Schlagwort: Alternative Rock

Polar Son

Polar Son – Wax/Wane

Bis vor nicht allzu langer Zeit hießen sie noch Porshyne und widmeten sich progressiver Heavyness, die in der englischen Heimat für ordentlich Airplay und prominente Fans sorgte. Mit einer kleinen Verfeinerung im Sound geht ein neuer Name einher: Das Quintett aus Brighton nennt sich inzwischen Polar Son und hat auch gleich ein komplettes Album am Start. Während die Freude an proggigen Klängen gelieben ist, gibt sich das Material auf „Wax/Wane“ deutlich kunstvoller und filigraner – ein konsequenter Versuch, weit über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Exakt das gelingt prima.

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Hyperlilly

Hyperlilly – Realm Of OK

Ein greifbares Gefühlschaos treibt das musikalische Schaffen von Hyperlilly an. Das Quartett aus Düsseldorf versteht sich auf eine epische wie verwaschene Mischung aus Indie Pop und Shoegaze, angereichert durch Rock, Alternative und etwas Emo. Eingängigkeit, Dynamik und Melancholie schaffen ein nahezu konstantes Wechselbad der Gefühle, das sich rund um Depression und Manie bewegt. Nachdem erste Singles bereits verdientes Airplay und allerlei Playlist-Empfehlungen bei Streaming-Anbietern einheimsen konnten, landet in Form von „Realm Of OK“ nun eine komplette EP.

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URGE

URGE – Noiseversity

Anfang der 90er Jahre schien Hannover die alternative Musikwelt zu gehören. Gleich mehrere Bands im härteren Umfeld gründeten sich, der Begriff ‚Hardcorehausen‘ war geboren. Auch URGE entstiegen dieser Bewegung, veröffentlichten 1990 eine erste EP, legten im Folgejahr ein Album nach und begleiteten die legendären Fugazi auf Europa-Tournee, nur um kurz danach von der Bildfläche zu verschwinden. 30 Jahre später entflammte der Bock auf die Musik neu, nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Studio. „Noiseversity“ nimmt den Sound und den Elan dieser vermeintlich längst vergangenen Epoche mit und mischt aktuelle gesellschaftliche sowie politische Themen hinzu.

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Brother Grimm

Brother Grimm – The End

Der Bruder hat Brüder mitgebracht: Aus dem Soloprojekt Brother Grimm ist nun eine Band geworden. Charlie Paschen von Coogans Bluff und Enni Semmler von Kaskadeur wirken nun aktiv mit, was Dennis Grimm natürlich neue musikalische Möglichkeiten mit auf den Weg gab. Zwei Gitarren, ein Schlagzeug und eine Stimme machen den ohnehin knackigen, eigenbrötlerischen Sound noch eine Spur schräger, aber auch härter und direkter, weiterhin minimalistisch veranlagt. Irgendwo zwischen stetem Widerspruch und komplettem Wahnsinn macht es sich „The End“ bequm und demonstriert recht eindrucksvoll, dass ein vermeintliches Ende zugleich ein prima Anfang sein kann.

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Ghost Woman

Ghost Woman – Hindsight Is 50/50

Qualität oder Quantität? Diese Frage stellt sich für Ghost Woman nicht, denn sie bringen einfach vermeintliche Widersprüche zusammen. Nicht nur das, ihr drittes Album binnen 18 Monaten macht sogar einen weiteren Schritt nach vorne. Aber der Reihe nach: Was einst als Solo-Spielplatz für Multiinstrumentalist und Songwriter Evan Uschenko begann, ist durch den Einstieg von Ille van Dessel zum Power-Duo geworden, das tatsächlich wie ein solches klingt und den finsteren Sound seither weiterentwickelt. „Hindsight Is 50/50“ intensiviert die beklemmende Stimmung, verwischt Gesangsmelodien und rückt die Gitarren nach vorne.

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Spunsugar

Spunsugar – A Hole Forever

Wäre man zynisch veranlagt, man würde die Präzision, mit welcher Spunsugar sich diversen aktuellen Alternative-Trends widmen, genüsslich sezieren. Klar, Post Punk ist eh seit gefühlt ewig wieder en vogue, Shoegaze kam in den letzten Jahren wieder hinzu. Gepaart mit beklemmender Düsternis und poppiger bis elektronischer Süße, entsteht ein drückender und doch zurückgelehnter Sound, der abstößt und sich himmlisch anschwiegt. All das und noch viel mehr packen die Schweden auf „A Hole Forever“, das jedoch – und das wird sehr, sehr schnell deutlich – mit Trendreiterei herzlich wenig am Hut hat und eine angenehm eigene Handschrift trägt.

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Psychedelic Porn Crumpets

Psychedelic Porn Crumpets – Fronzoli

Nur eineinhalb Jahre nach „Night Gnomes“ haben die Psychedelic Porn Crumpets schon wieder neues Material am Start, und das langt abermals beherzt zu. Von einem Schnellschuss kann man erneut nicht sprechen, denn die Australier zeigen sich weiterhin in bestechender Form und legen zahlreiche Perlen vor, die weit über klassische Psychedelic-Erwartungen hinausgehen. „Fronzoli“ beschreibt Dinge, die als unnötige Dekoration hinzugefügt wurden, und das ist gar nicht mal so verkehrt. Gerne dekoriert das Quintett seine Songs mit schrägen bis vogelwilden Ideen, doch dürfte daran auch hier rein gar nichts auch nur annähernd unnötig ausfallen.

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The Clockworks

The Clockworks – Exit Strategy

Sind die Zeiten der großen The-Bands eigentlich schon vorbei? Zumindest The Clockworks hat offenkundig niemand etwas davon gesagt, wobei das im irischen Galway gegründete und nunmehr in London ansässige Quartett von etwaiger Hype-Presse herzlich wenig hält. Nach einigen gefeierten Singles nahm man das erste Album mit Produzenten-Veteran und Ex-Suede-Gitarrist Bernard Butler auf, unter anderem in den legendären Abbey Road Studios, nur um das Ergebnis in Eigenregie zu veröffentlichen. „Exit Strategy“ verbindet Indie, Alternative, Pop, Rock und Post Punk mit einer nostalgisch angehauchten Konzeptplatte voller spannender Figuren mit einem Protagonisten, der von Galway noch London zieht. Welch Zufall.

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Isoscope

Isoscope – Conclusive Mess

Nachdem die angenehm chaotische Unruhe ihres Erstlings „Ten Pieces“ vor etwa eineinhalb Jahren ein zweites Leben erhielt, legen Isoscope nun tatsächlich ein zweites Album nach. Das Berliner Quartett spielt mit Klängen und Schubladen, die sich durch Post und Punk, Noise und Kraut, Indie und Alternative tanken, um nur einige sehr grundlegende Referenzen zu nennen. Dabei geht die sehr klare politische und gesellschaftliche Position – die Musiker*innen zählen zur Gründungszelle des für FLINTA engagierten GRRL NOISY-Kollektivs – der Scopes etwas zu Unrecht unter. Entsprechend lohnt es sich, bei „Conclusive Mess“ nicht nur auf den musikalischen Wahnsinn zu achten.

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Crime In Stereo

Crime In Stereo – House & Trance

Mit einem Wort: endlich. Endlich sind Crime In Stereo auch im Studio wieder da. Zwar fand man nach der zwischenzeitlichen Auflösung schnell wieder zusammen, abgesehen von einem Compilation-Beitrag 2021 ist das letzte musikalische Lebenszeichen, das letzte Album, aber bereits über 13 Jahre her. Das ändert sich nun endlich und zeigt zugleich eine Band, an der die lange Pause zwar nicht spurlos vorübergegangen ist, die dennoch nichts an Stärke und Strahlkraft einbüßte. Das in Eigenregie aufgenommene „House & Trance“ setzt sich mit der Gegenwart auseinander, wurde ungewollt politisch und fragt sich, welche Rolle Vernunft in Zeiten wie diesen haben kann.

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