Schlagwort: Alternative Rock

Spite House

Spite House – Desertion

Trauer ist eine unwillkommene Konstante im Leben von Sänger und Gitarrist Max Lajoie. 2019 rief er Spite House ins Leben, kurz nach dem Krebstod seiner Mutter. Sein guter Freund Marc Tremblay übernahm die Drums, später stieß Nabil Ortega am Bass hinzu. Das erste Album, drei Jahre später erschienen, diente eher als Weckruf, um das eigene Leben in die Hand zu nehmen. „Desertion“ liefert nun jedoch Trauerarbeit in Reinkultur und widmet sich auch Lajoies Vater, der zehn Jahre vor der Mutter freiwillig aus dem Leben schied. Der Frontmann gibt an, dass diese elf Songs rein gar nichts Fröhliches an sich haben, doch sind sie vielleicht gerade deswegen so unfassbar wichtig.

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gas station.

gas station. – A Collection Of Songs For Saying Goodbye

Ist das hier schon wieder eine neue Emo-Welle? Wenn ja, gehören gas station. dazu? Obwohl der Klang des Trios aus Buffalo gerne in emotional aufgeladene Gefilde vordringt und dabei durchaus Heavyness mitbringen kann, stellen sie sich musikalisch bevorzugt vielseitig auf. Und auch thematisch muss man etwas genauer hinsehen bzw. hinhören. „A Collection Of Songs For Saying Goodbye“ ist nicht etwa eine Sammlung trauriger Lieder, sondern befasst sich mit der schweren, geradezu erdrückenden Stille nach einem Ende oder Abschied, wenn sich alles verändert und doch die Worte fehlen.

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Like We Are

Like We Are – Your Diary

Metalcore ohne Metal? Klingt erst mal schräg, doch grundsätzlich könnte man den Stil der Österreicher von Like We Are durchaus so beschreiben. Treffender wäre aber wohl noch die Betitelung ‚Rockcore‘. Typische Metalcore-Elemente wie Breakdowns, der Wechsel zwischen harten Strophen und melodischen Refrains sowie auch vereinzelte Shouts lassen sich zwar durchaus im Sound der Band finden, darüber hinaus aber eben auch massive Anleihen aus dem Alternative Rock und teils auch aus der Popmusik. Das Quintett um Sänger Andreas Schmid veröffentlichte bereits 2022 die Debüt-EP „Elevate“ und wollte das erste Album – produziert von Annisokay-Sänger Christoph Wieczorek – bereits ein Jahr später herausbringen. Letztlich hat sich die Band aber doch mehr Zeit gelassen und nun, Ende 2025, erblickt „Your Diary“ endlich das Licht der Öffentlichkeit.

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Pabst

Pabst – This Is Normal Now

Der Abriss nimmt weiter Form an: Seit ihrer ersten EP vor nunmehr stolzen neun Jahren zählen Pabst zu den absoluten Meistern schrammelnder Gitarren und kantiger Hooks. Gleichzeitig ringen sie mit den Schattenseiten der Gegenwart. Bereits „Crushed By The Weight Of The World“ wusste vor gut drei Jahren, dass es wohl keinen Weg zurück aus der gesellschaftlichen und globalen Sackgasse gibt. Somit bleiben zwei Optionen: Spätkapitalismus zerstören oder in die Musik flüchten. Das Trio hat sich für beides entschieden und dreht mit wachsender Begeisterung am Rad. „This Is Normal Now“ sitzt im brennenden Zimmer und richtet den Blick langsam von innen nach außen.

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False Lefty

False Lefty – Time Will Tell

Drei Drums, eine dreisaitige Gitarre und zwei Wahlkölner, die ihr eigenes Ding durchziehen – das hört sich erst einmal wunderbar schräg an. False Lefty, das sind Veva und Thomas, verstehen sich auf einen treibenden, eigenwilligen Indie- und Alternative-Sound, der sympathische Melodien mit mächtig Volumen verbindet und dabei schon mal an July Talk erinnert. Eine erste EP landete mitten im Herz, diverse Support-Gigs und Festival-Auftritte im Anschluss unterstrichen die Qualitäten des Duos. Nun wagen sie sich mit „Time Will Tell“ höchst erfolgreich an ein erstes komplettes Album.

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Decorate. Decorate.

Decorate. Decorate. – Swerve Of Atoms

Sie brauchten nur ein Album, um sich zumindest in ihrer dänischen Heimat im kollektiven Gedächtnis einzubrennen: Decorate. Decorate. fanden sich 2006 in Kopenhagen, schüttelten ein Jahr später das Mini-Album „Normandie“ und zwei weitere Jahre danach ihren Erstling „Instructions“ aus dem Ärmel, nur um direkt danach schon wieder Geschichte zu sein. Und doch hallt der düstere, bekömmliche Indie-, Alternative- und Post-Punk-Sound, der unter anderem an Interpol erinnert, immer noch ein wenig nach. Inzwischen ist das Original-Line-up wieder zusammen, erweitert durch Keyboarder Kristian Nygaard Olsen (u. a. Oh No Ono), und transportiert den Rückenwind der Reunion-Shows ins Studio. „Swerve Of Atoms“ greift das Frühwerk mit frischem Wind auf.

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Of Mice & Men

Of Mice & Men – Another Miracle

Im Post-Hardcore- und Metalcore-Bereich sind in den letzten Jahren derart viele Alben veröffentlicht worden, dass es mitunter schwer fällt, noch den Überblick zu behalten. Unzählige neue Bands schießen wie Pilze aus dem Boden, die musikalischen Grenzen zu Nu Metal und Alternative Metal wurden eingerissen und verdammt viele neue Bands klingen wie die x-te Kopie etablierter Truppen. Schön aber, wenn sich in all dem Wust auch alte Hasen wie Of Mice & Men weiterhin behaupten können. Aktiv ist das Quintett schon seit 2009, in den Anfangstagen allerdings noch mit Austin Carlile am Mikro, ehe ab 2017 Bassist Aaron Pauley Screams wie auch Klargesang übernommen hatte. Die Vorgängerscheibe „Tether“ haben die Kalifornier komplett im Alleingang produziert und das gilt auch für das dieser Tage erscheinende neunte Album „Another Miracle“.

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Sorry

Sorry – Cosplay

Die Entschuldigung wird ein weiteres Mal vorausgeschickt und doch nicht benötigt: Es ist immer wieder eine Freude, den Sound von Sorry zu erkunden und entschlüsseln. Auf „925“ und „Anywhere But Here“ arbeitete sich das Londoner Quintett durch verschiedenste Schubladen und Einflüsse, denn hier ist für die Band alles möglich. Klassische Indie-Hymnen, Alternative-Weisheiten, kunstvoller Pop, Jazz und sogar TripHop rattern gerne mal durch und können das eklektische Songwriting doch bestenfalls rudimentär umschreiben. „Cosplay“ ändert daran rein gar nichts, wagt sich sogar noch weiter hinaus und entlohnt mit abermals fantastischen Songperlen.

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Portugal. The Man

Portugal. The Man – SHISH

Plötzlich alles anders: Erstmals seit 15 Jahren sind Portugal. The Man wieder als Indie-Band unterwegs, nachdem ihr Major-Deal ausgelaufen war. Im Vergleich zu „Chris Black Changed My Life“ veränderte sich zudem das Line-up stark, aktuell dürften nur noch John Gourley und Zoe Manville Fixsterne sein, begleitet von diversen Gastmusikern. Nach einer Überraschungs-EP im Sommer gibt es nun ein komplettes Album, das sich musikalisch wieder weiter hinauswagt und insgesamt einen Tacken härter unterwegs ist. „SHISH“ befasst sich mit Unbehagen, Verletzlichkeit und stellt den ureigenen Pop-Entwurf mit Anlauf auf den Kopf.

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