Glare

Glare – Sunset Funeral

Während das große Shoegaze-Revival entweder gerade abebbt, erneut Fahrt aufnimmt oder eh nie so wirklich eine Pause eingelegt hatte, wandert der verspätete Blick auf neue Hoffnungsträger aus Texas. Wobei, ganz so neu sind Glare freilich nicht. Das im Rio Grande Valley gegründete Quartett besteht mittlerweile seit 2017, veröffentlichte diverse Kleinformate und nahm selbst die Zwangspause locker hin. Inzwischen steht man bei Sunday Drive Records, einem Rock-lastigeren Offshot der Krach-Könige Deathwish, unter Vertrag, und packte im Frühjahr ein erstes Album aus. „Sunset Funeral“ hallt noch nach und klingt tatsächlich so, wie es der Titel vermuten lässt.

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Durry

Durry – This Movie Sucks

Als die Welt eine Pause einlegte, fanden sich die Geschwister Austin und Taryn Durry im Elternhaus wieder und entdecken einen gemeinsamen musikalischen Nenner. Fieberhafte und doch eingängige Klänge legten den Grundstein für das Duo Durry. Der Einstand „Suburban Legends“ entstand überwiegend in Kellern und Heimstudios und warf mit „Who’s Laughing Now“ einen unerwarteten TikTok-Hit ab, mittlerweile über sechs Millionen Mal gestreamt. Und doch war der Schritt in ein anständiges großes Studio für die Durrys eine starke Sache. Das inspirierte zugleich einen kleinen musikalischen Wandel, und so zeigt sich der Zweitling „This Movie Sucks“ nun in jeglicher Hinsicht breiter und packender aufgestellt.

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Would

Would – Take A Break

So viel kreative Energie bringen manche nicht einmal eine ganze Karriere lang auf: Matthias Schwettmann hat schon wieder frischen Stoff am Start. Seine neue Soloplatte als Would erstand parallel zum aktuellen Palila-Album, und das ist nicht gänzlich zu überhören. Wo der Vorgänger noch etwas nachdenklicher und reduzierter war, jedoch den einen oder anderen Band-Song vorwegnahm, geht es auf dem neuesten Streich deutlich größer und lebhafter vor sich. „Take A Break“ gibt sich lebhafter und energischer, erweitert den Sound hörbar und lässt doch mittlerweile durchaus vertraute Wehmut erkennen.

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late night drive home

late night drive home – as i watch my life online

Ein einstiges Online-Phänomen erklimmt die nächste Sprosse auf der Karriereleiter: late night drive home nahmen ihren Ursprung 2019, als Andre Portillo und Juan „Ockz“ Vargas aus El Paso erste Tracks auf Soundcloud veröffentlichten. Zwei Jahre später war man eine komplette Band, seither erschienen diverse EPs und Singles, wobei alleine „Stress Relief“ über 100 Millionen Mal gestreamt wurde. Der nächste Schritt ist nun ein komplettes Album, mit Epitaph im Hintergrund und erstmals in einem richtigen Studio aufgenommen. „as i watch my life online“ versteht sich als Serie von Online-Vignetten, die sich kritisch und ehrlich mit der Suche nach Bestätigung in sozialen Medien befasst, während das Selbstwertgefühl Schritt für Schritt flöten geht.

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Swain

Swain – Infinite Child

Geduld ist eine Tugend, mit der Fans von Swain mittlerweile bestens vertraut sein sollten. Gut, gleich sechs Jahre seit „Negative Space“ sind natürlich eine ganze Menge Holz. Die Welt veränderte sich schnell, und auch bei den Niederländern ist einiges anders. Einerseits kommt man aktuell nur noch in Trio-Besetzung ins Eck, andererseits setzt sich die musikalische Weiterentwicklung fort. Ihr nunmehr viertes Album könnte kaum weiter von den lärmenden Anfangstagen entfernt sein, gibt sich deutlich emotionaler und introvertierter, ohne dabei auf die vertraute Intensität zu vergessen. Unter der Ägide von Szene-Produzentenlegende J. Robbins entstand mit „Infinite Child“ ein bewegendes Happening.

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Durand Jones & The Indications

Durand Jones & The Indications – Flowers

Es ist eine Rückbesinnung auf die Wurzeln, eine Rückkehr zu frühen Visionen der eigenen Band, die das mittlerweile vierte Album von Durand Jones & The Indications antreiben, vier Jahre nach der bis jetzt letzten Platte. Diese war deutlich discolastiger und funkiger als zuvor ausgefallen, während Jones sowie Aaron Frazer zuletzt auf ihren Solowerken weiter experimentierten, das Selbst und den eigenen Sound erforschten. Nun möchte man sich wieder jenen Klängen widmen, die das Trio vor nunmehr 13 Jahren zusammenkommen ließen. „Flowers“ entstand überwiegend in Blake Rheins Heimstudio, vielfach auf One-Take-Demos basierend, und widmet sich reiferen Themen.

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Hotline TNT

Hotline TNT – Raspberry Moon

Will Anderson hatte genug von Bands. Jahrelang spielte er in verschiedenen Formationen, die zwar fleißig tourten und veröffentlichten, sich jedoch irgendwann im Nirgendwo verliefen. Letztlich rief er mit Hotline TNT 2018 eine eigene Band ins Leben, in der er der einzige Fixpunkt sein sollte, begleitet von rotierenden Musikern. Damit ist nun Schluss, denn nach einer zehnmonatigen gemeinsamen Tour zum zweiten Album sollte es noch eine weitere Platte mit diesem Ansatz geben, doch wollten Gitarrist Lucky Hunter, Bassist Haylen Trammel und Drummer Mike Ralston fix einsteigen. Anderson gab nach, Hotline TNT haben nun ein fixes Line-up und mit „Raspberry Moon“ auch gleich ein gemeinsames Album im Gepäck.

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Sex Beat

Sex Beat – Crack

Sex Beat machen dem Punk die Hölle heiß. Das Berliner Quartett will – und soll – viel mehr als eine reine lokale Größe sein und verschreibt sich, auch aus der Notwendigkeit heraus, dem DIY-Ethos. Ihr inzwischen zweites Album bricht nicht nur den eigenen Sound auf das Essenzielle herunter, man nahm zudem ohne Studio, ohne Produzenten und ohne großen Plan auf. Und doch ist hieran rein gar nichts planlos, denn die acht Tracks auf „Crack“ landen in aller würzigen Kürze einen scharfkantigen bis tanzbaren Volltreffer nach dem anderen.

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His Lordship

His Lordship – Bored Animal

Es ist eine von sehr vielen Lockdown-Geschichten: Als der langjährige Pretenders-Gitarrist James Walbourne 2020 unerwartet Zeit hatte, wollte einfach nur ein paar Rock’n’Roll-Songs in einem Pub spielen, um aktiv zu bleiben. Der dänische Drummer Kris Sonne, der selbst auf „Relentless“ zu hören war und bei einzelnen Gigs aushalf, wurde rekrutiert, His Lordship waren gegründet. Mit der Mission, möglichst direkt und und unmittelbar zu rocken, landete vor etwas über einem Jahr ein erstes Album. Für den Nachfolger „Bored Animal“ entschied man sich für eine deutliche Straffung und verabschiedete sich von etwaiger Perfektion. Beides bekommt dem Duo bestens.

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Goblyns

Goblyns – Three Sisters

Die Reise um die Welt geht weiter: Nur 13 Monate nach „Hunki Bobo“ kehren Goblyns mit ihrem zweiten Album zurück. Und das bewegt sich in durchaus vertrautem Fahrwasser, ohne jedoch auf der Stelle zu treten. Ihr hypnotisierender, globalisierter Sound mag es krautig und psychedelisch, spielt mit Funk, mit Zamrock, mit Dream-Pop und so vielen weiteren Ideen. „Three Sisters“ setzt den Weg fort, bleibt zwar weitestgehend rein instrumental, lässt nun aber erstmals gelegentlich Vocals Einzug halten, die tatsächlich richtig gut dazupassen.

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