Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Delphic – Baiya

Mit ihrer eingängigen Mischung aus Indie Rock und Electro-Klängen überzeugten Delphic nicht nur Kritiker, in UK verkaufte sich ihr Debütalbum „Acolyte“ in die Top 10, während es hierzulande – keine Verwunderung – bestenfalls verhalten lief. Seit dem Release sind ziemlich genau drei Jahre vergangen, die unter anderem mit der Veröffentlichung von „Good Life“, einer von fünf offiziellen Singles zu den Olympischen Sommerspielen in London, gefüllt wurde. Für das zweite Album „Collections“ gestaltet sich der Sound nun offener: weniger Rock, mehr Electro, dazu ein wenig RnB und House. Zeitlich erscheint „Baiya“ als Download-Single.

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The Virginmarys – King Of Conflict

Gute Gitarrenmusik braucht keine Gimmicks, keine Hochglanz-Produktion, keine ausladenden Arrangements – sie muss von Herzen kommen und gepflegt ins Sitzfleisch treten. The Virginmarys haben diesen ‚Berufsethos‘ offenbar mit der Muttermilch aufgesogen. Das Trio aus Macclesfield, einer Satellitenstadt Manchesters, wenn man so will, trat unter anderem bereits mit Slash, We Are Scientists und Ash auf, verkaufte seine EPs im Eigenvertrieb und war sogar im Frühstücksfernsehen und auf dem Soundtrack eines Computerspiels vertreten. Dass ihr herzhafter Rock’n’Roll für größere Dinge bestimmt ist, wird beim Durchhören ihres Debütalbums „King Of Conflict“ klar.

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New Found Land – Mirror

Es ist ja nicht so, dass Anna Roxenholt eine gänzlich Unbekannte wäre. Ihr deutsch-schwedisches Bandprojekt New Found Land durfte sich über nationale Radio-Rotation freuen, einige Songs schafften es auch auf den Soundtrack diverser US-amerikanischer Serien und Filme. Nun aber der Schnitt: „New Found Land war immer mein Projekt“, realisierte die Schwedin, und trennte sich von ihren Mitstreitern, darunter auch ihr Ehemann, was letztlich die private Beziehung der beiden gerettet haben soll. Am 1. März erscheint der Alleingang, programmatisch „New Found Land“ betitelt. Dass Roxenholt immer noch on top of her game ist, zeigt die Vorabsingle „Mirror“.

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Tocotronic – Wie wir leben wollen

Nach dem Abschluss der Berlin-Trilogie in Form von „Schall & Wahn“ war für Tocotronic die Zeit gekommen, ein neues Kapitel in der illustren Bandgeschichte – man begeht aktuell das 20jährige Jubiläum – aufzuschlagen. Erneut arbeitete man mit Produzent Moses Schneider auf analogem Equipment und entdeckte eine alte Vier-Spur-Maschine, wie sie einst in den legendären Abbey Road Studios verwendet wurde. Passend dazu beschäftigte sich Schneider im Vorfeld der Aufnahmen mit dem Buch „Recording The Beatles“, in dem die Aufnahmetricks der Sound-Engineers enthüllt wurden. Freilich klingt „Wie wir leben wollen“ nicht nach den Beatles, wohl aber nach einer unverschämt hypnotisierenden Mischung aus Dream-Pop, Shoegaze und einer Prise Psychedelica.

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Patrick Richardt – So, wie nach Kriegen

Als Tour-Support von Thees Uhlmanns Soloexkurs ist der Name Patrick Richardt so manchem Konzertbesucher bereits einigermaßen geläufig. Das neue Grand Hotel van Cleef-Signing spielte seinem prominenten Chef und Mitreisenden an einem Abend einige Demos seines geplanten Albums vor und bat um Verbesserungsvorschläge. Verändert wurde daran kaum etwas, Uhlmann selbst war davon begeistert und trieb die Aufnahmen von Richardts Debüt voran. „So, wie nach Kriegen“ heißt die Platte, die klassischen Singer/Songwriter-Sound auf Indie Pop/Rock mit beseelten Untertönen treffen lässt. Man stelle sich vor, Gisbert zu Knyphausen und Max Prosa würden sich ein Tag-Match mit Thees und Conor Oberst liefern.

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Arbouretum – Coming Out Of The Fog

Sträflich übersehen und doch bzw. gerade deswegen eine Entdeckung wert: Arbouretum sind nur einen Buchstaben vom englischen Äquivalent zu ‚Baumschule‘ entfällt, haben aber keineswegs (pardon) Holz vor der Hütte. Das Quartett um Dave Heumann, der unter anderem gemeinsam mit Bonnie „Prince“ Billy in Anomoanon spielte, versteht sich auf Doomfolk, eine besonders finstere Ausprägung klassischer Folkmusik, die dem Drone von Sunn O))) und den Post-Americana-Klängen von Earth nahe steht, Low auf Ancient VVisdom treffen lässt. Ihr neues Album „Coming Out Of The Fog“ zeigt die Mannen aus Baltimore in Bestform.

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Everything Everything – Arc

Was 2010 mit einem Platz auf der „BBC Sound of…“-Longlist begann, manifestiert sich mehr und mehr zu einem Spielplatz für experimentelle Indie-Spezialisten mit einem Hang zu großen Melodien und geht mit dem konsequenten Umschiffen von Genre-Schubladen einher. Auch wenn in der britischen Heimat eine Top 20-Platzierung und eine Mercury Prize-Nominierung für ihr Debütalbum „Man Alive“ zu Buche stehen, sind Everything Everything in Deutschland längst noch nicht angekommen. Zumindest musikalische Gründe kann dies nicht haben, denn mit ihrer zweiten Platte „Arc“ übertrifft sich das Quartett aus Manchester mal eben ganz locker selbst.

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The Resistance – Rise From Treason

Sie wollen nicht als Supergroup verstanden werden (schon gar nicht als Nebenprojekt), was angesichts der prominenten Namen hinter The Resistance jedoch schwer fällt: Jesper Strömblad und Glenn Ljungström (beide ex-In Flames), Marco Aro (ex-The Haunted und Facedown) und Chris Barkensjö (ex-Grave, ex-Kaamos), unterstützt durch Session-Bassist Claudio Oyarzo, nachdem man Axel Losbäck Holstad vor die Tür setzte und ihm betont kein Glück für die Zukunft wünschte. Auf diese markigen Worte folgen mittlerweile auch Taten: Ab Februar beginnen die Arbeiten für das Debütalbum, das in der zweiten Maihälfte erschienen und von einer Tour sowie diversen Festival-Auftritten begleitet werden soll. Wie sich die Zusammenkunft der schwedischen Death Metal-Veteranen anhört, verrät die vorab veröffentlichte EP „Rise From Treason“.

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Miriam Bryant – Finders Keepers

Manchmal kann es ganz schnell gehen. Eigentlich reiste die gebürtige Göteborgerin Miriam Bryant, Tochter eines englischen Bäckers und einer finnischen Lehrerin, im November 2011 in den Norden Schwedens, um ihrem guten Freund Victor Rådström bei einem musikalischen Projekt unter die Arme zu greifen. Tatsächlich schrieb man drei Songs für Bryant – die ersten Songwriting-Gehversuche für die 21jährige. Wenige Monate später hat die Schwedin nun einen Major-Vertrag in der Tasche und veröffentlicht „Finders Keepers“ nach diversen Download-Bundles und Verschiebungen auch auf CD.

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The Joy Formidable – Wolf’s Law

The Joy Formidable könnten es sich einfach machen, die weiche Stimme Ritzy Bryans in zugänglichere Songs kleiden, ihnen den kratzigen Mantel abnehmen und die Rohdiamanten bis zur Unkenntlichkeit schleifen. Das Debütalbum „The Big Roar“ war jedoch gerade deswegen reizvoll, weil die drei Waliser eben nicht den Weg des geringsten Widerstandes gingen. Ihre Songs, die sich in etwa so anfühlen, als würde man einen goldenen Kerzenständer mit Schmirgelpapier bearbeiten, brachten der Band unter anderem einen Major-Vertrag, eine monatelange Tour mit den Foo Fighters und diverse Festival-Auftritte ein. „Wolf’s Law“ lenkt nun das bärbeißige Chaos in so etwas wie geregelte Bahnen, ohne dabei das angriffslustige Auftreten zu verlieren.

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