Kategorie: Alben

Jarle Skavhellen

Jarle Skavhellen – Beech Street

Der Alltag mit seinen kauzigen Einzigartigkeiten und eigenwilligen Routinen dient Jarle Skavhellen seit jeher als Quell der Inspiration für seine Singer/Songwriter-Tracks. Vor wenigen Jahren debütierte der Norweger mit einer spannenden EP, schob schnell das erste Album „The Ghost In Your Smile“ hinterher und supporte unter anderem so großartige Künstler wie Ciaran Lavery und Villagers. Für den Nachfolger holte sich Skavhellen Tucker Martine an Bord, der eine seiner Lieblingsplatten („Evening Machines“ von Gregory Alan Isakov) produzierte. Das in Portland, Oregon aufgenommene „Beech Street“ ist das Ergebnis dieser Zusammenarbeit.

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Lice

Lice – Wasteland: What Ails Our People Is Clear

Das nächste gut gehütete Geheimnis aus der britischen Art-Punk-Szene startet durch. Lice aus Bristol machen keine halbe Sachen. Erst 2016 gegründet, tourte das Quartett wiederholt als Support ihrer guten Freude Idles, auf deren Label auch die ersten EPs der Band erschienen. Mittlerweile haben Lice ihre eigene Plattenfirma, die als Plattform für experimentelle Künstler dienen soll. Und experimentell ist das, was es auf dem Debütalbum „Wasteland: What Ails Our People Is Clear“ zu hören gibt, allemal – konzeptuell wie musikalisch.

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Steve Earle & The Dukes

Steve Earle & The Dukes – J.T.

Ein neues Album von Steve Earle & The Dukes sollte ein Anlass zur Freude sein. Dem ist dieses Mal bestenfalls bedingt so. Am 20. August 2020 starb sein Sohn Justin Townes Earle, er wurde nur 38 Jahre alt. Für den Vater gab es nach eigener Angabe nur eine einzige Art, wirklich Abschied zu nehmen: auf musikalische Weise. Auf „J.T.“ – Justin Townes‘ Spitzname bis zum Erwachsenenalter – covert er sich durch den Katalog des Sohnes. 100 % der Einnahmen gehen an einen Trust für Justins dreijährige Tochter Etta.

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The Dirty Nil

The Dirty Nil – Fuck Art

Ein Stück Alltag war wohl selten so wichtig und willkommen wie jetzt. Während andere über ein grausames Jahr schreiben, kümmern sich The Dirty Nil um das Drumherum, um Beziehungen, das Älterwerden und typische Ärgernisse, die das Leben so mit sich bringt. Zwischen hektischen Aufnahmen, letzten Flügen nachhause und Quarantäne-Sessions sowie steten Desinfektionen und digitalem Spurenversand entstand ein Rockalbum als Ausflucht aus dem Alltag. „Fuck Art“ eröffnet das Jahr mit einem Donnerhall.

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Beans On Toast

Beans On Toast – Knee Deep In Nostalgia / The Uncertain Future

Seit 2009 veröffentlicht das JayMcAllister, das Schweizer Uhrwerk aus Braintree, jedes Jahr pünktlich zu seinem Geburtstag am 1. Dezember ein neues Album unter seinem Pseudonym Beans On Toast. Dieses Unterfangen gestaltete sich heuer aus mehreren Gründen etwas anders. Einerseits feierte McAllister seinen 40er und wollte sich einer kurzweiligen Reise in die eigene Vergangenheit widmen, andererseits stellte die Pandemie alle Pläne auf den Kopf. Deswegen entstanden gleich zwei neue Alben: „Knee Deep In Nostalgia“ befasst sich mit dem eigenen Erinnerungsschatz, „The Uncertain Future“ betrachtet ein Jahr des Grauens und der Ungewissheit.

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Brendan Lewes

Brendan Lewes – Nine Songs Sung From The End

Vor fünf Jahren zog der britische Singer/Songwriter Brendan Lewes nach Kiel. Die Gitarre war natürlich im Gepäck. Seither spielte er über 300 Konzerte in allen Ecken Deutschlands und zeigte sich während Lockdown und Social Distancing kreativ – Auftritte vor geparkten Autos, hinter Plexiglasscheiben und in Gärten begleiteten ihn durch Frühjahr und Sommer. Ganz nebenbei spielte er noch ein durch Crowdfunding finanziertes Album ein, begleitet von befreundeten Musikern aus Kiel, den Gambling Ambers. „Nine Songs Sung For The End“ steht als Titel symbolisch für die düstere Gegenwart.

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Babeheaven

Babeheaven – Home For Now

Das Gefühl für gute Musik und starkes Songwriting war den Mitgliedern von Babehaven in die Wiege gelegt. Nancy Andersens Vater schrieb Werbejingles, Jamie Travis‘ Vater Geoff gründete 1978 Rough Trade Records. Der gemeinsame Nenner ist soulig, elektronisch und durchaus poppig, eine Art Indie-Version vertrauter TripHop-Klänge mit viel Gefühl und sympathischer Energie. Was vor vier Jahren mit einer ersten Single begann, mündet nun im großartigen „Home For Now“.

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Chamberlain

Chamberlain – Red Weather

In den 90er Jahren legten Chamberlain mehrere maßgebliche Midwestern-Emo-Leckerbissen vor. 2000 löste sich die Band auf und fand nach einer Mini-Reunion erst vor zwei Jahren wieder zusammen, um eine Jubiläumstour ihres letzten Albums zu begehen. Wobei dieses „letzte Album“ mittlerweile überholt ist, denn aus den Revival-Gigs wurde ein komplettes Comeback, das sogar zurück ins Studio führte. Mit Emo-Klängen haben die gestandenen Herren mittlerweile aber wenig am Hut, und so klingt das Comeback-Werk „Red Weather“ nach gestandenem Heartland-Rock aus den Tiefen des amerikanischen Songbook.

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Alpha Male Tea Party

Alpha Male Tea Party – Infinity Stare

Schwere, schmerzhafte Verluste brachten den kreativen Prozess von Alpha Male Tea Party zum Erliegen. Besonders der Tod ihres guten Freundes Dan Wild-Beesley von der Band Cleft ließ sich nur schwer bewältigen. Erst im Zuge des Covid-Lockdowns entfachten die Briten ihr musikalisches Feuer neu und nahmen Songs auf, die zwischen Euphorie, Melancholie und Hoffnung pendeln. „Infinity Stare“ haucht dem Math Rock des Trios frischen Esprit ein.

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The Kills

The Kills – Little Bastards

In bald 20 Jahren Bandgeschichte sammelte sich bei The Kills einiges an Material an, auch jenseits der fünf Studioalben. Gerade in den Anfangsjahren wurden unzählige B-Seiten aufgenommen – kleine Rohdiamanten und verborgene Schätze, die dem Perfektionisten Jamie Hince aufgrund ihrer oftmals recht rohen Ausarbeitung die Sorgenfalten auf die Stirn trieben. Der Rückblick zeigte Hince und Mitstreiterin Alison Mosshart allerdings die eigentliche Schönheit dieser versteckten Perlen. „Little Bastards“ packt nun gleich 20 davon auf eine kurzweilige Compilation.

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