Schlagwort: Alternative Rock

Ramkot

Ramkot – In Between Borderlines

Einfach mal kräftig auf die Kacke hauen, das scheinen Ramkot zum Motto ihres Schaffens gemacht zu haben. Das Trio aus dem belgischen Gent schert sich herzlich wenig um Genre-Grenzen und geht einfach mit Anlauf nach vorne, was auf den beiden bisherigen EPs bereits hervorragend funktionierte. Am ersten kompletten Album arbeitete man gleich zwei Jahre lang und macht darauf ordentlich Lärm. „In Between Borderlines“ dreht sämtliche Regler auf Elf, packt dicke Riffs aus und scheut ebenso wenig vor kleinen und großen Experimenten zurück, die gerne mal an die Landsleute Millionaire erinnern.

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You Me At Six

You Me At Six – Truth Decay

Aktuell schwimmen You Me At Six auf einer verdienten Welle des Erfolgs. Mit „Suckapunch“ schafften sie es zum zweiten Mal die Spitze der britischen Albumcharts und erreichten in Deutschland mit Platz 54 einen neuen Bestwert. Bei den Arbeiten am Nachfolger konzentrierte man sich schnell auf die alten Werte, angespornt von einer Fülle neuer, hungriger Emo-Bands. Die musikalischen Wurzeln kamen durch und gesellten sich zu vertrauten, leicht experimentellen Pop/Rock-Klängen. „Truth Decay“ wirkt somit im besten Sinne wie ein Brückenschlag zwischen Alt und Neu.

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Narrow Head

Narrow Head – Moments Of Clarity

Die Wochen und Monate rund um den Release von „12th House Rock“ waren für Jacob Duarte von persönlichen Verlusten und spirituellen Herausforderungen geprägt. Der Sänger und Gitarrist von Narrow Head musste sich gezwungenermaßen mit dem eigenen Leben auseinandersetzen, sieht sich und sein Umfeld seither verständlicherweise anders. Exakt das fließt nun in das neue Werk des Quintetts aus Texas ein. „Moments Of Clarity“ handelt nicht nur von den lichten Momenten, die Duartes schwere Zeit begleiteten, gibt sich im Vergleich zu den Vorgängern aber optimistischer, in seltenen Fällen fast schon verhalten hoffnungsvoll.

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Donots

Donots – Heut ist ein guter Tag

Auf die verdiente Auszeit folgt der Paukenschlag: Ende 2019 verabschiedeten sich die Donots in eine Familienpause und ließen die Bühne erst einmal Bühne sein. 888 Tage später, im Sommer 2022, tauchten sie bei Rock am Ring wieder auf und kündigten einen Nachfolger für „Lauter als Bomben“ an. Und dem hört man den frischen Wind, den erholten Geist an. Man tourte als Special Guest der Ärzte und Hosen, zudem brach der Grand Slam Münster Weekender bandeigene Publikumsrekorde. Ganz nebenbei entstand eben die erste neue Platte seit fünf Jahren mit dem optimistisch anmutenden Titel „Heut ist ein guter Tag“.

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Illiterate Light

Illiterate Light – Sunburned

Nach einem starken ersten Album mussten sich Illiterate Light neu motivieren. Das US-Duo um Jeff Gorman (Gesang, Gitarre und fußgesteuerter Synth-Bass) sowie Jake Cochran (Steh-Drums) landete 2019 einen Alternative-Volltreffer, tourte fleißig und wollte danach mehr. Man baute sich ein eigenes Studio, gründete ein eigenes Label und trieb den Multi-Instrumentalisten-Ansatz voran. Der Tod von Gormans Vater nach langer, schwerer Krankheit zu Beginn der Songwriting-Sessions sorgte zudem für neue Motivation. So verwundert es kaum, dass das zweite Album „Sunburned“ einen gewaltigen Sprung nach vorne markiert.

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The Bad Ends

The Bad Ends – The Power And The Glory

Vor 25 Jahren verließ Bill Berry R.E.M. nach schweren gesundheitlichen Problem. Der Schlagzeuger spielte einzelne Gigs hier und da, befand sich jedoch nach eigenen Angaben im Ruhestand. Bis er zufällig Mike Mantione von Five Eight traf. Irgendwie fand man sich in einem Jam-Zimmer wieder, und nach einer überaus fruchtbaren Session merkte Berry, dass er plötzlich wieder Teil einer Band geworden war. Diese nennt sich The Bad Ends, stammt aus Athens im US-Bundesstaat Georgia (wo neben R.E.M. und Five Eight auch so legendäre Formationen wie B-52’s und Neutral Milk Hotel zuhause sind), und bedient sich auf dem Einstand „The Power And The Glory“ den Vorzügen des Great American Songbook.

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Ghost Woman

Ghost Woman – Anne, If

Ob solo oder nicht, wenn Evan Uschenko zur Gitarre greift, wird es magisch. Das galt bereits vor einem halben Jahr, als er sein erstes Album als Ghost Woman veröffentlichte. Der Retro-lastige Sound mit Folk-, Alternative- und Kraut-Noten funktioniert zumindest auf der Bühne als Band, begleitet von allerlei langjährigen Mitstreitern – seiner kreativen und romantischen Partnerin Ille van Dessel (Poolface) an den Drums sowie Nick Hay an sämtlichen Saiteninstrumenten. Von Performances und neuen Erfahrungen bestätigt, soll „Anne, If“ nun etwas deutlicher und genauer demonstrieren, was Ghost Woman eigentlich ausmacht.

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VV

VV – Neon Noir

Eine der interessantesten Rockstimmen der letzten Jahrzehnte meldet sich endlich wieder zurück. Als Sänger von HIM feierte Ville Valo große kommerzielle Erfolge, allen voran die Überhits „Join Me In Death“ und „The Funeral Of Hearts“, bevor sich die Band Ende 2017 verabschiedete. Nach einer Platte mit Agents sowie einer ersten Solo-EP feiert sich Valo unter dem Pseudonym VV endlich ein Comeback auf Albumlänge. „Neon Noir“ knüpft an den Sound seiner früheren Formation an und scheut ebenso wenig vor freundlichen, melodischen, nahezu poppigen Einschüben zurück.

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Plight

Plight – Plastic Sun

90s-Gemächlichkeit ist bei Gitarrenbands aktuell wieder angesagt. Shoegaze und Slowcore, gepaart mit Indie und Alternative, haben Hochkonjunktur, und Plight begehen das neue Jahr mit intensiver Behäbigkeit, die nach Hoffnung inmitten der Katerstimmung sucht. Das New Yorker Quartett veröffentlichte bereits 2017 ein Demotape und machte sich seither vor allem in seiner Heimat einen Namen, arbeitete sich am eigenen Sound ab und verfeinerte diesen. Nun landet das erste Album „Plastic Sun“, dessen beklemmende Heavyness offene Türen einrennt … oder zumindest antaucht.

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Liotta Seoul

Liotta Seoul – WORSE

Über ein halbes Jahr hinweg veröffentlichten Liotta Seoul Single über Single über Single. So kamen insgesamt acht Tracks zusammen, die nun gemeinsam ein Album ergeben. Sammelten die neuen, alten Grunge-Helden aus Koblenz etwa nur Material, bis daraus eine komplette Platte wird? Mitnichten, denn trotz aller Kürze – man bleibt deutlich unter einer halben Stunde – sorgt „WORSE“ für beste Unterhaltung in einem in sich geschlossenen und doch weit offenen Rahmen, der den Sound des Trios gekonnt erweitert.

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