Kategorie: Alben

Ultravox – Brilliant

2008 staunten viele 80er-Fans nicht schlecht – Ultravox, eine der wichtigsten Bands des Jahrzehnts, die den klassischen New Wave-Sound entscheidend mitgeprägt hatte, fand sich für eine groß angekündigte Reunion-Tournee zusammen. Zwar ohne den legendären John Foxx, dafür aber in der klassischen Bandkonstellation der Jahre ’79 bis ’86. Midge Ure, Chris Cross, Billy Currie, Warren Cann – in genau dieser Zusammensetzung entstanden auch die größten Hits der Band, wie „Vienna“, „All Stood Still“, „Hymn“ und „Dancing With Tears In My Eyes“. Bedauernswerterweise gab es trotz der  Reunion – von einem Live-Album mal abgesehen – keinerlei neues Material der Band zu hören. Umso heißer wird „Brilliant“, das erste richtige Ultravox-Album seit 28 Jahren (wenn man den Ausrutscher „U-Vox“ und die Pseudo-Phase der 90er Jahre mal ausblendet), von den Fans erwartet.

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Exitmusic – Passage

Manchmal scheint die Zeit stehen zu bleiben, während man Exitmusic lauscht. Mit Betreten ihrer Welt geschieht eine Loslösung. Im Instinkt folgt man den behutsamen Melodien, welche gleichermaßen verdammt viel Antrieb entwickeln. Die Faszination auf dem Debütalbum „Passage“ des New Yorker Duos ist dieser Kontrast zwischen schwelgerischer Tiefe und frohlockender Abstraktion, die beide so gefühlvoll dem Elektrosound mit reichlich Gitarreneinschlag seine Färbung verleihen, wie sie sich rhythmisch reiben und ihr Geschehen den Zwischentönen überlassen. Inspiration ist nicht alles – haben sich Exitmusic wohl so gedacht.

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The Enemy – Streets In The Sky

In ihrer britischen Heimat längst etabliert, sind The Enemy aus dem britischen Coventry hierzulande immer noch nicht über einen gewissen Insider-Status hinaus gekommen. Nach dem Platindebüt „We’ll Live And Die In These Towns“ und dem etwas schwächeren Gold-Nachfolger „Music For The People“, die beide die deutschen Charts verpasst haben, war für Tom Clarke und Konsorten ein Tapetenwechsel angesagt. Der Majordeal wurde abgehakt, dafür hat man bei Cooking Vinyl nun sämtliche kreativen Freiheiten, die man „Streets In The Sky“ auch anhört. Auf ihrem dritten Album innerhalb von fünf Jahren geben sich The Enemy deutlich gitarrenlastiger und direkter.

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Paper – Mischmasch

Mit Bandnamen ist es ja so eine Sache. Einprägsam sollten sie sein, gerne kurz und schlagkräftig, möglichst unverwechselbar. Was sich Paper bei ihrer Gründung wohl gedacht haben? Das schwedische Trio um Calle Olsson (The Bear Quartet, Paddington DC) hat sein Debütalbum „An Object“ längst hinter sich gelassen und präsentiert auf dem direkten Nachfolger nun mehr von allem; mehr Garage Rock, mehr Punk, mehr Krautrock, mehr Elektronik. Eben ein echter „Mischmasch“, gleichermaßen komplex wie hitverdächtig, irgendwo zwischen den Hives und Joy Division.

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Coogans Bluff – Poncho Express

Als Frontmann Thilo Streubel vergangenen Sommer eine Baby-Pause einlegte, wurde Coogans Bluff die Möglichkeit zuteil, beim Duna Jam Festival auftreten. Die Songs wurden gemeinsam mit Stefan Meinking (Trombone) und Max Thum (Saxophon) umarrangiert, um den fehlenden Gesang zu kaschieren. Gleichzeitig entstand aber neues Material, nicht rein instrumental und doch ein wenig anders. Neun Jahre nach Bandgründung sind die Herren aus Rostock, Leipzig und Berlin in einer Art Heavy Funk-Makrokosmos gelandet, den nunmehr Bassist Clemens Marasus mit gelegentlichen Vocals befeuert. Entsprechend spannend und interessant neu klingt auch das neue Album „Poncho Express“.

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Soulsavers – The Light The Dead See

Nach zwei spannenden Alben zwischen Blues Rock, Soul und Electronica beschreiten die Soulsavers neue Wege. Während der bisherige Hauptsänger Mark Lanegan mit einem neuen Soloalbum beschäftigt ist, singt nun Dave Gahan für das Produzenten- und Remix-Duo Rich Machin und Ian Glover. Ausgangspunkt war die gemeinsame Europa-Tour von Depeche Mode und Soulsavers 2009/10. Gahan, mittlerweile von seinem Blasentumor genesen, schätzte die Auftritte seiner britischen Landsleute, ein gemeinsamer Nenner war schnell gefunden, Demos wurden quer über den Atlantik verschickt. Auf „The Light The Dead See“ entfernen sich beide Parteien ein wenig von elektronischen Klängen und präsentieren ein beseeltes, bluesiges, organisches Album, gezeichnet von emotionaler Schwere und Gospel-Elementen.

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Electric Guest – Mondo

Während die warme Jahreszeit stockend Einzug hält, könnte die Indie-Welt seine MGMT-Nachfolger und gleichzeitig Lieferanten für den perfekten Sommer-Soundtrack bereits gefunden haben. Obwohl es Electric Guest erst seit 2010 gibt, haben die Songs des Duos bereits eine Entwicklung von mehr als fünf Jahren hinter sich. In Brian Burton aka Danger Mouse (Gnarls Barkley, Broken Bells, The Black Keys) haben Asa Taccone aus Berkley, Kalifornien und Matthew Compton aus Danville, Virgina den perfekten Produzenten für „Mondo“ gefunden, das durch und durch wie eine Mouse-Platte klingt. Electro, Soul, Funk, RnB, Pop, Rock und Psychedelia geben sich 38 Minuten lang die sprichwörtliche Klinke in die Hand.

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Cold Specks – I Predict A Graceful Expulsion

Als der mit vier Grammys ausgezeichnete Produzent Jim Anderson auf einem Tape, das sein jüngerer Bruder besaß, die Stimme von Al Spx – ein Bühnenname, den die Kanadierin (vergeblich) wählte, damit ihre streng religiösen Eltern nichts von ihrer musikalischen Nebenbeschäftigung erfahren würden – hörte, überredete er sie, nach Großbritannien zu kommen, um mit ihr an Songs zu arbeiten. Für Spx, die mittlerweile mit Band als Cold Specks auftritt, eine ganz spezielle Erfahrung, hatte sie sich doch alles, was sie über das Singen wusste, selbst beigebracht und noch nie mit anderen Musikern zusammengearbeitet. Nach und nach kam man auf einen gemeinsamen Nenner, der auf den Namen „I Predict A Peaceful Expulsion“ hört und düsteren Soul mit Gothic- und Gospel-Elementen verbindet.

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Tenacious D – Rize Of The Fenix

Film gefloppt, Soundtrack gefloppt – Tenacious D waren Geschichte. Während sich Jack Black seiner Hollywood-Karriere widmete, mit Prostituierten ‚verkehrte‘ und vornehmlich an seinem exorbitanten Drogenkonsum arbeitete, verfiel Kyle Gass dem Wahnsinn und wurde in eine psychiatrische Anstalt eingeliefert, wo er sich fortan der Obsession über seinen ehemaligen Mitstreiter hingab. Eines Tages brach Gass aus, drang in Blacks Anwesen ein. Die Kugel, die für JB bestimmt war, fing Val Kilmer ab – he did it for The D. Nach einer wochenlangen Umarmung nahmen Black und Gass ein grottenschlechtes Album auf, verwarfen alles, ließen sich von Dave Grohl und Josh Groban coachen, gingen erneut ins Studio und spielten „Rize Of The Fenix“ ein. Natürlich das beste Album der Welt. Und ja: der Phönix auf dem Cover ist ein Phallus.

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Garbage – Not Your Kind Of People

Die Neunziger sind zurück. Gemeint ist nicht die Flut an Dancetiteln, die die Charts derzeit überschwemmt, sondern die Alternative-Helden dieser Dekade. Nachdem The Cranberries sich mit einer eher mittelmäßigeren Platte zu Beginn des Jahres zurückgemeldet hatten und auch No Doubt ein Album für dieses Jahr ankündigen, haben sich Garbage nach sieben Jahren Pause wieder dazu entschlossen, da anzuknüpfen, wo sie mit „Bleed Like Me“ in 2005 aufgehört haben. Die Band um Frontsängerin Shirley Manson hatte sich, nach etlichen Streitigkeiten mit der alten Plattenfirma, in der Zwischenzeit mehr dem Privatleben gewidmet. Untätig waren sie in dieser Zeit dennoch nicht. Mastermind Butch Vig produzierte für Green Day „21st Century Breakdown“ und „Wasting Lights“ der Foo Fighters. Manson schrieb an Material für ihr bis dato unveröffentlichtes Soloalbum. Nun steht das fünfte Album der Band mit dem Titel „Not Your Kind Of People“ in den Startlöchern.

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