise kam es dazu nicht und die fünf Schotten haben nun endlich einen anständigen Deal, eine starke Platte und sogar ein klein wenig Hype am Start. „Against The Wall“ erinnert ein wenig an die großen US-Alternative-Rock-Bands der letzten 20 Jahre.

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Boundaries

Boundaries – Maidan

Ist das die nahende Apokalypse oder einfach nur kondensierter Schmerz? Boundaries aus Dänemark reihen sich in die aktuell nicht abreißende Welle großer Post-Punk-Talente ein. Seit der ersten EP 2018 zerlegt das Quartett mit seiner brach liegenden Welt gerne mal widersprüchlicher Emotionen so manche Festivalbühne, fand jedoch etwas mehr Zeit als gedacht, um am Debütalbum zu arbeiten. Dieses nennt sich „Maidan“, arbeitet mit allerlei exotischen Instrumenten (u.a. Mandoline und Guzheng) und versteht sich als klaustrophobes, aufwühlendes Werk, in dem man sich verlieren, über das man sich aber ebenso austauschen soll. Wie ein Versammlungsplatz, ganz dem Titel entsprechend.

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Jake Isaac

Jake Isaac – Honesty

Über 70 Millionen Streams, sechs EPs, ein Album, außerdem Zusammenarbeiten mit und für Paloma Faith, Gabrielle und Duffy: Jake Isaac ist einer der Singer/Songwriter der Gegenwart und gefühlt schon ewig am Sprung, auch solo neue Sphären zu erreichen. Sein zweiter Longplayer könnte nun genau das schaffen. Isaac schrieb „Honesty“ in den ersten beiden Wochen des ersten Lockdowns im März 2020, bewusst reduziert und isoliert, nur um im Anschluss möglichst viele Kollaborationen anzuleiern – ein hochspannendes Konzept zwischen Soul, Folk und RnB.

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Glitterer

Glitterer – Life Is Not A Lesson

Ned Russin war eigentlich immer schon Glitterer. Man merkte bloß nichts davon, als er über ein Jahrzehnt mit Title Fight drei packende Alben veröffenlichte und fleißig tourte. Nach dem Verschwinden stürmte der Solo-Schauplatz ins Rampenlicht, ging auf Tour und veröffentlichte sogar ein erstes Album. Die Ernüchterung und Verzweiflung des vergangenen Jahres hält natürlich Einzug in die neue, in Eigenregie aufgenommene Platte „Life Is Not A Lesson“, was man den unverschämt eingängigen Songs zunächst jedoch nicht anhört.

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Timelost

Timelost – Gushing Interest

Ursprünglich schickten sich Shane Handal und Grzesiek Czapla, mit ihren Hauptbands in brachialen Gefilden unterwegs, ein paar Ideen über tausende Kilometer hin und her und machten daraus Songs. Timelost entstanden aus diesem Prozess heraus, veröffentlichten im Oktober 2019 ihr grandioses Debüt „Don’t Remember Me For This“ und wuchsen plötzlich zur Band an, die sogar ein wenig tourte, zumindest bis die Pandemie ihnen ein Strich durch die Rechnung machte. Als ‚Beschäftigungstherapie‘ schrieb man einfach ein neues Album. „Gushing Interest“ ist nun über die neue Heimat Church Road Records erhältlich.

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Black Totem

Black Totem – II: Shapeshifting

Black Totem erheben sich aus den Untiefen des finnischen Underground, nur um gefühlte vier Jahrzehnte zurück in die Vergangenheit zu rattern, als Misfits, Samhain und Konsorten mit ihrem Düster-Punk für wohlige Schauer sorgten. Der Weg dorthin war für die Finnen weit, denn auf dem Einstand aus dem Jahr 2015 war man noch als Duo unterwegs und spielte Garage Rock. Erweitertes Line-up, erweiterter Sound, erweitertes Bewusstsein: Mit „II: Shapeshifting“ landen Black Totem einen Volltreffer.

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Tim Hart

Tim Hart – Winning Hand

Als die Welt im vergangenen Jahr stillstand, hatte Tim Hart endlich Zeit, etwas innezuhalten. Im Herbst 2019 meldeten sich Boy & Bear nach mehreren Rückschlägen erfolgreich zurück, zu ausgedehnten Tour-Aktivitäten kam es allerdings nicht mehr. Hart lebt mittlerweile in Brisbane, zwölf Stunden von seiner Heimatstadt Sydney entfernt, ist kürzlich Vater geworden und schreibt nebenher auch noch Soloalben. Für ein solches hatte er dann doch unerwartet Zeit gefunden und tritt mit „Winning Hand“ in den direkten Dialog mit seinem Publikum.

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XIXA

XIXA – Genesis

Lateinamerikanische Klänge, Gitarren mit Desert-Note und metaphysische bis psychedelische Zwischentöne begleiten den Klangkosmos von XIXA. Das Sextett aus Tucson in Arizona borgt seinen Namen von Chicha, eine peruanische Musikform, die Anden-Rhythmik und kolumbianischen Cumbia mit Rock vermengt. Was für sich bereits spannend anmutet, erhält bei der US-Band noch einen Überzug aus Indie, Psych, Desert, Goth und Western-Soundtrack – wie deutlich kompaktere, direktere Khruangbin, stark vereinfacht gesagt. „Genesis“ befasst sich zudem mit der Mystik ihrer Heimat im amerikanischen Südwesten.

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