Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Max Mutzke – Durch Einander

Was vor acht Jahren beim Raab’schen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest begann, ist mittlerweile zu einer organisch gewachsenen Größe der deutschen Soul-Landschaft geworden: Max Mutzke veröffentlicht in schöner Regelmäßigkeit attraktive Alben (zuletzt die beiden englischsprachigen Platten „Black Forest“ und „Home Work Soul“), die zwar nicht mehr so ganz an die großen Erfolge zu Karrierebeginn herankommen, dafür hohe musikalische Qualität bieten. Für seine neue Platte „Durch Einander“ widmet er sich deutlich jazzigeren Klängen, verschiedenen Cover-Versionen und einer illustren Gästeliste.

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Fritz Kalkbrenner – Get A Life

115 Wochen: Über zwei Jahre konnte sich „Sky And Sand“ der Gebrüder Paul und Fritz Kalkbrenner in den deutschen Single-Charts halten, schaffte es bis in die Top 30 und gehört zu den großen Dauerbrennern der jüngeren Vergangenheit. Die Vocals stammen von Fritz Kalkbrenner, dem Jüngeren der beiden Brüder, darüber hinaus Produzent und Livemusiker. Für den 19. Oktober kündigt er sein zweites Artist-Album „Sick Travellin’“ an, dem Vernehmen nach alles andere als eine reine Club-Platte. Was diese kryptischen Worte bedeuten könnten, zeigt das vorab veröffentlichte „Get A Life“.

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Of Monsters And Men – Mountain Sound

Für Of Monsters And Men könnte es aktuell erfolgreicher kaum laufen. Im Februar erschien ihre erste Single „Little Talks“, die sich zum Dauerbrenner entwickelte und es sogar in die Top 5 der deutschen Charts schaffte. Ähnlich hoch hinaus ging es für das Debütalbum „My Head Is An Animal“; beide Releases konnten sich international gut platzieren, unter anderem in den schwierigen britischen und US-amerikanischen Musikmärkten. Zwar hat sich besagtes „Little Talks“ immer noch nicht aus den Top 30 verabschiedet, doch nach sieben Monaten muss wohl ein Nachfolger her. Dabei geht man bei „Mountain Sound“ recht vorsichtig vor und belässt es bei einem relativ blassen Download-Release.

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Toy – Toy

Das beliebte Spiel ‚Bandname vs. Suchmaschine‘ geht in die nächste Runde. Googlet man nach ‚Toy‘, stößt man auf 834.000.000 Suchresultate. Umso beeindruckender ist es, dass man die offizielle Homepage der britischen Band bereits auf der zweiten Ergebnisseite findet. Was die vier Mannen mit Frau bei dieser unorthodoxen Wahl geritten hat, ist nicht überliefert. Seit knapp zwei Jahren spielen sie in ihrer Heimat ausschließlich ausverkaufte Shows und erweiterten ihr Gefolge stetig mit Mini-Releases. Nun gibt es die schwer zu greifende, jedoch nicht minder faszinierende Melange aus Post Punk, Psychedelic Rock und krautigem Indie-Pop erstmals auf Albumlänge. Der Titel, wie nicht anders zu erwarten war: „Toy“.

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Sideburn – Bring Down The Rain

Zeit für guten, alten Hardrock: Über Sideburn aus Schweden weiß man herzlich wenig. Seit 1997 hält das Quartett aus Stockholm die Fahne der Gitarren-Klassiker hoch, zuletzt vor zwei Jahren auf „The Demon Dance“. Mit „IV Monument“ ist bereits ein Nachfolger in Planung, der vorerst nur digital bzw. via Import erscheinen soll. Warum man das vierte Studioalbum der Skandinavier dennoch antesten muss, beweist die digital veröffentlichte Single „Bring Down The Rain“ mit, nun ja, klassischer Ausrichtung.

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Wintersleep – Hello Hum

Es ist nur schwer nachzuvollziehen, warum eine Band wie Wintersleep, die seit 2003 konstant gute, wenngleich auch nicht immer einfach zu greifende Alben veröffentlicht, hierzulande solche Anlaufschwierigkeiten hat. Die Platten der Kanadier erscheinen prinzipiell mit Verspätung in Deutschland, auch wenn es im Fall von „Hello Hum“ verhältnismäßig schnell geht. Das fünfte Studioalbum der Juno-Preisträger erscheint mit gerade einmal drei Monaten Verzögerung via Affairs Of The Heart; als Herzensangelegenheit, wenn man so will. Tatsächlich hätte man keinen passenderen deutschen Labelpartner finden können, weder auf qualitativer noch auf inhaltlicher Ebene. Dass Wintersleep, unbeeindruckt von ihrem Umfeld, einen weiteren Geniestreich abgeliefert haben, verkommt da schon beinahe zur Randnotiz.

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Artificial Brothers – Make Our Hearts Sway

Schon wieder Dänemark, schon wieder faszinierende Musik. Es ist eine scheinbar unendliche Geschichte mit den hochgradig talentierten Musikern aus dem hohen Norden, die, wie in Wellen, immer und immer wieder gen Deutschland schwappen. Dieses Mal sind Artificial Brothers dran, ein Quintett aus Thisted, das sich „in einem düster-melancholischen Parallel-Universum inmitten der Grenzen des Alternative-Rock“ bewegt, wie es der beigepackte Pressetext so wunderbar auf den Punkt bringt. Für das Debütalbum „Make Our Hearts Sway“ verschanzte man sich im Vorjahr für ein halbes Jahr auf einem Bauernhof irgendwo im Nirgendwo. Die zehn Songs belegen, dass sich diese zurückgezogene Arbeitsweise gelohnt hat.

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Animal Kingdom – The Looking Away

TV-Unterstützung, ein wenig internationale Hype-Presse und ein Haufen guter Songs – besser könnten die Vorzeichen für das Debütalbum von Animal Kingdom kaum sein. Gut, eine Chart-Platzierung für die heftig beworbene, unheimlich sympathische Spätsommer-Single „Strange Attractor“ wäre nett gewesen, aber auch ohne ein derartiges Erfolgserlebnis wissen sich die drei Briten zu behaupten. Im weitläufigen Indie Pop/Rock-Feld beackern sie ein breites Feld, wurden unter anderem mit M83, Keane und Coldplay verglichen. Dass an diesem durchaus prominenten Namedropping etwas dran ist, beweist ihr zweites Album „The Looking Away“, das nun auch in Deutschland erscheint.

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The Features – Another One

Als die Kings Of Leon 2009 ihr eigenes Label Serpents And Snakes gründeten, holten sie The Features als erste Band an Bord. Das Quartett aus Sparta, Tennessee, besteht bereits seit 1994, veröffentlichte vor acht Jahren sein Debütalbum „Exhibit A“ und tauchte danach wieder ein wenig unter. Dabei sind die verspielten Indie Rock-Songs mit Pop-Schlagseite eigentlich wie gemacht für Clubs und Festivalbühnen rund um die Welt, was besagte prominente Kollegen auch erkannten. „Wilderness“, ihr im vergangenen Jahr erschienenes drittes Album, erscheint am 14. September hierzulande immerhin digital. Zeitgleich damit wird der Albumtrack „Another One“ als Download-Single ausgekoppelt.

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Billy Talent – Dead Silence

Eigentlich hätten Billy Talent im Vorfeld der Aufnahmen zu ihrem vierten Album beflügelt sein müssen: Auch wenn „Billy Talent III“ nicht ganz das Niveau seiner Vorgänger halten konnte und mit der verfeinerten Ausrichtung für ein wenig Verwirrung unter Fans und Kritikern sorgte, hielt man sich dennoch in der Erfolgsspur. Die Einnahmen wurden in ein eigenes Aufnahmestudio gesteckt, doch dann das: Sänger Ben Kowalewicz hatte mit einer fiesen Schreibblockade zu kämpfen, Gitarrist und Haupt-Songwriter Ian D’Sa erlebte ebenso eine kleine kreative Dürreperiode und zu allem Überfluss musste sich der ohnehin MS-kranke Drummer Aaron Solowoniuk einer Operation am offenen Herzen unterziehen, nachdem er die Schlagzeugspuren bereits eingespielt hatte. Erholt hat er sich erstaunlich schnell und fühlt sich aktuell in Topform. Dass diese schwierigen Umstände die Kanadier, persönlich wie musikalisch, reifen ließ, stellt „Dead Silence“ unter Beweis.

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