Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

The Heavy – The Glorious Dead

Werbespots, Fernsehserien, Film-Soundtracks – „How You Like Me Now?“ ist auch drei Jahre nach Release omnipräsent. The Heavy aus Bath aber auf diesen einen Song aus ihrem zweiten Album „The House That Dirt Built“ zu reduzieren, wäre fatal. Nicht nur, dass man mit der eingängigen, eigenwilligen Mischung aus Rock, Soul, RnB und Funk nach wie vor eine Ausnahmestellung im Musikzirkus einnimmt, starke Songs hat das Quartett en masse im Gepäck. Mehr davon gibt es nun auf „The Glorious Dead“, das Album nach dem großen Aufmerksamkeits-Boom. Von ‚playing it safe‘ hält man jedoch nichts.

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Die Orsons feat. Cro – Horst & Monika

Es ist eine Geschichte wie aus einer anderen Welt: Horst schließt sich nach einer grauenvollen Kindheit der NPD an, um so etwas wie Zugehörigkeitsgefühl zu empfinden. Wohl fühlt er sich jedoch nicht, hasst seine raue, haarige Haut und trifft sich heimlich mit Männern. Schließlich fasst er allen Mut zusammen, bekennt sich zu seiner Transsexualität, tritt bei der NPD aus und wird zu Monika Strub, mittlerweile Mitglied der Linkspartei und im Herbst 2010 Landtagskandidatin für den Kreis Emmerdingen. Würde man diese Geschichte nicht kennen, man müsste den Orsons eine blühende Fantasie attestieren, wenn man sich mit ihrer neuen Single „Horst & Monika“ erstmals auseinandersetzt.

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Blumentopf feat. Pohlmann. – Bin dann mal weg

Im zwanzigsten Jahr ihres Bestehens sind Blumentopf präsenter denn je. Ihre Raportagen erfreuten sich größter Beliebtheit, dazu läuft aktuell eine 18teilige Vlog-Serie, mit der „Nieder mit der GbR“, das am 21. September erscheinende siebte Studioalbum, groß angekündigt wird. Eingeläutet wird der Nachfolger des starken „Wir“ durch „Bin dann mal weg“, eine Art Aussteiger-Hymne, die die Mühen des Alltags hinter sich lässt und dafür den Labelkollegen Pohlmann. ins Studio einlädt.

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Azure Ray – As Above So Below

Für Azure Ray ist es Zeit geworden, zu neuen Ufern aufzubrechen; jene Ufer, die sie vor zwei Jahren mit ihrem Comeback- bzw. Reunion-Album „Drawing Down The Moon“ erneut betraten. Orenda Fink und Maria Taylor weichen nun von ihrem bislang kultivierten, verträumten, verzauberten Folk Pop ab, um sich deutlich elektronischeren Klängen zu widmen, inspiriert durch Künstler wie James Blake, Nicolas Jaar und Apparat. Produziert und in Szene gesetzt von Andy LeMaster (Bright Eyes, Now It’s Overheard) und Finks Ehemann Todd (The Faint), entstand das Mini-Album „As Above So Below“ mit sechs Songs, die sich einem minimalistisch-elektronischen Klangbild widmen, ohne dabei aus der für Azure Ray typischen Traumwelt aufzuwachen.

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Daughter – Smother

Mit gerade einmal zwei EPs im Gepäck haben sich Daughter einen respektablen Namen bei Bloggern und Feinschmeckern erspielt. Das Trio aus dem Norden Londons verkaufte zuletzt die Assembly Hall mit 700 Leuten restlos aus, die beiden Releases „His Young Heart“ und „The Wild Youth“ erfreuen sich großer Beliebtheit. Aktuell ist man auf diversen Festivals (am 7. September auch in Berlin) unterwegs und nimmt nebenbei obendrein das Debütalbum auf. Was man davon erwarten kann, deutet die Single „Smother“, mit der man bei 4AD Einstand feiert, an.

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Red Hot Chili Peppers – Brendan’s Death Song

Zwingend nachvollziehbar ist sie nicht, die Veröffentlichungspolitik rund um „I’m With You“, das erste Album der Red Hot Chili Peppers mit Neu-Gitarrist Josh Klinghoffer. Zwar gelten „Monarchy Of Roses“ und „Look Around“ als Auskopplung der aktuellen Platte, einen offiziellen Release gab es nicht, weder digital noch auf CD. Wahlweise ist „Brendan’s Death Song“ nun die zweite oder vierte Single, 13 Monate nach „The Adventures Of Rain Dance Maggie“. Das klingt zunächst einmal wirr, soll und darf jedoch nicht vom Song an sich ablenken, der für die Red Hot Chili Peppers noch dazu von besonderer Bedeutung ist.

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Max Herre – Hallo Welt!

Mit gemischten Gefühlen wurde „Ein geschenkter Tag“, Max Herres Ausflug in Singer/Songwriter-Gefilde, aufgenommen. Die Songs waren gut, die Fans hatten sich wohl etwas anderes erwartet. Somit verwundert es nur bedingt, dass der Freundeskreis-Mitbegründer nun zum HipHop zurückkehrt, obwohl es, wie er auf seinem neuen Album rappt, nicht heißt, dass er nie wieder singen wird. Entsprechend ist „Hallo Welt!“ als weitere Etappe im bewegten Musikerleben Herres zu sehen. Für sein drittes Soloalbum stellt er sich in die Tradition des Pirate Radio und stellt eine regelrechte Armada an Gastmusikern auf.

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Lukas Graham – Ordinary Things

Es wurde an ähnlicher Stelle bereits mehrfach gesagt, darf aber gerne wiederholt werden: Für so ein kleines Land ist Dänemarks Reichtum an großartigen Musikern beeindruckend. Neuestes Beispiel: Lukas Graham Forchhammer, ein 23jähriger aus der Freistadt Christiania in Kopenhagen, der als „Luke The Duke“ gemeinsam mit seinen Freunden Lovestock, Magnúm und The Captain als Soul- / Funk-Act aktiv ist. Der Erfolg in der Heimat gibt ihm Recht: „Lukas Graham“ eroberte die Spitze der Albumcharts, dazu kommen drei Singles in den Top 4. Mit „Ordinary Things“ soll es nun auch in Deutschland klappen.

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Zebra And Snake – Empty Love Song

Seit ihrer Kindheit kennen sich die beiden Finnen Tapio and Matti aus dem kleinen Städtchen Alajarvi im Westen des Landes. Auf den Gedanken, gemeinsam Musik zu machen, kamen sie erst 2007, nachdem beide nach Helsinki gezogen waren. Tapio, der aus einer streng religiösen Familie stammt, musste ‚moderne‘ Musik erst für sich entdecken. Gemeinsam einigte man sich auf 80s-lastigen Synthi-Pop. Ein Name war auch schnell gefunden: Zebra And Snake, inspiriert durch ein Shirt, auf dem, nun ja, ein Zebra und eine Schlange zu sehen waren. Das gemeinsame Album „Healing Music“ schlägt immer noch – verdientermaßen – kleine Wellen, mit „Empty Love Song“ steht eine weitere Single in den Startlöchern.

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