alt-J – Tessellate

Als sich vor fünf Jahren die Kunst- bzw. Literaturstudenten Gwil Sainsbury, Joe Newman, Gus Unger-Hamilton und Thom Green an der Leeds University trafen, war es ein kurzer Weg vom Vorspielen erster Demos zu einer eigenen Band. ∆, also Delta, ist der Name der vier Briten, der jedoch der Einfachheit halb mit alt-J umschrieben wird – jener Tastenkombination, mit der man auf einem Mac besagtes Symbol erzeugen kann. Es verwundert kaum, dass sich die vier Kunststudenten auf Art-Pop/Rock mit Radiohead-Schlagseite verstehen – klingt abgehoben, ist nicht immer einfach nach zu vollziehen. Dennoch schlug das Debüt „An Awesome Wave“ – Achtung, Wortspiel – hohe Wellen bei der Fachpresse. Die bereits dritte Auskopplung „Tessellate“ zeigt auch, warum die euphorischen Reaktionen durchaus berechtigt sind.

Weiterlesen

Seasfire – Heartbeat

2011 sollte laut BBC das Jahr des Post-Dubstep werden, im Speziellen durch James Blake und Jamie Woon beflügelt. Die Nachwehen sind im Fall von Seasfire, ein Quartett aus dem britischen Bristol, noch zu spüren. Angelehnt an ein Kommando, das Feuer bzw. den Beschuss in einer Gefechtssituation einzustellen, entdecken die Briten Hoffnungslosigkeit, Unruhe und Unwohlsein auf ihren bislang nur digital erhältlichen Songs. Eine erste EP soll noch in diesem Jahr folgen, von einem Album ist noch gar keine Rede. Bis es dazu kommt, bietet die Single „Heartbeat“ Durchhalteparolen, die eigentlich keine sind.

Weiterlesen

Muddy Waters & The Rolling Stones – Checkerboard Lounge: Live Chicago 1981

Vor 29 Jahren starb Muddy Waters, der Vater des modernen Chicago Blues, viel zu früh im Alter von 68 Jahren. „The blues had a baby and they named it rock and roll“, sang er einst. Kaum eine Band hat diese Verbindung von Blues und Rock in den letzten Jahrzehnten so perfekt zelebriert wie The Rolling Stones, die ihren Namen wiederum dem Waters-Song „Rollin‘ Stone“ verdanken. Als die Briten am 22. November 1981 nach Chicago kamen, um dort drei Nächte hintereinander im Rosemont Horizon zu spielen, besuchten sie die Checkerboard Lounge, Buddy Guys kleinen Blues-Club in der South Side, um Muddy und Band live zu sehen. Natürlich hielt es die Stones nicht lange im Publikum, wie der nun endlich auf DVD erscheinende Mitschnitt „Checkerboard Lounge: Live Chicago 1981“ zeigt.

Weiterlesen

Cro – Raop

Ohne Maske heißt er Carlo, ist Mediendesigner mit Realschulabschluss und soll im Keller seiner Eltern in Stuttgart wohnen. Mit Maske heißt er Cro und macht längst nicht nur die deutsche Rapwelt verrückt. Der Halb-Panda wurde über das Internet zum Star, erreichte mit seiner ersten offiziell veröffentlichten Single „Easy“ Platz 2 der Charts und Goldstatus, hat eine Woche vor Albumrelease gleich drei Nachfolger hinterher geworfen. Ob die Mischung aus Rap und Pop ein ganzes Genre retten kann und soll – Casper sollte ursprünglich auf ähnlicher Mission sein, beide wurden verbal von K.I.Z. abgewatscht – ist eher zweifelhaft. Fakt ist, dass „Raop“ durch die Decke gehen wird. Und das vollkommen zu Recht.

Weiterlesen

Testament – True American Hate

Auch wenn sie es nicht in die Riege der Big Four geschafft haben, setzten Testament gerade mit ihren ersten drei Alben „The Legacy“, „The New Order“ und „Practice What You Preach“ kräftige Ausrufezeichen im breiten Bay Area Thrash-Feld. Nach einer neun Jahre andauernden Veröffentlichungspause, in die unter anderem die Krebserkrankungen von Frontmann Chuck Billy fiel, feierten die US-Amerikaner 2008 mit „The Formation Of Damnation“ ein furioses Studio-Comeback. Am 27. Juli soll „Dark Roots Of Earth“, das sich unter anderem mit apokalyptischen Maya-Weisheiten auseinandersetzt, an dessen Erfolg anknüpfen. Nimmt man die erste Single „True American Hate“ als Maßstab, dürfte dies auch problemlos gelingen.

Weiterlesen

The Vaccines – No Hope

Als Lieblinge der britischen Hype-Presse sollten The Vaccines im vergangenen Jahr den guten alten Rock’n’Roll retten. Was mit „Wreckin‘ Bar (Ra Ra Ra)“, den 84 besten Sekunden Gitarrenmusik der letzten Jahre, viel versprechend begann, entpuppte sich auf „What Did You Expect From The Vaccines?“ zwar nicht als Allheilmittel, wohl aber als kurzweiliges, unterhaltsames Debüt, das hierzulande jedoch mit einem Einstieg auf der #82 gnadenlos floppte. In der Heimat ist man beliebt, als Club-Band ebenso, dazu steht mit „The Vaccines Come Of Age“ für September bereits ein zweites Album in den Startlöchern. Hitverdächtige Weiterentwicklung verspricht die Vorabsingle „No Hope“.

Weiterlesen

I’m All Ears – Be My Love

Bislang verdiente sich Kristian Vad als Produzent von Oh No Ono, Maria Thilm und TV2 erste Meriten, doch nun tritt er mit seinen eigenen Songs ins Rampenlicht. Gemeinsam mit Jonas Boas Thaysen und Nis Neubert Klougart gründete der Däne vor wenigen Monaten I’m All Ears und sackte gleich einen Major-Vertrag in seiner Heimat ein. Wer auf entspannten, sommerlichen Radio-Pop/Rock steht, wird auch an der ersten Single „Be My Love“ seine Freude haben, die als 1-Track-Download ohne Promo und ohne begleitendes Video erscheint.

Weiterlesen

Muse – Survival

Die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine ist noch nicht einmal vorbei, da rückt der Fokus schon auf die Olympischen Spiele in London, die vom 27. Juli bis zum 12. August stattfinden. Ein musikalisches Ausrufezeichen wurde genau ein Monat zuvor durch Muse gesetzt, die erst kürzlich für den 14. September ihr neues Album „The 2nd Law“ angekündigt haben, für das sie unter anderem Justice, Does It Offend You, Yeah? und Dubstep als wichtige Einflüsse nennen. Die erste Single hat damit hingegen rein gar nichts zu tun. „Survival“, gleichzeitig Titelsong der Olympischen Spiele in London, macht aus der pompösen Stadion-Rock-Band, nun ja, eine noch pompösere Stadion-Rock-Band.

Weiterlesen

Paloma Faith – Fall To Grace

Als etwas andere Vertreterin der unverschämt eingängigen, bewegenden Soul- und Jazz-Pop-Armada ist die schräge Paloma Faith – gerade in Mode-Dingen ein echtes Unikat – in ihrer britischen Heimat bereits ein Star. Ihr Debütalbum „Do You Want The Truth Or Something Beautiful?“ stieg in die Top 10 ein und hat mittlerweile Platinstatus erreicht. Mit den Singles „New York“ und „Stone Cold Sober“ hat sie es auch in die deutschen Charts geschafft. Auf dem direkten Nachfolger „Fall To Grace“, in UK auf der #2 gelandet, setzt sie ihren eingängig-kauzigen Weg unbeirrt fort.

Weiterlesen

Lykke Li – I Follow Rivers

Auch wenn die Schweden schon frühzeitig die Heimreise bei der diesjährigen Fußball-EM antreten mussten, so sorgten sie in musikalischer Hinsicht für die Überraschung des Jahres. Nein, die Rede ist nicht von der eurythmischen Gewinnerin des Eurovision Song Contests 2012, Loreen, sondern von ihrer Landsfrau Lykke Li. Ihr düster gehaltener Song „I Follow Rivers“ aus dem im letzten Jahr erschienen Album „Wounded Rhymes“ wurde erst als Remix des belgischen DJs und Produzenten The Magician europaweit bekannt.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?