Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Tocotronic – Auf dem Pfad der Dämmerung

Nach dem spektakulären Abschluss der „Berlin“-Trilogie mit „Schall & Wahn“ – ein narrativer Kraut-Kreuzzug, der erstmals auf Platz 1 in den deutschen Album-Charts führte – wenden sich Tocotronic neuen musikalischen Ufern zu. Bratende, ausufernde Gitarren haben dieses Mal Sendepause, stattdessen widmete man sich unter anderem den Beatles und den Beach Boys. „Wie wir leben wollen“, das pünktlich zum 20-Jahr-Jubiläum erscheinende zehnte Studioalbum, will dieses Mal mehr Antworten geben als Fragen stellen. Um oben auf zu sein, muss man zunächst offensichtlich tief hinab steigen in das Herz der Finsternis, wie die erste Single „Auf dem Pfad der Dämmerung“ verrät.

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Spector – Friday Night, Don’t Ever Let It End

Auch wenn gerade Kennern und Insidern viele Namen der bald letztjährigen „Sound of…“-Liste der BBC geläufig sind, haben es doch nur wenige zu größerem Erfolg in Deutschland gebracht. Spector waren mit großen Vorschusslorbeeren in das Indie-Jahr gestartet, gingen mit ihrem Debütalbum „Enjoy It While It Lasts“ hierzulande jedoch unter, während es in Großbritannien immerhin für die #12 reichte. Es ist somit kaum zu erwarten, dass die Download-Single „Friday Night, Don’t Ever Let It End“ entsprechende Wellen schlägt. Wer auf tanzbaren Indie-Sounds Marke The Strokes und The Killers steht, sollte jedoch ein Ohr riskieren.

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Firefox AK – Color The Trees

Zeit für einen weiteren Electro-Pop-Leckerbissen aus Schweden, mittlerweile ein Zentrum für Klänge dieser Art. Andrea Kellerman aka Firefox AK kennt man bereits durch ihre Single „Boom Boom Boom“, die es jedoch nur bis auf die #91 geschafft hat, während das dazugehörige Album „Color The Trees“ die Charts verpasste. An den stimmlichen und musikalischen Qualitäten der 32jährigen ändert die schwache Hitlisten-Performance nichts, auch wenn die zweite Single „Color The Trees“ – wohl angesichts des ausbleibenden Erfolgs – im Februar gecancelt und nun zehn Monate später, wohlgemerkt ohne Promotion-Aufwand, zur Weihnachtszeit als Download-Single rausgeschossen wird.

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Brixtonboogie – John The Revelator

Die Welt geht unter und Brixtonboogie sind live mit dabei. Ihre Mischung aus Blues und modernen, urbanen Klängen (nicht umsonst trug ihr Debütalbum den Titel „Urban Blues“) erinnert an einen Hybrid aus den jüngeren Soulsavers und den frühen Großtaten von Everlast, bricht immer wieder die imaginäre vierte Wand gen HipHop. Ein neues Album ist wohl nur eine Frage der Zeit, der erste Appetithappen lässt ein solches vermuten: „John The Revelator“ bezieht sich auf die Offenbarung des Johannes und beschreibt den Tag des Jüngsten Gerichts. Wenn schon der ominöse Maya-Kalender nicht stimmen sollte und mindestens die Hälfte aller Katastrophenfilme der letzten Dekade eingestampft werden müsssen, dann wenigstens mit entsprechend bedrückender und doch packender Begleitmusik.

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Tame Impala – Feels Like We Only Go Backwards

Es scheint immer ein wenig zu dauern, bis Musik aus Down Under auch in Deutschland zündet. Dabei haben zahlreiche Acts aus Australien (und auch Neuseeland) in den letzten Jahren gezeigt, dass sie auch hierzulande durchaus Abnehmer finden können. Tame Impala setzen freilich nicht auf glammigen Electro-Pop und können mit Gypsy & The Cat, Empire Of The Sun und Konsorten zumindest in diesem Sinn nicht mithalten. Ihre Mischung aus psychedelischem Rock und Dream-Pop hat ihnen in ihrer Heimat bereits zahlreiche Awards eingebracht, dazu kommen beachtliche Charteinstiege (und Soundtrack-Platzierungen in populären TV-Serien) in Großbritannien und den USA für ihr aktuelles Album „Lonerism“. Deutschland hinkt also einmal mehr hinterher; es ist kaum anzunehmen, dass die neue Single „Feels Like We Only Go Backwards“ diese Schieflage korrigieren wird.

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Schmidt – Heart Shaped Gun

Wenn Das Erste den ersten Hauptabend im neuen Jahr mit „Scheinwelten“, einer neuen „Tatort“-Folge aus Köln, begeht, wird auch Schmidt mit an Bord sein. Die junge Berlinerin konnte sich in den Charts zwar noch nicht behaupten, überzeugte dafür unter anderem Edel-Songwriter Guy Chambers (u.a. Robbie Williams, Kylie Minogue) von sich, der ihr Debütalbum „Femme Schmidt“ mit ihr schrieb und aufnahm. Parallel mit der Neuauflage eben jener Platte erscheint auch der brandneue „Tatort“-Song „Heart Shaped Gun“ als Download-Single.

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Lenka – Everything At Once

Für talentierte, dem Mainstream unbekannte Künstler ist Fernsehwerbung seit Jahrzehnten ein potentielles Sprungbrett für zumindest einen großen Moment im Rampenlicht. Nach Alex Clare, dessen „Too Close“ zu den Überraschungshits des Jahres zählt, ist nun die sympathische Australierin Lenka Kripac dran. Wer dachte, dass das Album „Two“ in der Grabbelkiste verschwinden würde, hat nicht auf einen bekannten Software-Hersteller gezählt, der „Everything At Once“ zur Untermalung seines neuen Betriebssystems verwendet. Während der Track nur durch Downloads mittlerweile in den Top 20 steht, wird nun auch eine 2-Track-Single nachgereicht.

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Rhye – The Fall

Seit einigen Monaten macht das geheimnisvolle Projekt Rhye die Blogosphäre unsicher. Ihren Soul-Pop setzten sie zunächst namenlos ab, posteten einzig geheimnisvolle Fotos von irgendwelchen Personen, die mit der Band nichts zu tun haben. Mittlerweile ist das Geheimnis gelüftet: Für den Gesang ist nicht etwa eine Frau verantwortlich, wie man vielleicht denken würde, sondern der kanadische Electro-Musiker Mike Milosh, der als Milosh bereits drei Soloalben veröffentlicht hat. Er residiert mittlerweile ebenso in Los Angeles wie sein Partner-in-Crime, der dänische Soundtüftler Robin Hannibal (Quadron). Ein gemeinsames Album erscheint im März, die Single „The Fall“ ist ab sofort erhältlich.

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Metallica – Quebec Magnetic

Auch wenn „Death Magnetic“, das neunte und bislang letzte Metallica-Studioalbum, bereits mehr als vier Jahre zurückliegt, war es in jüngerer Vergangenheit alles andere als ruhig um die Metal-Veteranen. Neben dem schwierigen „Lulu“, einer Kollaboration mit Lou Reed, veröffentlichte man die Outtake-Sammlung „Beyond Magnetic“, spielte 2011 vier Shows zum 30jährigen Jubiläum der Band, gründete ein eigenes Label, veranstaltete ein eigenes Festival und gab erst vor wenigen Tagen den gesamten Backkatalog auf Spotify frei. Ganz nebenbei wird auch schon an einem neuen Album gearbeitet, das jedoch nicht vor Anfang 2014 erscheinen soll. Um die Wartezeit zu verkürzen, erscheint nun die Doppel-Live-DVD „Quebec Magnetic“.

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Eve’s Fruit – Not That Easy

Eigentlich kommen Eve’s Fruit aus dem Westen Österreichs, doch mittlerweile hat es das Quartett nach Wien vorschlagen, von wo aus sie mit ihrer Mischung aus (Post-)Grunge, Alternative Rock und einer Prise Indie mehr und mehr auf einen internationaleren Markt drängen. Für den Nachfolger zum Debüt „A Sharp Thorn Grows“ konnte man sich die Dienste von Blackmail-Gitarrist und Edel-Produzent Kurt Ebelhäuser sichern, darüber hinaus kümmerte sich der ebenfalls nicht gänzlich unbekannte Andi Jung, der selbst unter anderem mit Blackmail und den Beatsteaks arbeitete, um den Mastering-Feinschliff. Die Rahmenbedingungen könnten für „Not That Easy“ also kaum besser sein.

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