Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Black Lung – See The Enemy

Ein ellenlanger Mammutwinter mit Eiseskälte in Baltimore wurde zur Geburtststunde von Black Lung, einem Nebenschauplatz der Flying Eyes. Pulsierender Blues Rock aus der Garage, live eingespielt, machte den eponymen Erstling zum unterhaltsamen Zeitvertreib. Auf „See The Enemy“ will es das Trio nun wissen. Doom, Psych und Stoner halten Einzug und sorgen für einen abgedrehten Trip mit hohem – pardon – Suchtfaktor.

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Recreations – Baby Boomers 2

Get Cape. Wear Cape. Fly ist tot, es lebe Recreations. Sam Duckworth hat sich ein neues Pseudonym zugelegt, das musikalisch eine Spur lockerer und elektronischer unterwegs ist, sich dabei seinen Songwriter-Ethos aber bewahrt. Unter neuem Moniker kündigt er nun direktere, emotionalere Texte an, nimmt sogar das Unwort ‚Emo‘ in den Mund. „Baby Boomers 2“ könnte sein „Digital Ash In A Digital Urn“ werden.

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The Jayhawks – Paging Mr. Proust

Seit stolzen drei Jahrzehnten sind The Jayhawks unterwegs und legten mit ihrem Alternative-Country-Sound den Grundstein für Bands wie Low oder Lambchop. In jüngeren Jahren gab es mehr Pausen als neue Musik, doch wenn sich Gary Louris und Konsorten wieder an ein neues Album wagen, dann setzt es gewohnt fantastische, ja geradezu begeisternde Kost. „Paging Mr. Proust“ wurde von R.E.M.s Peter Buck und Tucker Martine, der unter anderem bereits mit The Decemberists und Modest Mouse arbeitete, aufgenommen.

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Into It. Over It. – Standards

Was passiert, wenn der Geo-Graf vom Dienst erstmals in seiner Solokarriere auf ortsspezifische Referenzen verzichtet? Ob einzelne Songs oder ganze Alben, Orte haben bei Evan Weiss immer eine ganz wichtige Rolle gespielt, doch auf dem dritten Album seines Projekts Into It. Over It. sind keinerlei solcher Referenzen zu finden. Nicht nur das, auf „Standards“ wagt er sich noch dazu an musikalische Entschlackung und versucht sich an einer kleinen Neuausrichtung. Mehr Indie, mehr Pop, mehr Experimente – geht das gut?

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Doomsquad – Total Time

Mit diesem Namen müsste man eigentlich dicken, finsteren Metal machen. Doomsquad aus Toronto bewegen sich hingegen in ganz anderen Gefilden und packen psychedelische, elektronische Klänge mit avantgardistischer Note aus. Zig weitere Stilrichtungen schwingen hier ebenso mit und so entwickelt sich „Total Time“, das zweite Album des Trios, zu einer gleichermaßen einlullenden wie aufwühlenden Reise durch Klang und Zeit.

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Drangsal – Harieschaim

Max Gruber wollte immer schon anders als andere sein. Mixtapes, MTV und Marilyn Mansons „The Dope Show“ als Früherziehung, lackierte Fingernägel als Jugendlicher auf einer Landschule – ein Charakter, wenn man so will. Später geriet er an Produzent Markus Ganter, freundete sich mit Sizarr und Casper an. Gruber ist mittlerweile Anfang 20 und veröffentlicht unter dem Künstlernamen Drangsal „Harieschaim“, sein Debütalbum mit deutlichem Faible für 80s-Pop, Industrial und Post Punk.

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My Sound Of Silence – Low Velocity Bullets

Die brodelnde Musikszene Umeås ist Heimat einer spannenden neuen musikalischen Beziehung. Helena Andersson und Therese Lithner wurden einander 2009 von gemeinsamen Freunden aus der lokalen Szene vorgestellt, die ihre musikalische Kompatibilität erkannt hatten. Seither feilen die schwedischen Perfektionistinnen an ihrem Sound, der im Laufe der Zeit noch eine Spur scharfkantiger und emotionaler geworden ist. Als My Sound Of Silence veröffentlichen sie nun ihr Debütalbum „Low Velocity Bullets“ und vereinen Folk in seiner Lo-Fi-Ausprägung mit einem Händchen für Pop und sperrige Gitarrenmusik.

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Night Moves – Pennied Days

George Harrisons legendäres Triple-Album „All Things Must Pass“ forcierte einst die freundschaftlichen Bande von John Pelant und Micky Alfano, aus denen schließlich Night Moves entstand. Die Band aus Minneapolis vermengt verträumten Pop mit energischen Rock-Gitarren und erinnert damit nicht selten an Mercury Rev oder The Flaming Lips. Die Aufnahmen zum Zweitling „Pennied Days“ zogen sich ein wenig, weil die Beiden unter anderem wieder zurück zum Folk fanden und jene Klänge mit dem Technicolor-Sound ihres Debüts vermischten.

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Blank & Jones – Milchbar // Seaside Season 8

Zum achten Mal treffen Blank & Jones und die Milchbar für eine ganz besondere musikalische Hochzeit aufeinander. Darf man nach all den Jahren mittlerweile von so etwas wie Routine sprechen? Unverkennbare Gemütlichkeit, der Charme von Norderney und ausschließlich CD-Premieren mit exklusiven Neuentdeckungen auf knapp 90 Minuten – „Milchbar // Seaside Season 8“ macht abermals so ziemlich alles richtig und hat auch die erste deutschsprachige Single des Duos am Start.

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Hot Panda – Bad Pop

Kanadas Berufswahnsinnige Hot Panda melden sich mit ihrem vierten Studioalbum zurück und kämpfen, nun nur noch als Trio unterwegs, gegen das Erwachsenwerden an. Ein bisschen Revolte ist natürlich dabei, aber auch viel Melodie. „Bad Pop“ ist genau das, weil Popmusik hier nicht vorkommt. Art Punk, Noise, Indie Rock und Psychedelia geben sich die Klinke in die Hand und rauschen durch 38 herrlich überdrehte Minuten.

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