Kategorie: Reviews & Previews

Hathors – Panem Et Circenses

Seattle? Nein, Hathors kommen immer noch aus der Schweiz, erinnern mit ihrem noisigen, angepunkten Garagen-Grunge aber durchaus an die 90er Jahre, als frustrierte Poesie und Flanellhemden groß im Trend waren. Alles nur Floskeln, zurück zu den Eidgenossen: Zwei Jahre nach „Brainwash“ sind sie zurück mit einem fix ins Lineup integrierten Drummer, der zugleich für neue Songwriting-Dynamik sorgte. Mehr Power und Wahnwitz: „Panem Et Circenses“ macht verdammt viel richtig.

Weiterlesen

Mike + The Mechanics – Let Me Fly

Zwei Sänger und ein Gitarrist – in dieser Konstellation gründete der damals mit Genesis sehr erfolgreiche Mike Rutherford im Jahr 1985 seine Nebenband Mike + The Mechanics. Dass er mit dieser Truppe Welthits wie „Silent Running“, „All I Need Is A Miracle“ und „The Living Years“ abliefern würde, die seiner Hauptband in nichts nachstehen, hat vermutlich auch ihn überrascht. Doch Genesis liegen seit Jahren mehr oder weniger auf Eis und auch für Mike + The Mechanics lief es nach dem Tod ihres Sängers Paul Young und dem Ausstieg des zweiten Vokalisten Paul Carrack nicht gut. Glücklicherweise fand sich mit dem etablierten Soulsänger Andrew Roachford und dem eher unbekannten Tim Howar schnell Ersatz. Das in dieser Besetzung 2011 veröffentlichte Album „The Road“ war zwar ganz ordentlich, doch die brandneue Scheibe „Let Me Fly“ ist in jeder Hinsicht besser.

Weiterlesen

Animal House – Sorry

Was machen vier Australier in England? Natürlich eine Band gründen und langsam aber sicher zu Indie-Darlings aufsteigen. Animal House sind mittlerweile nach Brighton umgezogen, was nicht unbedingt einfach war – drei der vier Musiker mussten zwischendurch wieder ausreisen, bevor sie schließlich zu „Exceptional Talent Migrants“ erklärt wurden. Musikalisch bewegt sich der Sound der britischen Aussies irgendwo zwischen den transatlantischen Retro-Klängen um den Jahrtausendwechsel und 30 Jahre Britpop. Die erste EP „Sorry“ wirbelt schon mal ordentlich Staub auf.

Weiterlesen

sleepmakeswaves – Made Of Breath Only

Unverhofft kommt oft: Recht plötzlich, beinahe aus dem Stand kündigen sleepmakeswaves ihr drittes Studioalbum an. Die australischen Experten für rein instrumentalen Post Rock, in ihrer Heimat bereits mehrfach mit renommierten Preisen ausgezeichnet, sicherten sich das nötige Budget für die Aufnahmen durch Crowdfunding und konnten somit autonom an neuer Musik arbeiten. Nun international bei Pelagic unter Vertrag, macht das luftig-leichte „Made Of Breath Only“ seinem Namen alle Ehre.

Weiterlesen

Said The Whale – As Long As Your Eyes Are Wide

In ihrer kanadischen Heimat mittlerweile so etwas wie eine Indie-Institution, versuchen sich Said The Whale nach wie vor am Sprung über den großen Teich. Nach zwei Top-20-Alben in ihrer Heimat sowie einem Alternative-Charttopper ging es bei den Arbeiten am nunmehr fünften Studioalbum eine Spur ruhiger und gemächlicher vor sich. „As Long As Your Eyes Are Wide“, im deutlich kompakteren Trio-Lineup aufgenommen, packt sämtliche poppigen Trümpfe aus.

Weiterlesen

Sons Of Morpheus – Nemesis

Gevatter Rock gibt sich ein mächtiges Stelldichein und Sons Of Morpheus sind seine willfährigen Sklaven. Das Power-Trio verbindet Psych, Stoner, Blues und Hard Rock mit der nötigen Portion Freigeistigkeit und Spielfreude. Zweieinhalb Jahre nach ihrem eponymen Debüt melden sich die Schweizer endlich wieder auf Platte zurück und zeigen sich energischer denn je. Zugleich tritt „Nemesis“ den Beweis an, dass man an reihenweise vertraute Bands und Sounds erinnern kann, deswegen aber noch lange kein müder Abklatsch sein muss.

Weiterlesen

Arbouretum – Song Of The Rose

Kaum jemand spielt so gut mit Emotionen und philosophisch-esoterischer Mystik wie Dave Heumann. Als Sänger und Gitarrist von Arbouretum ist er Vordenker einer der rustikalsten und zugleich verträumtesten Formationen Baltimores. Doomige Schwere, Drone-Intensität, folkige Verletzlichkeit und das zeitlose Gefühl nativer Americana-Klänge tragen das Quartett seit jeher durch die Lande. Für „Song Of The Rose“ nahmen sich Arbouretum ungewöhnlich viel Zeit – beim Songwriting wie auch im Studio.

Weiterlesen

Pontiak – Dialectic Of Ignorance

Im Vergleich zu ihren ersten, äußerst umtriebigen Jahren ließen es Pontiak zuletzt vergleichsweise ruhig angehen. Die drei Carney-Brüder Van, Jennings und Lain gingen unter die Bierbrauer und richteten sich während den Arbeiten an ihrer neuen Platte sogar eine eigene Brauerei auf ihrer Farm in den Blue Ridge Mountains ein. Für Van Carney sind Musik und Brauerei gleichermaßen kreative Prozesse, die einen überallhin tragen können. Zu „Dialectic Of Ignorance“, dem neuen Studioalbum, gibt es nun also ein herzhaftes Prost mit auf den Weg.

Weiterlesen

We Were Strangers – Beneath A Broken Sky

Inspiriert durch die facettenreiche musikalische Szene seiner Heimat Manchester, rief Stefan Melbourne 2015 das Singer/Songwriter-Bandprojekt We Were Strangers ins Leben. Den Namen borgte er sich vom gleichnamigen Film aus dem 40er Jahren, in dem, so die geflunkerte Behauptung Melbournes Mutter, sein Großvater mitgespielt hatte. Ohne Opa – und wohl auch Mama – ging es vergangenes Jahr erstmals für ein paar Konzerte nach Deutschland. Nun steht das Debütalbum „Beneath A Broken Sky“ in den Läden.

Weiterlesen

Milky Chance – Blossom

Der Erfolg von „Stolen Dance“ kam für Milky Chance so plötzlich wie überraschend. Top-Platzierungen und Edelmetall rund um die Welt, Major-Vertrag, ein Jahr auf Tour und Auftritte im amerikanischen Fernsehen sollten folgen. Clemens Rehbein und Philipp Dausch lassen sich vom explodierenden Interesse an ihrem Folktronica-Projekt aber nicht beeindrucken und nutzten die letzten Monate stattdessen zur Reflexion. So entstand „Blossom“, das Album nach dem Album, das jedoch nichts an musikalischer Unbekümmertheit eingebüßt hat.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?