Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Peace – Follow Baby

Rockmusik muss mal wieder gerettet werden von neuen Hoffnungsträgern, die unter Umständen nach einem Album wieder in der Versenkung verschwinden. Was zynisch, womöglich auch bitter klingt, wurde in der Vergangenheit in zahlreichen Fällen Realität, soll Peace allerdings nicht passieren. Das britische Quartett aus Worcester wurde bereits von der BBC und dem NME abgefeiert, hat zahlreiche Gigs in prominenter Platzierung hinter sich und veröffentlicht nun das Debütalbum „In Love“. Gleichzeitig damit erscheint „Follow Baby“, nach „Wraith“ die bereits zweite Single der Friedliebenden.

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OK KID – Stadt ohne Meer

Vor zwei Jahren veröffentlichte das ehemalige HipHop-Projekt Jona:S seine zweite EP „Grau“, mit der man langsam aber sicher zu Popmusik fand, verpackt als eine Art elektronische Antwort auf Clueso. Seither wurde aus dem Quintett ein Trio, man fand in OK KID einen neuen Namen (angelehnt an die Radiohead-Alben „OK Computer“ und „Kid A“, die beiden ‚Kompromissplatten‘ der verbliebenen Mitglieder) und scheint musikalisch endgültig angekommen zu sein. Erste Auskopplung aus dem am 5. April erscheinenden, eponymen Debütalbum ist „Stadt ohne Meer“.

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Betting On The Mouse – Betting On The Mouse

Was ist es bloß mit dem Norden Europas und Popmusik? Gerade der skandinavische Raum exportiert großartige Talente en masse, scheinbar auf einen endlosen Pool zurückgreifen zu können. Zu ihnen zählen auch Betting On The Mouse aus Kopenhagen um Frontfrau Martha Marie Skou, die mittlerweile in Berlin residiert. Wissen muss man über das Quartett eigentlich nichts. Es genügt die Feststellung, dass ihr internationales Debüt, schlicht „Betting On The Mouse“ betiteltet, bezaubernde, verträumte Songs mit hohem Suchtfaktor nach Deutschland transportiert.

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Jakwob feat. Maiday – Fade

Mit einem unüblichen musikalischen Background, der Jazz, Death Metal und Folk einschließt, wendete sich James Edward Jacob, ein Brite mit schottisch-indischen Wurzeln, elektronischen Klängen zu. Seine Dubstep-Bearbeitungen und -Bootlegs der Ellie Goulding-Songs „Starry Eyed“ und „Under The Sheets“ brachten ihm 2009 erstmals Airplay ein. Mittlerweile hat er auch mehrere eigene Singles veröffentlicht, die auch ohne Monsterbässe durchaus erfolgreich waren. „Fade“ verzichtet gänzlich darauf.

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Half Moon Run – Full Circle

Wenn Mumford & Sons Anfang April für drei Konzerte nach Deutschland kommen, werden sie von drei jungen Kanadiern begleitet, die hierzulande noch weitestgehend unbekannt sind. Half Moon Run kommen aus Montreal und passen mit ihrer Mischung aus Indie, Folk und Pop vermeintlich perfekt ins Vorprogramm der Grammy-Gewinner. Einen Major-Vertrag haben sie mittlerweile in der Tasche, wann ihr Debütalbum „Dark Eyes“ auch in Deutschland erscheinen wird, ist jedoch noch unbekannt. Immerhin: die erste Single „Full Circle“ gibt es ab sofort.

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Herrenmagazin – Das Ergebnis wäre Stille

Mit prominenten Fans und Unterstützern – Ex-Blumfeld-Manager Oliver Frank, Jan Müller von Tocotronic und Marcus Wiebusch von Kettcar – starteten Herrenmagazin ihre Karriere als deutsche Indie Rock-Hoffnung. Auch wenn sich die Vorschusslorbeeren bislang nicht in Chartplatzierungen manifestierten, überzeugten die beiden ersten Platten „Atzelgift“ und „Das wird alles einmal dir gehören“ qualitativ vollends. Mit dem Wechsel zu Delikatess Tonträger bleibt man dem Geheimtipp-Status wohl weiterhin treu. Dass die vier Hamburger an Strahlkraft nichts verloren haben, zeigen sie auf „Das Ergebnis wäre Stille“.

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The Mary Onettes – Hit The Waves

Warum sind The Mary Onettes bislang nicht auf die Idee gekommen, ein Album mit dem Titel „No Strings Attached“ aufzunehmen? Gut, vermutlich will man dem offensichtlichen *NSYNC-Vergleich aus dem Weg gehen, auch wenn der clevere Bandname die Puppen tanzen lassen möchte. Dabei könnte das Quartett aus dem schwedischen Jönköping nicht weiter von generischem Boyband-Sound entfernt sein: ihr düsterer Gitarren-Pop mit 80s- und Synthi-Einschlag ist New Romantic durch und durch. Dass diese süßliche Melancholie medienübergreifend funktionieren kann, zeigen unter anderem Soundtrack-Einsätze in der Ärzteserie „Grey’s Anatomy“. Ihr drittes Album „Hit The Waves“ hat Nachschub im Gepäck.

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Sound City – Real To Reel

Im vergangenen Jahr kaufte Dave Grohl das Neve 8028-Mischpult der Sound City Studios, ein Prunkstück analogen Studio-Equipments, auf dem unter anderem Neil Young, Fleetwood Mac, Metallica, Guns N‘ Roses, Rage Against The Machine, Slipknot, Nine Inch Nails und viele mehr aufnahmen. Grohl selbst spielte in besagten Studios das legendäre Nirvana-Album „Nevermind“ ein und beschloss, der Geschichte dieser legendären Institution auf den Grund zu gehen. Ergebnis ist sein Regie-Debüt „Sound City“, mit guten Kritiken überhäuft. Für den dazugehörigen Soundtrack jammte Grohl mit diversen Musikern, die eine Verbindung zu den Studios haben, wodurch es zu spannenden und durchaus ungewöhnlichen Kollaborationen kam.

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The Good Natured – 5-HT

Mit Verzögerung landeten The Good Natured auch in Deutschland. Dank Werbe-Unterstützung reichte es für „Skeleton“ zu einem CD-Release und vier Wochen in den Charts, wobei Platz 68 das Höchste der Gefühle war. Das britische Trio war keineswegs untätig, auch wenn man hierzulande herzlich wenig davon mitbekommen hat. Die Wartezeit auf das Debütalbum unterbrechen die Electro-Popper (sofern man The Good Natured in eine Schublade stecken kann) mit „5-HT“.

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The Black Marbles – Made In Concrete

Er will nicht aussterben, der gute, alte Rock’n’Roll. Dass man mit vermeintlich ollen Kamellen immer noch abräumen kann, zeigen aktuell Bands wie The Answer und Airbourne. Möglicherweise muss man künftig The Black Marbles dieser illustren Liste hinzufügen. Das schwedische Quartett gibt es seit 2009, nach ein paar Umbesetzungen begann man aber erst im vergangenen Jahr an den Arbeiten zum Debütalbum. „Made In Concrete“ erscheint über das bandeigene Label und soll Vergleichen mit 70s-Größen wie Free, Humble Pie und The Faces standhalten. Das ist zumindest mutig, funktioniert über weite Strecken aber überraschend gut.

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