Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Gypsy & The Cat – Bloom

Gleich zwei Ohrwürmer – „Jona Vark“ und „Time To Wander“ – koppelten Gypsy & The Cat im vergangenen Jahr aus ihrem Album „Gilgamesh“ aus und hatten damit zumindest moderaten Erfolg. In ihrer australischen Heimat veröffentlicht das Duo am 19. Oktober bereits das neue Album „The Late Blue“; ein Deutschland-Release steht noch nicht fest, vor 2013 ist damit aber wohl kaum zu rechnen. Stillstand ist für Xavier Bacash und Lionel Towers keine Option, womit wohl auch erklärt ist, warum „Bloom“ so anders klingt.

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Selah Sue – Fade Away

Vor zwei Monaten erschien Selah Sues eponymes Debütalbum zumindest digital in den USA. Die junge Belgierin, die sich zunächst als Duettpartnerin Cee Lo Green ins Bewusstsein der Soulwelt sang, ist längst solo erfolgreich, auch wenn es hierzulande mit Chartplatzierungen bislang nicht klappte – siehe „Raggamuffin“, „Black Part Love“ und das in Belgien mit Platin ausgezeichnete „This World“. Wie sich das für einen verspätenen US-Release so gehört, hat Selah Sue ein wenig neues Material beigepackt. Einer dieser Songs, „Fade Away“, schafft es nun immerhin als Download-Single nach Deutschland.

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VoiVod – Mechanical Mind

Was lange Zeit unmöglich schien, wird nun doch Realität: Am 18. Januar 2013 erscheint „Target Earth“, das 13. Studioalbum der kanadischen Metal-Legenden VoiVod. Dabei war man sich lange Zeit nicht sicher, ob es noch eine Platte geben würde. Nachdem auf „Infini“ 2009 die letzen Ideen des vier Jahre zuvor verstorbenen Gitarristen und Gründungsmitglieds Dennis „Piggy“ D’Amour realisiert wurde, fand man in Daniel „Chewy“ Mongrain einen potentiellen Nachfolger, der gemeinsam mit den drei Originalmusikern – Bassist Blacky ist erstmals seit 1991 wieder auf einem VoiVod-Album zu hören – jammte. Die Chemie muss gestimmt haben, wie man an „Mechanical Mind“ hört.

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Metz – Metz

So eine Band kann nur via Sub Pop erscheinen: Metz aus Toronto putzten geraume Zeit Klinken in kleinen Clubs, erspielten sich im Laufe der letzten drei Jahre Support-Gigs für Mudhoney, Mission Of Burma und Death From Above 1979, und ernteten unter anderem Lob von Einstürzende Neubauten-Bassist Alexander Hacke. Das Konzept des Trios ist relativ simpel: Verstärker laut aufdrehen, einfach darauf los spielen und in den eigenen Feedback-Schleifen ersaufen. „Metz“ heißt das von Graham Walsh (Holy Fuck) und Alexandre Bonenfant produzierte Debüt, das den guten alten Rock’n’Roll durch Noise und Punk zerrt. Fans von Shellac, Public Image Ltd., The Pixies und The Jesus Lizard sollten Augen und Ohren weit aufsperren.

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Lilabungalow – Lilabungalow

Unglaublich aber wahr: Lilabungalow gibt es seit 2004 als Soloprojekt (vier Jahre später wurde eine dreiköpfige Band mit zusätzlichen Live-Gästen daraus), man war unter anderem mit Herbert Grönemeyer und Northern Lite auf Tour, eine Platte gab es aber bislang nicht. Zumindest prangert man bei analogsoul diesen Missstand an und behebt ihn gleichzeitig. Das nennt man wohl ‚guten Service‘. Die Erfurter um den studierten Musiklehrer Patrick Föllmer verstehen sich auf Popsongs, die mit herkömmlicher Radioware herzlich wenig zu tun haben und eine Vielzahl an Soul-, Electro- und Rock-Einflüssen mitnehmen. Wie das klingt, veranschaulicht das Debütalbum „Lilabungalow“.

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Re-Machined – A Tribute To Deep Purple’s Machine Head

Mit Tribute-Compilations ist es so eine Sache. Mal ist die Bandauswahl mehr als fragwürdig, mal wirkt die Songauswahl ungelenkt, dazu ist es sowieso eine große Herausforderung, große Originale entsprechend neu zu verpacken, um sich vor Leichenschändung und Einfallslosigkeit zu schützen. Entsprechend ist auch dieser Sampler zum 40jährigen Jubiläum des wegweisenden Deep Purple-Albums „Machine Head“ mit Vorsicht zu genießen. Dabei hat sich auf „Re-Machine – A Tribute To Deep Purple’s Machine Head“ einiges an Prominenz eingefunden, verbunden mit der einen oder anderen Überraschung. Eines sei aber vorab verraten: Obwohl die Beteiligten durchaus Rang und Namen haben, ist längst nicht alles Gold, was Richie Blackmore-Riffs spielt.

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Vierkanttretlager – Fotoalbum

Als Vertreter für Schleswig-Holstein beim Bundesvision Song Contest 2012 gehen am 28. September Vierkanttretlager an den Start. Das Quartett aus Husum sorgte Anfang des Jahres mit seinem Debütalbum „Die Natur greift an“ für ein verdientes Rauschen im Indie-Rock-Blätterwald. Vergleiche mit Blumfeld und Tocotronic sind ebenso kühn wie schwer von der Hand zu weisen, das Feature mit Casper war wohl (und richtigerweise) unverzichtbar. Für den Raab’schen Musikwettbewerb bietet man „Fotoalbum“ in einer neuen Version auf, die zeitgleich mit der Veranstaltung als Download-Single erscheint.

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Sutcliffe feat. Guðrið Hansdóttir – Ever Wonder

Die Americana-Anfänge sind weitestgehend passé, stattdessen haben Sutcliffe mittlerweile Folk Rock mit Pop-Elementen für sich entdeckt. Gesang ist für das Quintett aus Nürnberg gelegentliches schmuckes Beiwerk, man versteht sich als Instrumental-Band, die faszinierende Geschichten erzählt – so zuletzt vor zwei Jahren auf „Mom, Where Are The Seahorses?“. Für die erste Vorabsingle aus dem am 26. Oktober erscheinenden dritten Album „III“, „Ever Wonder“, hat man sich jedoch einen interessanten Gast eingeladen, der hierzulande (noch) keinen Namen hat.

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Kiasmos – Thrown EP

Wenn Ólafur Arnalds nicht gerade Musik aus seinem Wohnzimmer in die weite Welt hinaus schickt, klassischer Musik einen modernen Anstrich verpasst oder sich einer Soundtrack-Arbeit widmet, begeistert er sich für elektronische Musik. Gemeinsam mit dem Färinger Janus Rasmussen von Bloodgroup, den der Isländer durch seine Arbeit als Toningenieur kennen lernte, stellt er als Kiasmos seine Herangehensweise an technoide Klänge vor. Bislang kennt man das nur von der 2009 erschienen Split „65/Milo“ mit Rival Consoles. Nun erscheint, mit ordentlich Verzögerung, die EP „Thrown“.

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Honig – Empty Orchestra

Es war einmal ein Junge, der sich stets in der Natur aufhielt. Wanderte mit einem Pflanzenbestimmungsbuch in der Hand, radelte durch Schweden, paddelte mit dem Kajak über stille Seen. Später war er Teil der Metalband Benevolent, blieb irgendwo hängen und ließ sich von einem Tinnitus zurück zur Stille des Moments führen. Stefan Honig macht Musik als Honig, schnitzt Singer/Songwriter-Perlen mit sympathischem Pop-Appeal und viel Gefühl, und hat mittlerweile seinen Job als Erzieher gekündigt. „Empty Orchestra“ heißt sein neues Album, auf dem er sich unter anderem von einem Ex-Benevolent-Kollegen und dem aktuellen Clueso-Schlagzeuger unterstützen ließ. Kann man machen.

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