Schlagwort: Alternative Rock

Led By Lanterns

Led By Lanterns – Paralysis

Beruf oder Berufung? Nicht erst seit Corona gibt es einfachere Berufe als Musiker*in. Led By Lanterns wissen um die Probleme der Industrie und stellen sich daher auf eigene Beine. Das britische Quartett erschuf mit The Lanterns Alliance eine eigene Fan-Community über Patreon, streamt regelmäßig auf Twitch und bietet einen Safe Space auf Discord. Ihre bisherigen Singles haben über 750.000 Streams auf Spotify erreicht, nun wird das Albumformat in Angriff genommen. „Paralysis“ erscheint natürlich komplett in Eigenregie und rückt verschiedene Mental-Health-Aspekte in den Mittelpunkt.

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Billy Talent

Billy Talent – Crisis Of Faith

Fünfeinhalb Jahre. Noch nie war so viel Zeit zwischen zwei Alben von Billy Talent vergangen. Es war nicht so, als hätten es die Kanadier nicht immer wieder versucht, zogen sich nach sämtlichen Störungen ihres Alltags – Lockdowns, ein Todesfall im Familienkreis, Tourabsagen – wiederholt ins Studio zurück, um an neuem Material zu feilen. Immer wieder schafften es einzelne Songs an die Oberfläche, dann gab es mehrere Monate der kompletten Funkstille. Aus diesem vermeintlichen Stop-and-Go-Chaos tankt sich „Crisis Of Faith“ nun zurück an die Oberfläche und zeigt das Quintett so vielfältig, so musikalisch breit aufgestellt wie nie zuvor.

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Aua

Aua – The Damaged Organ

In einer Gegenwart, die Distanzierung auf vielen Ebenen förmlich erzwingt, kommt eine Platte über Entfremdung gerade recht. Das semi-elektronische Krautrock-Duo Aua konnte bereits im Herbst 2020 mit seinem Debüt „I Don’t Want It Darker“ einen verdienten Achtungserfolg einfahren. Nun bemühen sich die von Radare bekannten Fabian Bremer und Henrik Eichmann um zusätzliche klangliche Öffnung, für die man extra ausgefallene elektronische Instrumente auftrieb. „The Damaged Organ“ treibt die Suche nach der eigenen Identität in einer sich konstant verzerrenden Welt auf die Spitze.

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Anxious

Anxious – Little Green House

Für das erste Album, so eine gerne propagierte These, habe man ein ganzes Leben lang Zeit. Eigentlich hätte das bei Anxious anders ausgesehen, denn die 2016 gegründete Band – die Mitglieder besuchten damals noch die Highschool – tourte bereits seit Jahren ausgiebig mit allerlei Heavy-Hittern, wie Lifetime und Fiddlehead. Die ungewollte globale Schockstarre hatte zumindest einen Vorteil für die Herren aus Connecticut, die im Keller von Bassist Sam Allens Mutter in aller Ruhe an sämtlichen Details arbeiten konnten. Benannt nach dem Ort, wo sie ihre Songs schrieben, macht es sich „Little Green House“ in der Emo-, Post-Hardcore- und Alternative-Szene mit 90s-Einschlag bequem.

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Blood Red Shoes

Blood Red Shoes – Ghosts On Tape

Ein Beiwerk der Umstände, so lässt sich das neue Album der Blood Red Shoes bezeichnen. Zum ersten Mal seit Jahren wohnten Laura-Mary Carter und Steven Ansell wieder in derselben Stadt. Songwriting und Aufnahmen waren abgeschlossen, mit einem Release wartete man jedoch, als sich ein Riegel vor sämtliche Tour-Möglichkeiten schob. Carter startete einen Podcast und nahm ein Solo-Mini-Album auf, Ansell produzierte Electro- und Alternative-Künstler. All das und mehr findet sich nun auf „Ghosts On Tape“ wieder, das über weite Strecken wie ein musikalischer Neustart wirkt und doch nicht so ganz überrascht.

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Manic Youth

Manic Youth – Funland

Der intensive Blick auf das eigene Schuhwerk legt Faszinierendes frei. Das wissen Manic Youth aus Wien nur zu gut. Zwei Jahre nach ihrem Debütalbum „Frail“ fanden sie sich auf Platte wieder. Paranoia und neue Ängste begleiteten die Arbeiten am Zweitling, hielt man sich doch im Lockdown gelegentlich illegal im Proberaum auf. Die positive Aufregung des Songwritings kollidierte mit der Gefahrensituation. Genau dieser Spagat findet auf „Funland“ zueinander. Die Auseinandersetzung mit eigenen Fehlern, das Ende der Wut und das Loslassen beflügelte das Quartett zu neuen 90s-Höhenflügen.

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KAAK

KAAK – Schrei doch

Die häppchenweise Veröffentlichung von Vorboten im Vorfeld eines Albums gehört längst zum guten Ton. KAAK wollten es trotzdem etwas anders machen und koppelten Song um Song über ein ganzes Jahr hinweg aus – zwölf Tracks, zwölf Monate vom Herbst 2019 bis Herbst 2020. All das geschah in Eigenregie, gekrönt von einem in Eigenregie organisierten Festival im Sommer 2021. Nun gibt es das gesamte Material endlich gesammelt auf CD und streng limitierter LP. Unter dem Titel „Schrei doch“ arbeitet sich das Quartett um Sänger Leon Kaack an Wut, Biss und Zynismus durch Selbstinszenierung und Selbstkasteiung ab.

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Nathan Gray

Nathan Gray – Rebel Songs

Angesichts der zuletzt betont introvertierten, persönlichen Texte vergisst man gerne, dass Nathan Gray ein sehr politischer Mensch ist – dafür reicht ein Blick auf die Anfänge von Boysetsfire. Als sich der private Nebel sozusagen lichtete, folgte die Rückkehr mit Auge auf die Zukunft. Gray widmet sich seiner politischen Lebensgeschichte und schlägt die Brücke zur Gegenwart mit einem Statement gegen Spaltung, gegen soziale Kälte. Und so befasst sich „Rebel Songs“ mit dem Protest als Stilmittel, begleitet von prominenten Freunden und der Freude am dicken Bandsound.

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Kosmodome

Kosmodome – Kosmodome

Von der Riff-Brigade zur großen Prog-Hoffnung: Kosmodome um die beiden norwegischen Brüder Sturle und Severin Sandvik gelten als neue Hotshots im psychedelisch veranlagten, von den 60er Jahren geprägten Subset der ausladenden Gitarrenmusik. Obendrauf setzt es Stoner- und Alternative-Ansätze für ein wenig moderne Würze, dazu Texte über Vielfalt und Außenseiter. Das erste Album heißt ebenfalls „Kosmodome“ und bemüht sich um starkes Storytelling, gepaart mit Atmosphäre. Ob dieses Selbstbewusstsein auch musikalisch umgesetzt werden kann?

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Aeon Station

Aeon Station – Observatory

Nach 18 langen Jahren erscheint tatsächlich ein neues Wrens-Albums. Es heißt bloß anders und die Band gibt es offenkundig nicht mehr. Scheinbar fertige Platten wurden zurückgezogen, überarbeitet und wieder auf Eis gelegt, bis ein Disput um die finanziellen Anteile bei den Songwriting-Credits endgültig den Stecker zog. Kevin Whelan hat zumindest genug und macht nun solo weiter. Als Aeon Station präsentiert er eine Fülle an Songs, die er in den letzten 14 Jahren schrieb – teils für The Wrens, teils für sich selbst. Der Titel „Observatory“ lehnt sich an Whelans autistischen Sohn an, der zwar kaum mit seiner Umwelt kommuniziert, diese dafür eingehend beobachtet.

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