Jamie Beale

Jamie Beale – Hello Nimbus

Um im Lockdown nicht komplett durchzudrehen, suchte und fand Jamie Beale eine eigene Welt, bemühte Eskapismus in Zeiten der Isolation und schrieb eigene Songs. Der Versuch, stets eine halbwegs positive Einstellung zu behalten und dabei die eigene Komfortzone zu verlassen, regte letztlich seine Kreativität an. Der Brite konnte mit seinen bisherigen Singles bereits einiges an Radio-Airplay genießen und wagt sich nun an das Albumformat. „Hello Nimbus“ ist eine kleine, (noch) versteckte Perle, die sich ordentlich Aufmerksamkeit verdient hat.

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Neufundland

Neufundland – Grind

Ein Abschied kann auch ein Anfang sein, das haben Neufundland kürzlich selbst herausgefunden. Mit Matthias Lüken verschwanden auch Synthesizer und Klavier aus dem Bandsound. Seine Position wurde nicht nachbesetzt, stattdessen rückt nun die Gitarre stärker in den Mittelpunkt und gibt dem Quartett eine ganz andere Geradlinigkeit. Dieser neue Mut zur und Freude an Schlichtheit und Direktheit funktioniert auf Platte gar wundervoll. „Grind“ kniet sich tief in rockige Indie-Gefilde ein, die auch schon mal mit Hamburger Schule, mit Post Punk und mit dezentem Pop-Charme flirtet – ein kleiner Neustart mit großer Wirkung, der letztlich doch wieder zum Abschied geworden ist.

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Liotta Seoul

Liotta Seoul – WORSE

Über ein halbes Jahr hinweg veröffentlichten Liotta Seoul Single über Single über Single. So kamen insgesamt acht Tracks zusammen, die nun gemeinsam ein Album ergeben. Sammelten die neuen, alten Grunge-Helden aus Koblenz etwa nur Material, bis daraus eine komplette Platte wird? Mitnichten, denn trotz aller Kürze – man bleibt deutlich unter einer halben Stunde – sorgt „WORSE“ für beste Unterhaltung in einem in sich geschlossenen und doch weit offenen Rahmen, der den Sound des Trios gekonnt erweitert.

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Dives

Dives – Wanna Take You There

Nach einem starken Einstand und nunmehr über 150 Konzerten strebten Dives nach Veränderungen und wollten sich vom vergleichsweise ungeschliffenen Garagen-Sound verabschieden. Stattdessen stand und steht mehr Pop auf dem Programm, so wie es Wet Leg im Frühjahr vormachten. Exakt das ist den Wienerinnen auch gelungen. „Wanna Take You There“ rückt Leichtigkeit und Lässigkeit, zweistimmige Harmonien und unaufdringliche Eingängigkeit in den Mittelpunkt, ohne dabei von nunmehr vertraut pointierten, präzisen und gerne mal unbequemen Texten und Themen abzusehen.

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Nordic Sad

Nordic Sad – Unity

Zeitweise wirkte es so, als hätte jemand etwas gegen den sich anbahnenden Erfolg von Nordic Sad. Die bisherigen Aufnahmen des 2019 gegründeten Sextetts aus dem hohen Norden waren von Pech begleitet, schienen verflucht zu sein. Zwischen einem geplünderten Studio, verbrannten Festplatten und einer Pandemie, die bei einem Mitglied besonders schwerwiegende gesundheitliche Auswirkungen hatte, mussten sich die Schweden erst in ihre Karriere hineinkämpfen. Nach einer verdient abgefeierten Single liegt nun die erste, betont düstere und unbequeme EP vor: „Unity“.

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Dreimalumalpha

Dreimalumalpha – Ich schwöre mir läuft die Zeit davon

Vor zwei Jahren sangen Dreimalumalpha gegen Gleichgültigkeit und Selbstzufriedenheit an. Die Situation verbesserte sich seither nicht, und doch hallt „Jugend ans Geld verloren“, das mächtige Debütalbum der Innsbrucker, immer noch nach. Eine kleine Fortsetzung darf es derweilen schon sein, weiterhin im leicht schrammelnden Indie-Rock-Gewand mit pointiert hinterfragenden Texten. „Ich schwöre mir läuft die Zeit davon“ zeigt bereits im Titel, dass sich die Lage definitiv nicht gebessert hat. Die Songs sind dafür weiterhin richtig stark.

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Circa Survive

Circa Survive – Two Dreams

Schluss, aus, vorbei? Die Zukunft von Circa Survive ist ungewiss. Am 19. Oktober gab die Band eine Pause auf unbestimmte Zeit bekannt, widmet sich nun neuen Herausforderungen. Zuvor werden jedoch noch zwei besondere Releases zusammengefasst: Die beiden zunächst rein digital erschienenen Lockdown-EPs „A Dream About Love“ und „A Dream About Love“ zeigten einen großen musikalischen Shift. Von Post-Hardcore und Alternative Rock ist nur mehr wenig zu hören, stattdessen macht sich mehr Elektronik breit. „Two Dreams“ vereint diese (Abschieds-)Releases nun erstmals auf einer physischen Ausgabe.

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Lehmanski

Lehmanski – Du strahlst so schön

Nach 14 langen Jahren gibt es wieder neue Musik von Lehmanski, zumindest unter diesem Namen. Weiterhin darf man diese unter keinen Umständen als Indie Rock bezeichnen, stattdessen hält das selbstgewählte Genre ‚Indieprock‘ – hier stoßen Pop und Rock zusammen – als Alternative her. Davon unabhängig präsentiert der in den letzten Jahren u. a. als Teil von Herrenmoos alles andere als untätige Musiker endlich wieder acht neue Songs mit seinem Solo-Schauplatz. „Du strahlst so schön“ funkelt hell – mal introvertiert und sachte, dann wieder extrovertiert und belebend.

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Militarie Gun

Militarie Gun – All Roads Lead To The Gun

Vor zwei Jahren gegründet und schon mächtig im Geschäft: Militarie Gun genießen aktuell einen verdienten steilen Aufstieg, der ihren rohen wie eingängigen Sound in neue Sphären hievt. Das Quintett aus Los Angeles ist gerne laut und schroff unterwegs, verbirgt jedoch Eingängigkeit in den Untiefen ihrer Präsentation und bedient sich in unterschiedlichsten musikalischen Welten – Hardcore, Punk, Alternative und sogar HipHop. Die Deluxe-Ausgabe von „All Roads Lead To The Gun“ fasst nun ihre ersten beiden EPs sowie vier brandneue Tracks zusammen.

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Diplomatics

Diplomatics – Is It Time To Fly?

Veränderung ohne Verbiegen: Diplomatics gaben ein klares Ziel für ihr drittes Album vor. Natürlich wirkte sich die Pandemie auf den Sound der Italiener aus und machte diesen eine Spur düsterer, zugleich präsentiert sich das Sextett aber deutlich wilder und ausgelassener. Auf „Is It Time To Fly?“ stürzen sie sich kopfüber in die angepunkte Garage und drehen alle Regler auf die Elf. Das Ergebnis fällt um Welten druckvoller und frontaler aus, ohne dabei jedoch auf gewisse rockige Feinheiten zu vergessen.

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